Cospudener SeeVorerst keine freie Fahrt für Motorboote

David Ingelfinger

 · 26.02.2026

Der über 400 Hektar große Cospudener See entstand als Bergbaufolgesee und wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft künstlich hergestellt.
Foto: iStock/ Irina Brester
​Die für den Saisonstart 2026 geplante Freigabe für den allgemeinen Motorbootverkehr am Cospudener See zum 1.Februar 2026 ist vorerst gestoppt. Grund ist ein Einspruch des Umweltvereins Ökolöwe, der im Januar bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht wurde. Ob das Revier diesen Sommer tatsächlich für alle Boote zugänglich wird oder der Rechtsstreit das Vorhaben langfristig blockiert, ist derzeit offen.

Am “Cossi” in der nähe von Leipzig gelten also weiterhin strenge Regeln: Wer mit Motor fahren will, braucht eine spezielle Einzelzulassung. Mit der sogenannten Feststellung der Fertigstellung wollte die Landesdirektion diese Praxis beenden und den nördlichen Teil des Sees für alle Motorboote allgemein freigeben. Solange der Widerspruch des “Ökolöwen” geprüft wird, bleibt die geplante Öffnung des Sees fürs erste blockiert. Bootsführer müssen daher weiterhin die bürokratische Einzelfallprüfung durchlaufen.


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Kritik der Umweltschützer

Der Umweltverein begründet seinen Widerstand mit der hohen Belastung für den Cospudener See. Laut einem Bericht des Umweltnetzwerks Bund-Leipzig sind bereits 135 Motorboote auf dem Wasser. Eine allgemeine Freigabe für die Sportschifffahrt könne dabei noch mehr Boote aufs Wasser bringen. Das überfordert laut den Kritikern nicht nur die Ökologie des Sees sondern könnte auch zu Konflikten mit Seglern und Schwimmern führen.

Cospudener See: Recht auf Zugang

Aus Sicht der Landesdirektion Sachsen ist der See ein öffentliches Gut, das für jedermann zugänglich sein sollte. Es gehe darum, die bisherige Vergabe von Sonderrechten zu beenden und den See für alle Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen. Der Naturschutz sei durch das bestehende Schutzgebiet im Süden bereits ausreichend gewahrt.

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Die Landesdirektion Sachsen sieht derzeit keine rechtliche Grundlage, um Verbrennungsmotoren im restlichen Bereich des Sees pauschal auszuschließen. Ein Ende der bisherigen Einzelfallprüfungen solle stattdessen für die nötige Rechtssicherheit sorgen und gleichzeitig den bürokratischen Aufwand verringern.

Suche nach Kompromissen

Die Situation am Cospudener See bleibt vorerst unverändert. Da die Prüfung des Widerspruchs noch Zeit brauchen wird, ist mit einer schnellen Öffnung für alle Motorboote nicht zu rechnen. Wer keine Sondergenehmigung besitzt, darf sein Boot also weiterhin nicht zu Wasser lassen. Das laufende Verfahren wird sich nun zeigen, wie sich der Naturschutz und der freie Zugang zum See rechtlich vereinbaren lassen. Bis dahin gelten am “Cossi” die alten Regeln.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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