Die “Peking” gehört zu den letzten großen Frachtseglern, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit noch mit den Dampfschiffen aufnehmen konnten. 1910 von Blohm & Voss in Hamburg gebaut, war sie einer der letzten großen Flying P-Liner der Hamburger Reederei F. Laeisz. Seit 2020 liegt die stählerne Viermastbark wieder in ihrem Heimathafen. Zuvor lag sie mehr als vierzig Jahre als Museumsschiff in New York. Von April bis Oktober kann man sie am Bremer Kai im Hansahafen im Rahmen von Baustellenführungen besuchen. Die einstündigen geführten Rundgänge finden mittwochs bis freitags (10:00 – 16:00 Uhr) und samstags, sonntags und an Feiertagen (10:00 – 16:30 Uhr) statt. Die Buchung ist online oder per Telefon möglich.
An bestimmten Tagen kann man sogar beim Brassen selbst Hand anlegen und an den historischen Brasswinden kurbeln, um ein Gefühl dafür zu bekommen, mit welchen Kräften es die Seeleute in früheren Zeiten zu tun hatten. Termine gibt es auf der Seite des Deutschen Hafenmuseums. Die Plätze sind auf 12 Teilnehmer begrenzt. Es gibt keine Reservierungsmöglichkeit.
Das Deutsche Hafenmuseum rund um den Schuppen 50 A widmet sich der vielfältigen Bedeutung der besonderen Schnittstelle Hafen. Ein Neubau soll in den nächsten Jahren im Stadtteil Grasbrook errichtet werden. Hier soll auch die PEKING ihren endgültigen Liegeplatz erhalten.
In der Hafenmanufaktur kann man in mehrtägigen Seminaren die Grundfertigkeiten des Schmiedens, Segelmachens, Netzmachens und Takelns erlernen.
Adresse: Deutsches Hafenmuseum Kopfbau Schuppen 50A, Australiastraße, 20457 Hamburg, Tel.: 040-428137130. www.shmh.de
Der 85 Meter hohe Turm des Marine-Ehrenmals in Laboe prägt das Gesicht der Kieler Außenförde. Zwei Aufzüge oder 341 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich ein einzigartiger Rundblick bietet. Ursprünglich als Erinnerungsort für die Gefallenen der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg errichtet, ist es heute eine Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen. Zu der Anlage gehören außerdem die unterirdische Gedenkhalle, die Historische Halle mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schifffahrtgeschichtlichen Exponaten.
Seit 1972 liegt das Hochseetauchboot „U 995“ als technisches Museum am Strand vor dem Marine-Ehrenmal. Das im September 1943 von Blohm & Voss gebaute Boot des Typs VII C/41 wurde bis zu seiner Außerdienststellung am 8. Mai 1945 im norwegischen Drontheim vorwiegend im Nordmeer gegen Geleitzüge und auslaufende Konvois und Sicherungsstreitkräfte eingesetzt. Bis es 1965 der deutschen Bundesmarine als Zeichen der Aussöhnung zum Geschenk gemacht wurde, wurde es von der norwegische Marine in der Küstenverteidigung und als Schulboot eingesetzt.
Adresse: Strandstr. 92, 24235 Laboe, Tel.: 04343-49484962. www.deutscher-marinebund.de
Sie hat gekrönte Häupter, zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und den Siegeszug der Motorboote überlebt. Seit mehr als hundert Jahren verbindet die Hohentwiel auf dem Bodensee Vergangenheit, Zukunft und drei Länder. Die historische Dampfmaschine im Blauen Salon und die gewaltigen Schaufelräder hinter den Bullaugen ziehen alle Blicke auf sich. Mit maximalen 16,7 Knoten bereist der Seitenradsalondampfer seit 1913 den ganzen See. Ehemals Staatsyacht des Württembergischen Königs, dient sie heute als Rund- und Ausflugsdampfer.
Adresse: Hafenstrasse 15, 6971 Hard (Österreich). www.dampfschiff-hohentwiel.de
Das eindrucksvollste Exponat des Schifffahrtsmuseums in Rostock ist die MS Dresden. Der Stahlriese ist das einzig erhaltene Exemplar des Typs 4, der auch „Frieden“ genannt wurde. Ab 1957 entstanden auf den Werften der DDR fünfzehn dieser 10000-Tonnen-Frachter für die Deutsche Seereederei Rostock und den weltweiten Seehandel des Landes. Bereits seit 1970 wird die Dresden als Museumsschiff genutzt und gehört zum Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum. Mit mehr als 12.000 Ausstellungsstücken und diversen Mitmachstationen wird die Entwicklung des Schiffbaus vom slawischen Einbaum bis hin zur computergesteuerten Fertigung moderner Großwerften erlebbar. Interessierte lernen alles zum Schiffbau in der DDR, zu Betriebsabläufen einer Werft und zur Geschichte des Seefunkwesens und der Navigation. Der im Original erhaltene Maschinenraum, die Kommandobrücke, die Funkstation, das Schiffshospital und die Mannschaftskabinen nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise und vermitteln einen Eindruck vom Arbeitsalltag an Bord in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. In der Freilichtausstellung im IGA Park finden sich außerdem zahlreiche weitere Objekte der Seefahrt. Neben dem Seezeichenpfad sind mehrere Schiffe und ein Hebekran zu bestaunen.
Die Sonderausstellung „Geheimnis Tiefsee“ bietet spannende Geschichten und Objekte rund um die Entdeckung der Tiefsee durch den Menschen. Den Besucher erwarten abenteuerliche Expeditionsberichte und eine interaktive Station zu modernen Forschungstechniken. Ein Highlight ist das Modell der „Nautilus“ aus Jules Vernes fantastischen Schilderungen der geheimnisvollen Tiefen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Sonderausstellung bis September verlängert.
Adresse: Schmarl-Dorf 40, 18106 Rostock, Tel.: 0381-12831364. www.schifffahrtsmuseum-rostock.de
1975 wurde die “John T. Essberger” als erstes Schiff der 44-Meter-Klasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bei der Schweers-Werft in Bardenfleth an der Unterweser gebaut. Ihre drei Maschinen leisteten zusammen 7200 PS und beschleunigten sie auf 26 Knoten. Bis 2003 war dieser Typ die größte Einheit der DGzRS. Bei einem eventuell anfallenden Großschadensfall auf See konnten die Seenotkreuzer dieser Größe über 300 Schiffbrüchige unter Deck aufnehmen. Seit 2011 ist sie im Technikmuseum Speyer ausgestellt.
Regelmäßig kommt die ehemalige Crew, die mit dem Kreuzer rund um die Insel Fehmarn und in der westlichen Ostsee bis Bornholm im Einsatz war, nach Speyer und bietet exklusive Erlebnisführungen an. Bei der Visite der Seemänner bietet sich die einmalige Gelegenheit, in die Bereiche zu gelangen, die sonst nicht zugänglich sind. Der nächste Termin: Samstag, 21. Oktober 2023 zwischen 10 Uhr und 17 Uhr. Die Rundgänge sind im regulären Eintrittspreis des Technik Museum Speyer enthalten, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Adresse: Am Technik Museum 1, 67346 Speyer, Tel.: 06232-6708853. www.speyer.technik-museum.de

Redakteurin Reise