Festmachen an der SchäreSchweden klagen über krumme Bolzen

Hauke Schmidt

 · 23.07.2025

Falsch gefädelt, im Auge entwickelt die Leine mehr Hebelwirkung und kann den Bolzen verbiegen.
Foto: YACHT/ Mike Peuker
Die Festmacherbolzen in den schwedischen Schären werden vom Kryssarklubben instand gehalten. Probleme treten immer häufiger auf, weil sie falsch verwendet werden. Statt die Leine durch das Auge zu ziehen, sollte sie lediglich um den Bolzen gelegt werden..

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Die Schärenküsten Skandinaviens gehören zu den schönsten Revieren Europas. Wer hier unterwegs sein möchte, sollte nicht nur das Anlegen an Felsen beherrschen, sondern auch die örtlichen Gepflogenheiten kennen. Dazu gehört die richtige Verwendung der in den Felsen verankerten Augbolzen.

Falsch gefädelt, wie es zu krummen Bolzen kommt

Auf Facebook-Seiten wie "Vi som älskar båtar och västkusten" wird derzeit ein Problem diskutiert, das offenbar vor allem norwegische Bootsfahrer verursachen: Sie führen ihre Festmacherleinen durch das Auge der in den Felsen verankerten Bolzen, statt sie - wie es richtig wäre - einfach um den Bolzen zu legen. Die Folge sind verbogene Bolzen, die dann repariert oder ersetzt werden müssen. Der schwedische Kryssarklubben (SXK), der die Bolzen installiert und wartet, tauscht beschädigte Bolzen regelmäßig aus. Allein an der Westküste zwischen Onsala und Strömstad werden im Frühjahr und Herbst mehr als 6000 Bolzen und Felsaugen kontrolliert. Diese Aufgabe übernehmen rund 15 Mitglieder des Hafen- und Ankerplatz-Komitees, die auf freiwilliger Basis arbeiten.

Ausrüstung für die Schären

Wer in den Schären festmachen möchte, benötigt spezielle Ausrüstung:

  • Heckanker: Meist ein M-Anker, etwas kleiner als der Buganker.
  • Lange Vorleinen: Mindestens zwei, besser vier Leinen von 20-30 Metern Länge.
  • Schärennägel: Sowohl gerade als auch gekröpfte Varianten für unterschiedliche Felsspalten.
  • Hammer: 1-2 kg schwer, idealerweise mit Metallstiel.
  • Fender: In verschiedenen Größen, auch Kugelfender.
  • Bugleiter: Erleichtert den Ausstieg auf den Felsen erheblich.

Schwedische Boot nutzen oft spezielle Gurtbandrollen am Heckkorb für den Heckanker. Für Gelegenheitsbesucher reicht auch eine Leine mit Kettenvorlauf oder Bleieinlage von mindestens 30 Metern Länge.

So geht's an den Fels

Die gängigste Methode ist das Anlegen mit Heckanker. Dabei fährt man langsam auf den Felsen zu und prüft die Wassertiefe. Wenn das Ufer steil genug ist, zieht man zurück und wirft zwei bis drei Bootslängen entfernt den Heckanker, anschließend nähert man sich erneut dem Ufer. Ein Crewmitglied steigt über und befestigt die Vorleinen an Felsnägeln, Bäumen oder vorhandenen Bolzen. Wichtig dabei: Die Leinen werden bei den Augbolzen nicht durch das Auge geführt, sondern einfach um den ganzen Bolzen gelegt. So verhindert man, dass sich Kinken bilden, die das spätere Lösen der Leine erschweren könnten. Wenn die Wassertiefe ausreicht und der Felsen eine passende Form hat, kann auch längsseits am Felsen festgemacht werden. Diese Liegeplätze sind aber selten und in der Regel heiß begehrt.

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Schwedens wilder Westen

Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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