Ilmenau-SperrwerkErneute Sperrung bis zum Herbst

Christian Tiedt

 · 03.04.2023

Ilmenau-Sperrwerk: erneute Sperrung bis zum HerbstFoto: Löhn/NLWKN
Im August 2022 wurden die elbseitigen Stemmtore bereits mit einem Schwerlastkran in Position gebracht. Nun folgen die Tore auf der Seite zur Ilmenau

Bauarbeiten für den Küstenschutz: Das Ilmenau-Sperrwerk im niedersächsischen Hoopte (Winsen/Luhe) wird ab dem 17. April erneut für mehrere Monate nicht passierbar sein. Im Sommerhalbjahr muss das Bauwerk für den letzten Schritt der Instandsetzung trockengelegt werden. Für die Dauer der Maßnahme werden die drei Yachthäfen auf der Binnenseite keinen Zugang zur Elbe haben.

Hintergrund der Trockenlegung ist der bevorstehende Einbau der beiden neuen ilmenauseitigen Stemmtore. Eigentlich war dieser bereits für das vergangene Sommerhalbjahr 2022 mit vorgesehen, nachdem das elbseitige Stemmtor-Paar planmäßig eingebaut werden konnte. Die neuen Tore sind einen Meter höher ausgeführt, eine zusätzliche Absicherung der Ilmenau, die durch den Klimawandel notwendig wird.

Bauzeitliche Verzögerungen und gestörte Lieferketten haben hier leider insgesamt für eine Verzögerung der weiteren Arbeiten gesorgt, so dass das zur Verfügung stehende Zeitfenster bis zur Sturmflutsaison nicht mehr ausreichte."- Stefan Löhn, Projektleiter bei der zuständigen Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN

Betroffen sind der Stöckter Hafen, der Yachthafen Ilmenau und der Hafen des Bootsclubs Oberelbe mit ihren Dauer- und Gastliegern. Die erforderliche erneute Sperrung des Wasserwegs im Sommer sei jedoch unvermeidbar, heißt es beim NLWKN, weil im Winter der Betrieb zum Schutz vor Sturmfluten sichergestellt sein muss. Man hofft deshalb auf Verständnis. Anfang September soll das Sperrwerk zwar laut Plan wieder passierbar sein - die Bootssaison an der Ilmenau ist dann jedoch so gut wie vorbei.

Das Ilmenau-Sperrwerk wurde 1976 als Bestandteil eines neuen Schutzkonzeptes fertiggestellt. Katastrophen wie die Sturmflut des Jahres 1962, bei der 340 Menschen ums Leben kamen, sollten damit ausgeschlossen werden. Es ist das am weitesten elbaufwärts gelegene Sperrwerk und gleichzeitig das letzte vor der Staustufe Geesthacht. Zuständig für den Betrieb ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).


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