Über fast 180 Seemeilen erstreckt sich das Revier von Martinique bis Grenada. Ein Grund, warum viele Crews nur einen Teil schaffen, selbst wenn man 14 Tage unterwegs ist. Die Windwards liegen ab Martinique praktisch genau in der Richtung des karibiktypischen Nordost-Passats. Das bedeutet, auf dem Rückweg geht es gegen den Wind – es sei denn, man startet in Grenada. Allerdings ist man fast immer im Leeschutz unterwegs, höheren Seegang und Winddüsen gibt es also meist nur zwischen den Inseln. Wer jedes Eiland sehen will, muss während des Törns mehrmals ein- und ausklarieren.
St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Grenada sind jeweils eigenständige Staaten. Auf St. Lucia und St. Vincent gibt es hin und wieder Diebeszüge und vereinzelt Überfälle auf Yachten. Die konzentrieren sich aber zum Glück meist auf einige wenige Hotspots (nördlich von Soufrière, Kingstown, Bequia). Vor dem Törn am besten die aktuellen Meldungen des Caribbean Safety and Security Net checken, die eine gute Vorstellung vermitteln, wo man aufpassen sollte.
Die tropisch-üppigen Vulkaninseln St. Lucia und St. Vincent gehören zu den landschaftlich schönsten der gesamten Karibik: dicht begrünte steile Berge, unvergesslich in Form der Pitons vor Soufrière. Ein kleines Juwel ist auch Bequia, bevor man anschließend in die Welt der kleinen Eilande in den Grenadinen und Tobago Cays eintaucht. Dort finden sich tolle Ankerplätze. Absolute Traumstrände mit Schildkröten, die um die Yachten kreisen, sind an der Tagesordnung. Auf Martinique lohnt definitiv ein Besuch in einer der vielen exzellenten Rum-Destillen der Insel.
Sehr gute und auch günstige Verbindungen, zum Teil schon für unter 1000 Euro, sind mit Air France nach Martinique zu haben. Seit der Corona-Pandemie gibt es die zum Teil sogar ohne den lästigen, zeitraubenden Flughafenwechsel in Paris (Charles de Gaulle nach Orly). Grenada wird von Deutschland aus zusätzlich direkt von Condor angeflogen, aber nur einmal die Woche, die Plätze sind also entsprechend begrenzt.