Kroatien macht Ernst182 Verstöße bei Großkontrolle auf der Adria

Jill Grigoleit

 · 31.07.2026

Großangelegte Kontrollen in der Adria: Im Rahmen der Aktion "safe navigation 2026" wurden in Kroatien am  29.Juli 2026 hunderte Inspektionen durchgeführt.
Foto: LK PU

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Bei einer achtstündigen Schwerpunktkontrolle in Kroatien haben die Behörden den Seeverkehr auf der Adria unter die Lupe genommen. 382 Kontrollen führten zu 182 festgestellten Verstößen. Die verhängten Geldstrafen summieren sich auf mehr als 79.000 Euro.

​Am 29. Juli haben die kroatischen Behörden den Kontrolldruck auf dem Adriatischen Meer deutlich erhöht. Unter dem Namen „Sigurna plovidba 2026“ – zu Deutsch etwa „Sichere Schifffahrt 2026“ – fand eine koordinierte Schwerpunktkontrolle im Bereich aller acht kroatischen Hafenmeistereien statt. Von 10 bis 18 Uhr waren insgesamt 115 Mitarbeiter mit 35 Dienstbooten im Einsatz. Zusammen legten sie dabei 1.441 Seemeilen zurück.

Das Ergebnis: 382 Inspektionen, 182 festgestellte Verstöße und Geldstrafen in Höhe von 79.208,49 Euro. 44.884,24 Euro davon wurden nach Angaben des Ministeriums für See, Verkehr und Infrastruktur direkt am Ort des Verstoßes kassiert. Rein rechnerisch wurde damit bei knapp 48 Prozent der Kontrollen mindestens ein Verstoß festgestellt.

​Was wurde kontrolliert?

Die Kontrollen im Rahmen der “zentralen koordinierten Aktion zur verstärkten Überwachung des Seeverkehrs in der Adria” richteten sich laut Ministerium nicht nur gegen zu schnelles oder gefährliches Fahren. Die Behörden überprüften ein breites Spektrum an Vorschriften, die für Eigner, Charterer und Skipper relevant sind. Kontrolliert wurden unter anderem:

  • ​die Gültigkeit von Schiffspapieren und anderen Dokumenten
  • die vorgeschriebene Anzahl der Crewmitglieder
  • Befähigungsnachweise von Skippern und Crew
  • die Einhaltung der zulässigen Passagierzahl auf Ausflugsbooten
  • vorgeschriebene Meldungen über das kroatische CIMIS-System
  • die rechtmäßige Durchführung von Chartergeschäften
  • die Einleitung von Schwarzwasser und Grauwasser ins Meer
  • sowie das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, darunter Schwimmer und Taucher.

​Kontrolle mit Unterstützung des VTS

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von der kroatischen Vessel Traffic Service (VTS). Die Mitarbeiter an Land lieferten den Kontrollbooten in Echtzeit Informationen über Bereiche mit besonders dichtem Schiffsverkehr, beobachtete Verstöße sowie identifizierte und nicht identifizierte Fahrzeuge.

Die Aktion beschränkte sich dabei nicht ausschließlich auf die Ahndung von Verstößen. Nach Angaben des Ministeriums sollte sie auch eine präventive und aufklärende Wirkung haben. Die kontrollierten Verkehrsteilnehmer wurden auf die Bedeutung der Sicherheitsvorschriften hingewiesen – sowohl vor dem Auslaufen als auch während der Fahrt. "Dies ist unsere traditionelle Maßnahme, mit der wir das Bewusstsein für die Sicherheit der Schifffahrt in der Adria schärfen wollen, angesichts der steigenden Zahl der jährlich ankommenden Schiffe", betonte Kapitän Siniša Orlić, Direktor der Direktion für Navigationssicherheit des Ministeriums für See, Transport und Infrastruktur.

​Mehr Verstöße in Kroatien als im Vorjahr

Die Zahlen liegen über denen der vergleichbaren Aktion von 2025. Damals wurden bei 355 Kontrollen 133 Verstöße festgestellt. Das Ministerium weist allerdings darauf hin, dass die Zahl der Boote auf der Adria in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen sei, während die Zahl der Schiffsunfälle leicht zurückgegangen sei. Die Zahl der Verstöße habe trotz des zunehmenden Verkehrs nicht entsprechend zugenommen, erklärte Siniša Orlić, Leiter der zuständigen kroatischen Behörde, im Vorfeld der Aktion.

Während der Kontrollaktion liefen unterdessen auch die regulären Aufgaben der Hafenmeistereien weiter. Mitarbeiter waren unter anderem an mehreren dringenden medizinischen Transporten beteiligt, insbesondere in den Zuständigkeitsbereichen Zadar und Split.


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Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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