Lausitzer SeenlandFreie Fahrt auf dem größten künstlichen Revier Europas

David Ingelfinger

 · 29.06.2026

Ein Motorboot fährt aus dem Ilse-Kanal auf den Großräschener See. Die künstliche Wasserstraße stellt die schiffbare Verbindung zum zentralen Sedlitzer See her.
Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel
Im Lausitzer Seenland wurden am Montag drei weitere Verbindungskanäle eröffnet. So bilden die fünf bislang gefluteten Tagebauseen eine zusammenhängende Wasserfläche von rund 5.300 Hektar. Damit ist das Revier die größte künstlichen Seenlandschaft Europas.

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Fast 60 Jahre nach den ersten Flutungen ist das Lausitzer Seenland erstmals fast durchgehend befahrbar. Mit drei weiteren Verbindungskanälen entsteht eine 50 Kilometer lange Strecke zwischen Brandenburg und Sachsen.

Drei neue Kanäle

Bislang waren im Lausitzer Seenland nur der Koschener- und der Barbara-Kanal schiffbar. Am Montag öffneten zusätzlich der Sornoer-, der Rosendorfer- und der Ilse-Kanal. Diese neuen Wasserwege verbinden den zentralen Sedlitzer See mit den benachbarten Gewässern. Dadurch schließen sich die zuvor isolierten Flächen zu einem Revier für Tagestouren und Wochenendtörns zusammen.

​Infrastruktur und Geschichte

Die neuen Verbindungen bestehen aus Kanälen, Schleusen, Brücken und Tunneln. Vom zentralen Sedlitzer See führt der Sornoer Kanal zum Geierswalder See. Der Rosendorfer Kanal bindet den Partwitzer See an, während der Ilse-Kanal zum Großräschener See verläuft. Ein enges Nadelöhr bildet der 186 Meter lange Ilse-Kanal-Tunnel. Zudem unterquert der ältere Koschener Kanal eine Bundesstraße und die Schwarze Elster in zwei Tunneln. Mehr Details zum Revier finden Sie hier.

Das Projekt rund um das Lausitzer Seenland blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor genau 100 Jahren begannen die ersten Baggerungen im Tagebau „Ilse-Ost“, dem heutigen Sedlitzer See. Seit den 1990er-Jahren flossen rund 941 Millionen Euro von Bund und Ländern in die Sanierung und Renaturierung der Region. Für die einstige Kohleförderung wurden im Vorfeld knapp 3,8 Milliarden Kubikmeter Erde bewegt. Heute fassen die fünf Seen zusammen ein Wasservolumen von 640 Millionen Kubikmetern. Die steil abfallenden Ufer der alten Tagebaue machten das Rammen von Stegdalben jedoch aufwändig und teuer, wodurch sich die Freigabe verzögerte.

Sperrgebiete und Windverhältnisse

Mit einer Fläche von 1.400 Hektar bildet der Sedlitzer See das größte Gewässer des neuen Verbunds. Aufgrund der weiten, offenen Areale kann es hier und auf den benachbarten Seen zu starken Winden kommen. Schiffsführer sollten ihre Törns großzügig planen, da an den Engstellen Wartezeiten entstehen können. Das Ankern ist außerhalb von markierten Schutzgebieten erlaubt, in den Verbindungskanälen jedoch verboten. Ausgetonnte Sperrbereiche und Naturschutzgebiete dürfen im Lausitzer Seenland nicht befahren werden. Auch das Anlanden an diesen Ufern ist für Wasserwanderer untersagt.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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