Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung bei den Schiffen des dänischen Nationalmuseums in Holbæk steht das „Børnenes Bådværft“ (Kinderbootswerft). Dort bauen Kinder eigene Minischiffe und probieren sie anschließend auf dem Wasser aus. Materialien aus der Werft dürfen sie anfassen und erkunden. Die Ausstellungsmacherin Ronja Melbye-Hansen beschreibt das Angebot als spielerischen Zugang zu Schiffbau, Seemannshandwerk, Naturkräften und dem Leben an Bord. In Holbæk können Kinder die Grundfrage selbst erproben: Was braucht ein Boot, damit es schwimmt und sich bewegen lässt?
Ein weiteres Element ist das Bonavista-Spielschiff. Es greift den historischen Schoner gleichen Namens auf und macht das Leben der Seeleute an Bord für Kinder zugänglich. Die “echte” rekonstruierte Bonavista gehört zur historischen Schiffsflotte des Museums.
Nicht nur der Zahn der Zeit nagt an den historischen Holzschiffen: Der Pfahlwurm bohrt sich in Holz unter Wasser und kann historische Schiffsrümpfe beschädigen. Die Museumsabteilung Njord zeigt in Holbæk durchlöchertes Holz und Schiffsholz vom Wrack der „Havmanden“. In einem Aquarium sind außerdem lebende Pfahlwürmer und weitere Organismen aus dem Holbæk-Fjord zu sehen.
Die Ausstellung „Håndværk & Horisonter“ gehört zum Museumsprojekt „Moving Museums Through Play“. Das Nationalmuseum entwickelt hiermit gemeinsam mit der Designskolen Kolding spielerische Formen der Geschichtsvermittlung; gefördert wird das bis Ende 2027 laufende Programm von der LEGO Foundation.
Das Museumsgelände am Hafen von Holbæk liegt an der Kanalstræde 2. Die Werft nennt als reguläre Besuchszeiten Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr und kostenlosen Eintritt. Wer eigens wegen der neuen Ausstellung anreist, sollte die aktuellen Besuchszeiten vorab auf der Museumsseite prüfen.
Auch interessant: Wie traditioneller Bootsbau junge Menschen einbezieht, zeigt die Geschichte der dänischen Kanonenjolle „Corsør“, die Schüler, Lehrlinge und Fachleute gemeinsam bauten. Wer sehen möchte, wie heute ein kleines Holz-Motorboot entsteht, bekommt in der BOOTE-Reportage über den Bau klassischer Runabouts einen Blick in die Werft.

Redakteurin Reise
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