Während Santorin mit Dramatik beeindruckt und Mykonos mit Glamour lockt, verführt Milos durch Vielfalt. Vulkanische Kräfte haben hier eine Landschaft geschaffen, die zwischen Mondkulisse, Karibikstrand und schroffen Felsformationen wechselt.
Es gibt kaum einen geschützteren Ankerplatz in den Kykladen als den riesigen Naturhafen von Milos. Die fast kreisrunde Insel ist vulkanischen Ursprungs. In der Mitte liegt ein tiefer, weit geöffneter Golf, der schon in der Antike als sicherer Zufluchtsort diente. Heute ist Milos für viele Crews der perfekte Stopp, um Meltemi-Tage auszusitzen, die Tanks zu füllen – und gleichzeitig eine der spektakulärsten Küstenlandschaften Griechenlands zu erleben.
Schon in der Antike wurde von der Hafenstadt Adamas das auf Milos gewonnene Obsidian in die Ägäis verschifft. Bis heute schlägt hier das maritime Herz der Insel. Doch eigentlich wird Milos von Seglern gerade nicht für einen Besuch des trubeligen Fährhafens angelaufen. Von der Marina Adamas aus sind es etwa 10 Minuten mit dem Auto (ca. 4,5 km) in das weitaus hübschere Plaka, auch Milos Chora genannt. Schon bei der Einfahrt in die weitläufige Bucht, einem der größten Naturhäfen der Ägäis, fallen die weißen Häuser auf, die sich um einen steil abfallenden Felsen reihen. Die Stadt wurde im Mittelalter als Zufluchtsort vor Piratenüberfällen hoch über dem Meer angelegt. Bunte Fenster und Türen und Bougainvilleas schmücken die typischen weißen Häuser in den engen Gassen. Ein Fotomotiv jagt das nächste. Von der Kastro Festung aus gibt es einen der besten Sonnenuntergänge der Kykladen.
Geschichtsinteressierte können einen Besuch im Historischen Museum von Plaka einplanen. Das markante Gebäude oberhalb des Parkplatzes wurde 1870 vom deutschen Architekten Ernst Ziller entworfen und beherbergt heute wichtige archäologische Funde der Insel.
Am 8. April 1820 entdeckte der Bauer Georgios Kentrotas in der Nähe des Ortes Trypiti eine der berühmtesten Skulpturen der Antike, die „Venus von Milo“ (auch Aphrodite). Heute erinnern kleine Ausstellungen und Repliken an den Fund, das Original steht im Louvre in Paris.
Wer in Athen oder Lavrion startet, hangelt sich über die Inseln Kea, Kythnos, Seriphos und Sifnos nach Milos, von letzterer sind es knapp 20 Meilen bis Milos. Das Revier gilt als anspruchsvoll, auch wenn die einzelnen Etappen zwischen den Inseln nicht zu lang sind. Die Dichte an Häfen und Marinas ist überschaubar, dafür gibt es aber unzählige gut geschützte Ankerbuchten. Vor allem ist der Meltemi das beherrschende Element. Manche Segler fürchten ihn, andere wiederum schätzen den Wind, der im Sommer sehr zuverlässig weht. Die Südküste ist vor dem Meltemi geschützt, weht es aber aus West über Süd bis Ost, ist die Küste nicht machbar. Ist es dagegen ruhig, kann man die Südküste entlang segeln und auch den berühmten Strand Firiplaka Beach besuchen.
Der Stadtpier Adamas östlich des Fährpiers ist weiter nach Osten verlängert worden. Somit ist die normalerweise gegen den Meltemi gut geschützte Marina Adamas jetzt auch während der Starkwinden aus Süden ein sicherer Hafen geworden. Gut geschützte Ankerplätze sind zum Beispiel Ormos Pollonia und Voudia im Nordosten von Milos.

Redakteurin Reise
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