NaturschutzNeues Fahrverbot am Bodensee

Jill Grigoleit

 · 03.04.2026

Am Vorarlberger Bodenseeufer wird die Naturschutzzone erweitert, in der Motor- und Segelboote nicht fahren dürfen.
Foto: Gerald Penzl
Das Mehrerauer Seeufer am südöstlichen Zipfel des Bodensees steht bereits seit längerem unter Naturschutz. Nun wurde dieser noch verschärft: Ab sofort gilt hier ein erweitertes Fahrverbot für Motor- und Segelboote. Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz hat die Verordnung angepasst, um das Natura-2000-Gebiet „Mehrerauer Seeufer – Bregenzerache" noch effektiver zu schützen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von über 2.000 Euro.

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​Im österreichischen Uferbereich des Bodensees gelten neue Einschränkungen für Motor- und Segelboote. Ab sofort ist das Befahren der Schutzzone vor Bregenz aus Naturschutzgründen für die allermeisten verboten. Die neue Verordnung soll das artenreiche Europaschutzgebiet im Mündungsbereich der Bregenzer Ach in den Bodensee besser schützen. Bereits vor zwei Jahren hatte das Land Vorarlberg den Naturschutz in diesem Gebiet verstärkt, nun zieht die Bezirkshauptmannschaft nach. Die Verbotszone erstreckt sich zwischen dem Kloster Mehrerau und der Mündung der Bregenzer Ach.


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Naturschutz als Begründung für strenge Regeln

In dem Mündungs- und Uferbereich vor Bregenz wächst unter anderem das Bodensee-Vergissmeinnicht (Mehr Infos zur Flora und Fauna im Schutzgebiet: hier), eine extrem seltene Pflanze, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Das Betreten des Geländes ist bereits seit längerem verboten. Mit der Ausweitung der Fahrverbotszone auf das vergrößerte Natura-2000-Gebiet sollen nun auch Störungen vom Wasser aus verhindert werden.

Ausnahmen für bestimmte Bootstypen

Ruderboote sind vom Fahrverbot ausgenommen. Und auch ein- und ausfahrende Boote des Yacht-Clubs Bregenz bleiben von der Regelung ausgenommen, da der Wocherhafen und die Liegewiese bei der Mehrerau innerhalb des Schutzgebiets liegen. Eine ursprünglich geplante Ausnahme für Berufsfischer wurde allerdings wieder verworfen. Einsatzboote und Fahrzeuge des Bauhofs bleiben ebenfalls von den Fahrverboten ausgenommen, da sie notwendige Aufgaben erfüllen. Die Bezirkshauptmannschaft hat die bestehende Verordnung für das Bodenseeufer entsprechend überarbeitet und an die neuen Gegebenheiten angepasst.

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Hohe Geldstrafen bei Verstößen

Für alle anderen Bootsfahrer gilt ein klares Fahrverbot in der erweiterten Schutzzone. Wer unerlaubt in die Sperrzone einfährt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz hat die Strafe auf bis zu 2.180 Euro festgelegt. Mit dieser Maßnahme soll der Schutz der Natur in diesem Bereich des Bodensees weiter verbessert werden. Die Verbotszone ist Teil des EU-weiten Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000, das rund 20 Prozent der Fläche der Europäischen Union umfasst. In Deutschland macht Natura 2000 etwa 15 Prozent der Landesfläche und 45 Prozent der Meeresfläche aus. Das Netzwerk gilt als größtes Schutzgebietsnetz weltweit.

Wassersport und Naturschutz am Bodensee

Das Naturschutzzentrum Eriskirch berichtet von über 280 Vogelarten und mehr als 600 verschiedenen Pflanzenarten, die am Bodensee leben. Gleichzeitig ist der See nicht nur ein beliebtes Ziel für Strandbesucher, sondern auch für Wassersportler ein Paradies. Laut Bodensee-News sind auf dem See über 54.000 Boote registriert. In einigen Gebieten des Bodensees sind Motor- und Segelboote bereits länger verboten. Dazu zählen das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried oder Teile der Halbinsel Mettnau. Die neue Regelung am Mehrerauer Seeufer reiht sich in diese bestehenden Schutzmaßnahmen ein und erweitert das Netz geschützter Bereiche am größten See Deutschlands.


Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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