Laut einer Bekanntmachung für Seefahrer (BfS) des WSA Ems-Nordsee ist die Wiederkehr des Leuchtturms Norderney LFV Nr. 320400 (INT B 1054) von 12 auf 14 Sekunden geändert. Bis voraussichtlich 20. Mai gilt die geänderte Kennung Fl (3) W.14s. Die Schifffahrt wird gewarnt und um Beachtung gebeten.
Die Ursache liegt laut WSA in der Antriebseinheit des Leuchtturms. Zwar werde diese regelmäßig gewartet. Doch über die Jahrzehnte habe sich das Getriebe abgenutzt und ist dadurch schwergängiger geworden, wodurch sich die Optik langsamer dreht. Bis die speziellen Ersatzteile angeschafft und die Instandsetzungsarbeiten erfolgt sind, wurde die offizielle Kennung angepasst.
Der Leuchtturm Norderney hat das einzige linksdrehende Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste. Er wurde mit einer 3,5 Tonnen schweren Fresnellinse aus Frankreich ausgestattet. Die komplizierte Optik besteht aus 1018 geschliffenen Prismen und 24 Linsenfeldern. In 20 Seemeilen Abstand von der Insel kann das Licht bei normalen Sichtverhältnissen noch gesehen werden. Im Zuge der allgemeinen Modernisierung der Leuchtfeuer an den deutschen Küsten wurde die Kennung des Leuchtturms 1976 nach dem Einbau einer Halogen-Metalldampflampe geändert. Seitdem wurden ab Einsetzen der Dämmerung bis zum Morgengrauen alle 12 Sekunden eine Gruppe von drei weißen Blitzen ausgesandt. Nun erfolgt die Wiederkehr erst nach 14 Sekunden.
Immer mal wieder kommt es zu Störungen und Ausfällen von Leuchtfeuern. Was das für die Schifffahrt bedeutet:
Im Jahr 2004 wurde der denkmalgeschützte Leuchtturm Norderney von Grund auf saniert. Rund 40.000 Besucher jedes Jahr besuchen das mit knapp 60 Metern und 252 Treppenstufen höchste Bauwerk der Insel. Der Turm steht auf einer 10 Meter hohen Düne in der Inselmitte. Doch er ist nicht nur touristischer Anziehungspunkt, sondern vor allem immer noch ein wichtiges Seezeichen für die Seeschifffahrt. Da es immer wieder zu erheblichen, möglicherweise absichtlich herbeigeführten Störungen des GPS-Signals (auf dem auch das Automatische Schiffsidentifizierungssystem (AIS) basiert) kommt, wird der Instandhaltung physischer Seezeichen heute wieder mehr Gewicht beigemessen.

Redakteurin Reise