Fabian Boerger
· 24.02.2026
Seit 1986 jagt die „Pollution Control" Umweltsünder aus der Luft. Zwei Dornier 228 starten dafür vom Marinefliegerstützpunkt Nordholz bei Cuxhaven. An Bord: Radar, hochauflösende Kameras sowie Infrarot- und Ultraviolettsensoren. Das System soll verhindern, dass Schiffe ihre Tanks illegal waschen oder Öl ablassen. Die luftgestützte Überwachung führen Havariekommando und Marineflieger der Deutschen Marine gemeinsam durch.
Von den 130 festgestellten Verschmutzungen lagen laut Havariekommando 51 in deutschen Gewässern – 39 in der Nordsee und zwölf in der Ostsee. Die restlichen Fälle verteilten sich auf niederländische, dänische und schwedische Gewässer. Dort patrouillieren die „Ölflieger" aufgrund zwischenstaatlicher Abkommen ebenfalls.
Bei 36 Fällen handelte es sich um Mineralöl. In 94 weiteren konnten die Substanzen nicht eindeutig identifiziert werden – oft Bohrwasser oder Rückstände aus Tankwaschungen, so das Havariekommando. Die Beweise gehen an die zuständigen Ermittlungsbehörden der jeweiligen Länder.
Die Besatzung flog 2025 insgesamt 472 Einsätze. Etwa alle elf bis zwölf Flugstunden entdeckte sie eine Verunreinigung. Zum Vergleich: 2023 schlug der Alarm noch alle 7,7 Stunden an. Insgesamt bleibe die Zahl der Verunreinigungen auf niedrigem Niveau, betont das Havariekommando. Die hohen Überwachungsaktivitäten sendeten ein starkes Signal an die Schifffahrt.

Redakteur News & Panorama