Das Ministerium in Schwerin hat den wochenlangen Stopp weiterer Rettungsversuche beendet und die private Bergung nun erlaubt. Die Initiatoren müssen allerdings die gesamte Verantwortung für den Einsatz im seichten Küstengewässer tragen. Der Plan ist den entkräfteten Wal mit Hebesäcken vorsichtig anzuheben und zwischen zwei Schwimmkörpern in die Nordsee zu verbringen.
Der Plan sieht vor, zunächst die Brustflossen des Buckelwals vom Schlick zu befreien. Anschließend sollen Hebekissen unter dem Rumpf des Wals platziert werden, um diesen anzuheben. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen zwei Pontons gesichert, soll der Wal dann aus der Bucht verholt werden. Fest steht: Die Lage bleibt kritisch, da Experten weiterhin vor den Belastungen für den Organismus warnen.
Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche, den Buckelwal durch Baggerarbeiten oder navigatorische Hilfe zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung zuletzt für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.
Neben der Lage vor Poel sorgt eine mutmaßliche Belugawalsichtung in der Flensburger Förde für Aufsehen. Nachdem der Weißwal vor Wochen in dänischen Gewässern mit Kurs auf Deutschland gesichtet wurde, steht ein gesicherter Nachweis im deutschen Revier noch aus. Solche Begegnungen in der Ostsee sind zwar selten, wurden aber in der Vergangenheit bereits vereinzelt gemeldet. Auch in den Niederlanden wurde Anfang des Jahres ein Belugawal gesichtet.

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