Walrettung vor PoelDie letzte Hoffnung für Buckelwal Timmi

David Ingelfinger

 · 16.04.2026

Walrettung vor Poel: Die letzte Hoffnung für Buckelwal TimmiFoto: dpa/picture alliance
Der gestrandete Buckelwal liegt in einer Bucht der Ostseeinsel Poel. Die Rettungsaktion soll bald beginnen.
Der erneute Bergungsversuch für Buckelwal Timmi vor Poel ist angelaufen. Seit Donnerstagmorgen bemüht sich die Initiative von Media-Markt Gründer Walter Gunz darum, das entkräftete Tier mit einem Hebekissen zu befreien. So soll das riskante Manöver gelingen.

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Das Ministerium in Schwerin hat den wochenlangen Stopp weiterer Rettungsversuche beendet und die private Bergung nun erlaubt. Die Initiatoren müssen allerdings die gesamte Verantwortung für den Einsatz im seichten Küstengewässer tragen. Der Plan ist den entkräfteten Wal mit Hebesäcken vorsichtig anzuheben und zwischen zwei Schwimmkörpern in die Nordsee zu verbringen.

Riskantes Ponton-Manöver

Der Plan sieht vor, zunächst die Brustflossen des Buckelwals vom Schlick zu befreien. Anschließend sollen Hebekissen unter dem Rumpf des Wals platziert werden, um diesen anzuheben. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen zwei Pontons gesichert, soll der Wal dann aus der Bucht verholt werden. Fest steht: Die Lage bleibt kritisch, da Experten weiterhin vor den Belastungen für den Organismus warnen.

Kursänderung im Ministerium

Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche, den Buckelwal durch Baggerarbeiten oder navigatorische Hilfe zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung zuletzt für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.

Buckelwal Timmi bekommt Gesellschaft

Neben der Lage vor Poel sorgt eine mutmaßliche Belugawalsichtung in der Flensburger Förde für Aufsehen. Nachdem der Weißwal vor Wochen in dänischen Gewässern mit Kurs auf Deutschland gesichtet wurde, steht ein gesicherter Nachweis im deutschen Revier noch aus. Solche Begegnungen in der Ostsee sind zwar selten, wurden aber in der Vergangenheit bereits vereinzelt gemeldet. Auch in den Niederlanden wurde Anfang des Jahres ein Belugawal gesichtet.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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