Die Übung "SeaSec Data 2 Sea" ist laut Bundeswehr keine klassische Militärübung, sondern eine "Industrie-Challenge" mit Fokus auf Datenaustausch. Die Marine arbeitet mit dem Rostock Institute for Ocean Technology (RIOT) und dem Seabed Security Experimentation Center (SeaSec) zusammen.
Partner aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark sind beteiligt. Ziel ist es, neue Ansätze für unbemannte maritime Systeme zu entwickeln – sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche. Die Systeme sollen künftig dabei helfen, Häfen, Datenkabel, Pipelines und Offshore-Plattformen besser zu überwachen und gegen Sabotage zu schützen.
Die Übungsgebiete liegen westlich und östlich des Warnemünder Fahrwassers. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gibt es keine Befahrensverbote. Sportboote dürfen die Gebiete passieren, Einschränkungen sind nicht geplant. Die WSV bittet jedoch um erhöhte Aufmerksamkeit.
Die genauen Koordinaten wurden in einer Bekanntmachung für Seefahrer veröffentlicht. Darin heißt es, dass “mit einer Vielzahl von Überwasser- und Unterwasserfahrzeugen zu rechnen ist, welche zum Teil autonom bzw. teilautonom agieren”. Zusätzlich werden mehrere Sicherheitsfahrzeuge vor Ort sein. Die Behörden bitten um erhöhte Aufmerksamkeit beim Befahren der Übungsgebiete.
Ein Sprecher der Deutschen Marine teilte auf Nachfrage mit:
“Die Skipper sollten wie üblich, die gängigen Kanäle schalten und auf die Informationen des WSV achten.”
Ziel der Tests ist die Verbesserung der Überwachung von Häfen und maritimer Infrastruktur wie Datenkabel, Pipelines und Offshore-Plattformen. Die unbemannten Systeme sollen Bedrohungen früher erkennen und die Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Einheiten verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration dieser Systeme in bestehende Strukturen – sowohl national als auch im Bündnis mit anderen Ländern. Der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Systemen und Akteuren steht dabei im Mittelpunkt. Ob die erprobten Konzepte unter realitätsnahen Bedingungen funktionieren, soll der Test vor Warnemünde zeigen.

Redakteur News & Panorama