WarnemündeMarine testet unbemannte Boote im April

Fabian Boerger

 · 14.04.2026

Warnemünde: Marine testet unbemannte Boote im AprilFoto: YACHT/Archiv
Die Übung vor Warnemünde soll helfen, Unterwasserinfrastruktur künftig besser zu schützen.
Vom 13. bis 24. April sind vor Warnemünde unbemannte Boote unterwegs – autonom über und unter Wasser. Die Marine testet neue Systeme zum Schutz von Unterwasserinfrastruktur. Sportboote dürfen die Gebiete passieren, sollten aber aufmerksam sein.

Die Übung "SeaSec Data 2 Sea" ist laut Bundeswehr keine klassische Militärübung, sondern eine "Industrie-Challenge" mit Fokus auf Datenaustausch. Die Marine arbeitet mit dem Rostock Institute for Ocean Technology (RIOT) und dem Seabed Security Experimentation Center (SeaSec) zusammen.

Partner aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark sind beteiligt. Ziel ist es, neue Ansätze für unbemannte maritime Systeme zu entwickeln – sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche. Die Systeme sollen künftig dabei helfen, Häfen, Datenkabel, Pipelines und Offshore-Plattformen besser zu überwachen und gegen Sabotage zu schützen.

Zwei Übungsgebiete vor Warnemünde

Die Übungsgebiete liegen westlich und östlich des Warnemünder Fahrwassers. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gibt es keine Befahrensverbote. Sportboote dürfen die Gebiete passieren, Einschränkungen sind nicht geplant. Die WSV bittet jedoch um erhöhte Aufmerksamkeit.

Die genauen Koordinaten wurden in einer Bekanntmachung für Seefahrer veröffentlicht. Darin heißt es, dass “mit einer Vielzahl von Überwasser- und Unterwasserfahrzeugen zu rechnen ist, welche zum Teil autonom bzw. teilautonom agieren”. Zusätzlich werden mehrere Sicherheitsfahrzeuge vor Ort sein. Die Behörden bitten um erhöhte Aufmerksamkeit beim Befahren der Übungsgebiete.

Ein Sprecher der Deutschen Marine teilte auf Nachfrage mit:

“Die Skipper sollten wie üblich, die gängigen Kanäle schalten und auf die Informationen des WSV achten.”

Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur im Fokus

Ziel der Tests ist die Verbesserung der Überwachung von Häfen und maritimer Infrastruktur wie Datenkabel, Pipelines und Offshore-Plattformen. Die unbemannten Systeme sollen Bedrohungen früher erkennen und die Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Einheiten verbessern.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration dieser Systeme in bestehende Strukturen – sowohl national als auch im Bündnis mit anderen Ländern. Der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Systemen und Akteuren steht dabei im Mittelpunkt. Ob die erprobten Konzepte unter realitätsnahen Bedingungen funktionieren, soll der Test vor Warnemünde zeigen.


Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

Meistgelesen in der Rubrik Reisen