Orkanböen erwartetSturmtief beschert Nord- und Ostsee unruhiges Wochenende

Ursula Meer

 · 21.10.2026

Orkanböen erwartet: Sturmtief beschert Nord- und Ostsee unruhiges WochenendeFoto: Screenshot Windy.com
Besonders auf See wird es in den nächsten Tagen ungemütlich. Aber auch an den Küsten und Binnenrevieren ist mit starken Sturmböen zu rechnen.
Über dem Atlantik verstärkt sich aktuell das Sturmtief „Austen“ in rascher Geschwindigkeit. Weitere kräftige Tiefs stehen in den Startlöchern und könnten am Wochenende Nord- und Ostseeküste treffen. Bootseigner sollten jetzt Festmacher, Persenninge und Lagerböcke kontrollieren. Geplante Überführungen und Krantermine sollten der Wetterlage entsprechend möglicherweise verschoben werden.

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Tief „Austen“ soll am Freitag, 23. Oktober, über die Britischen Inseln in Richtung Nordsee ziehen. Das britische Met Office erwartet eine rasche Verstärkung. Die genaue Zugbahn und die Lage des stärksten Windfelds sind noch unsicher.

Bereits am Wochenende, 24. und 25. Oktober, könnte ein weiteres Tief kräftigen Südwestwind an die niederländische und deutsche Nordseeküste bringen. Auch an der Ostsee werden starke Böen erwartet. Entscheidend bleiben die aktuellen örtlichen Warnungen.

Überführung und Krantermin rechtzeitig abstimmen

Ein vereinbarter Auskrantermin ist kein Grund, bei unsicheren Bedingungen abzulegen. Wer sein Motorboot noch zum Winterlager bringen muss, sollte je nach Lage und örtlichen Gegebenheiten frühzeitig mit Werft oder Kranbetrieb über eine Verschiebung sprechen.

Auch auf geschützten Gewässern können Sturmböen das Manövrieren erschweren. Vor einer Fahrt sind deshalb nicht nur die Bedingungen beim Ablegen zu prüfen, sondern auch die erwartete Entwicklung bis zur Ankunft. Binnenrouten schützen zwar vor hohem Seegang, nicht aber vor starken Böen oder Einschränkungen an Brücken und Schleusen.

Motorboote im Hafen sturmfest machen

Die Vorbereitung sollte bei Tageslicht und vor Beginn des Starkwinds erfolgen. Festmacher auf Verschleiß und Scheuerstellen prüfen, bei Bedarf doppeln und die Last auf mehrere geeignete Befestigungspunkte verteilen. Springs und passende Ruckdämpfer können Lastspitzen verringern. Für Wasserstandsschwankungen muss genügend Spielraum bleiben.

Fender gehören an die tatsächlich gefährdeten Kontaktstellen. Biminis, lose Hafenpersenninge und andere große Windangriffsflächen sollten abgebaut werden. Verbleibende Abdeckungen müssen fest sitzen. Lose Ausrüstung gehört unter Deck, Luken und Backskisten sind zu schließen.

Wer nicht selbst zum Boot kommen kann, sollte den Hafenmeister oder eine verlässliche Person um eine Kontrolle bitten.

Auch im Außenlager bleibt Sturm ein Risiko

An Land verdienen Lagerbock, Stützen und Untergrund besondere Aufmerksamkeit. Nach längerem Regen kann ein Bock auf unbefestigtem Boden einsinken. Zusätzliche Sicherungen gehören in die Hände des Lagerbetreibers oder fachkundiger Personen. Stützen und Auflagen dürfen Eigner nicht eigenmächtig verstellen.

Große Planen und hohe Planengestelle bieten dem Wind zusätzliche Angriffsfläche. Abdeckungen müssen straff und fachgerecht befestigt sein, ohne Stützen oder Unterleghölzer zu belasten oder aus ihrer Position ziehen zu können. Auch benachbarte Boote sollten bei der Kontrolle berücksichtigt werden.

Vor jeder Fahrt und jedem Kranmanöver sind die aktuellen Wetterwarnungen des DWD erneut zu prüfen. Die Prognosen können sich mit der weiteren Entwicklung der Tiefs ändern.

Steht Ihr Boot noch im Wasser oder im Außenlager? Welche Vorkehrungen treffen Sie vor dem angekündigten Starkwind? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.

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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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