Die erste Sturmflut an der Ostsee in dieser Herbstsaison hat am Wochenende des 17. und 18. Oktober 2026 für erhöhte Wasserstände gesorgt. Die Pegel blieben teilweise unter den vorhergesagten Werten. Die Leitstellen Nord, Mitte und Süd in Schleswig-Holstein meldeten keine Einsätze wegen des Hochwassers.
Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erreichte der Pegel in Lübeck-Travemünde 1,25 Meter über Normalhöhennull (NHN). In Flensburg wurden 1,12 Meter gemessen, in Kiel 1,08 Meter. Die Spitze lag am frühen Sonntagmorgen. Anschließend sanken die Wasserstände entlang der Ostseeküste wieder.
Auch aus Mecklenburg-Vorpommern wurden keine größeren Schäden gemeldet. In Greifswald wurde das Sperrwerk geschlossen. Rostock erreichte die Sturmflutmarke nicht.
Starker Wind kann große Wassermengen gegen die Küste drücken und dort aufstauen. Bei östlichen bis nordöstlichen Winden ist die südwestliche Ostseeküste besonders exponiert. Die örtliche Küstenform beeinflusst, wie hoch das Wasser steigt. In Buchten und Förden können höhere Wasserstände auftreten als an der offenen Küste.
An der Nordsee hatte der starke Ostwind den gegenteiligen Effekt: Dort lagen die Wasserstände niedrig. Am Sonntag kam es deshalb zu Problemen bei Fährverbindungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
An der Ostsee beginnt eine Sturmflut nach der amtlichen Einstufung des BSH bei einem Wasserstand von einem Meter über NHN. Ab 1,25 Metern gilt sie als mittlere Sturmflut, ab 1,50 Metern als schwere. Eine sehr schwere Sturmflut beginnt bei zwei Metern über NHN.
Wie unterschiedlich Häfen auf erheblich höhere Wasserstände reagieren können, zeigt die Schadensbilanz der Ostsee-Sturmflut von 2023 mit Beispielen aus den betroffenen Anlagen. Das damalige Ereignis war deutlich schwerer und ist von der aktuellen Herbstflut zu unterscheiden.
Für die weitere Törnplanung liefern die aktuellen Sturmflutwarnungen des BSH die maßgeblichen amtlichen Informationen.
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