Charter-JournalSüdengland ‒ Schöner Schleusen

Gerald Penzl

 · 19.10.2022

Charter-Journal: Südengland ‒ Schöner SchleusenFoto: Gerald Penzl

Mit dem Narrowboat vom südenglischen Bradford-on-Avon über den Kennet & Avon Canal Richtung Atlantik. Highlights sind neben vielen handbetriebenen Schleusen das viktorianische Bath und die Seefahrtsmetropole Bristol

“Fourty minutes“, schätzt der Taxifahrer für die Fahrt vom Flughafen Bristol nach Bradford-on-Avon. Die Strecke führt über kleine, kurvenreiche Straßen. Die Landschaft ist grün und von sanften Hügeln durchwirkt. Damit wird klar, dass unser Narrowboat-Törn hier im Südwesten Englands kein Sonntagsvergnügen für Schleusenmuffel ist. Zumal die Schleusen – oder wie die Briten sagen: locks – alle aus den Gründerzeiten des englischen Kanalbaus stammen und in Eigenregie von Hand bedient werden. Angekommen, zahlen wir für den Transfer 65 Pfund. Dafür bringt uns der Fahrer nicht nur das Gepäck ans Boot, sondern fährt uns noch zum nächsten Supermarkt.

Verlagssonderveröffentlichung

„The boat ist ready“, empfängt uns Tim bei der Rückkehr. Und fragt, ob wir auf dem Törn nur Natur genießen wollten oder auch an Kunst und Kultur Interesse hätten. Wir entscheiden uns für Letzteres. „Gute Wahl“, schmunzelt der Basisleiter. „Dann fahrt den Kennet and Avon Canal Richtung Bristol. Das sind zwar ein paar Meilen mehr als in die Gegenrichtung. Dafür aber rund 60 Schleusen weniger.“ Das Briefing fürs Boot ist schnell erledigt. Unser schwimmendes Wohnmobil ist ein einfach zu bedienendes, knapp 16 Meter langes und rund zwei Meter breites Narrowboat. Das gute Stück sieht aus – Pardon, liebe Briten, nicht böse gemeint –, als hätte man einen betagten Eisenbahnwaggon bunt angemalt, die Radsätze entfernt und unten abgedichtet. Gangboards, Fenderleisten oder Bugstrahlruder gibt es nicht. „Keine Sorge“, versichert Tim, „damit hatte noch keiner Probleme.“ Sagt’s und wünscht uns gute Fahrt.

Am Ufer unter grünem Blätterdach reihen sich die Boote ohne Ende aneinander

Das mittelalterliche Bradford-on-Avon mit seinen honigfarbenen Sandsteinhäuschen liegt achteraus. Ich stehe in der Plicht, Pinne in der Hand, und tuckere mit (per Navi-App gemessenen) drei Meilen pro Stunden dahin. Am Ufer, unter dem grünen Blätterdach hoher Erlen und Eschen, reihen sich die Boote ohne Ende aneinander. Einige sind abenteuerlichste Eigenkonstruktionen, andere wiederum schicke Stahlverdränger niederländischer Herkunft, das Gros aber hübsch aufgebrezelte Narrowboats mit oder ohne Gemüsegarten auf dem Dach. Auf der 1810 eröffneten Wasserstraße ist der schwimmende Untersatz Wohnzimmer, Gesellschaftsraum und Pub in einem. Grillwölkchen kringeln sich, Bier fließt, kurzum, es ist Wochenende. Was liegt da näher, als an diesem geschichtsträchtigen Kanal die goldenen Zeiten der viktorianischen Picknick-Kultur hochleben zu lassen? Wir fahren bis zum Dundas-Aquädukt, das uns Tim als Übernachtungsplatz empfohlen hat.

Punkt sieben Uhr reißt mich der Zug von Bristol nach Southampton aus dem Schlaf. Rund zwölf Meter unter dem 200 Jahre alten Aquädukt donnert das einstige Totenglöckchen der britischen Kanalschifffahrt mit einer irren Geschwindigkeit durch das idyllische Tal des Avon. Wer früher mit dem Narrowboat Kohle aus den Bristol in die energiehungrige Hauptstadt London transportierte, brauchte dazu im Schnitt fünf Tage. Heute legt der Schnellzug die 190 Kilometer lange Strecke in 69 Minuten zurück. Aber Narrowboating ist schon lange keine Frage der Zeit mehr, sondern einfach nur Kult. In diesem Sinne koche ich mir in aller Seelenruhe erst einmal einen Kaffee.

Auf dem Wasser über das Wasser Das Dundas Aquädukt nach Bath:

Reise der kleinen Schritte: Mehr als 100 Abstiegsbauwerke warten im gesamten Kanalverlauf auf die Bootsfahrer

Während der Gasherd faucht, passieren die ersten Paddler das Aquädukt. In dem Boot hinter mir, kurz vor der Mündung des kleinen Somerset Coal Canal in den Kennet & Avon Canal, versorgt eine ältere Lady im Laura-Ashley-Kleid ihre Bordkatzen. Die ältere ihrer Gefährtinnen, so erzählt sie, heiße Elizabeth I, die jüngere, wie könnte es anders sein, Elizabeth II.

Narrowboating ist schon lange keine Frage der Zeit mehr

13 Uhr: Nach Frühstück und Small Talk mit den Nachbarcrews sind wir wieder unterwegs. Zwei Liliput-Drehbrücken und einen kühlen Cider später (den wir uns im Biergarten des George Inn gönnen, einem ehemaligen Kloster) haben wir die oberste und damit die erste von insgesamt sechs Schleusen in Bath erreicht. Der Blick auf die Bilderbuchstadt, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, mit ihren georgianischen Wohnpalästen und ihren römischen Thermen ist leider hier von Bäumen verstellt. Wir arbeiten uns Schleuse für Schleuse talwärts, bis uns nach eineinhalb Stunden und rund 20 Meter tiefer das letzte Tor auf den River Avon entlässt.

Wir machen einen kleinen Abstecher flussaufwärts Richtung Altstadt bis zur Bath Abbey. Ein paar Zündtakte hinter dem gotischen Gotteshaus, in dem 973 Englands erster König gekrönt wurde, drehen wir vor dem Pulteney-Wehr, werfen noch einen Blick auf das benachbarte Empire Hotel – vor 100 Jahren so etwas wie das Adlon von Bath – und machen gut eine halbe Meile flussabwärts einen Steinwurf hinter der Churchill Bridge fest.

Keine andere englische Stadt sonnt sich im Glanz spektakulärerer Kultur- und Architekturattraktionen wie dieses einstige Heiligtum der Kelten-Göttin Sulis, dessen heiße Mineralquellen auch die Römer schätzten, bis ihr Imperium zerfiel.

Impressionen von der Fahrt mit einem Narrowboat:

Ganz gemächlich unterwegs auf dem River Avon bei Hanham Lock

Bath versank im Dornröschenschlaf, um erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch Königin Anne Stuart wieder wachgeküsst zu werden. Inwieweit die Heilquellen damals ihre Gicht zu lindern vermochten, mögen die Bademeister wissen, jedenfalls katapultierten die Besuche der Queen das kleine 3000-Einwohner-Städtchen im Handumdrehen an die Spitze der Kurorte der britischen High Society. Wie Pilze schossen bald die Prunk- und Prachtbauten aus dem Boden. Federführend waren der Architekt John Wood und sein gleichnamiger Sohn. Ihre bogenförmig angeordneten Luxusimmobilien waren hoch begehrt. Wer es sich leisten konnten, wohnte und kurte in Bath, verlustierte sich beim Kartenspiel, traf sich zum Tête-à-Tête oder schwang das Tanzbein. Moralische Fehltritte und ihre Folgen waren eingepreist. Und so hält sich bis heute das (wohl mehr als böse) Gerücht, die Schwangerschaft von Königin Mary II. hätte weniger mit der Heilkraft der Quellen als mit der Mannbarkeit ihres Kurschattens zu tun gehabt.

Aber Bath war nicht nur das Mekka des Geld- und Hochadels. Zu den Stammgästen zählte auch ein gewisser Admiral Lord Nelson. Der Garant für die uneingeschränkte Herrschaft der Royal Navy über die Weltmeere kurierte hier seine zahlreichen Seeschlacht-Blessuren. Der Überlieferung nach logierte er in einem Gästezimmer des heutigen Pub Crystal Palace. Wir nehmen zuerst die Ausgrabungen der römischen Bäder in Augenschein und widmen uns dann dem Pub. Auf die Empfehlung des Kellners hin ordern wir Shepherd’s Pie, den traditionellen Auflauf mit Lammhack, Kartoffeln und Gemüse. „Cold or warm?“ Der Kellner scheint mir das Entsetzen von der Nasenspitze abzulesen. Warmes Bier? „Try it“, empfiehlt er und zaubert eine zimmertemperierte Flasche auf den Tisch. In der Tat, nur ungekühlt können sich unsere Geschmacksnerven an den köstlichen Kaffee- und Schokoladenaromen des tiefdunklen Craft-Gebräus erfreuen.

Schließlich ist Höflichkeit hier so selbstverständlich wie das Teetrinken

Dienstagmorgen: Wir gönnen uns ein Ticket für das Thermae Bath Spa, genießen den Blick vom Dachpool der Wellnessanlage und füllen anschließend den Kühlschrank unserer Kombüse mit schottischem Lachs und noblesse oblige französischem Champagner. Gegen 13 Uhr heißt es „Leinen los“. Gemütlich schieben wir uns im Spaziertempo an Wiesen und beschaulichen Auen vorbei. Boote sind kaum noch unterwegs, die Ufer gehören Fischreihern, Schwänen und Enten. Ab und an lugt ein Dorf aus dem Grün, gelegentlich kommen uns Kanuten oder Stand-up-Paddler entgegen.

Drei Schleusen weiter tischt der Pub The Jolly Sailor regionale Küche und – das Ex-Empire lässt grüßen – indische Currys auf. Der rustikale Bruchsteinbau mit seinem Biergarten direkt an der Schleuse von Salford ist rund 300 Jahre alt. In der Kammer liegt bereits ein Narrowboat. Es gehört Mr. und Mrs. Smith. Sie kommen aus Birmingham und sind wie jeden Sommer über Monate mit ihrem blau lackierten Traditionsbekenntnis unterwegs. Natürlich warten sie, bis auch wir eingelaufen sind. Schließlich ist Höflichkeit in Great Britain ebenso selbstverständlich wie das Teetrinken.

Hanham Look: Es ist kurz nach 19 Uhr. Die Liegeplätze rund um die Schleuse und das gleichnamige Wehr sind bereits belegt. Sollen wir weiterfahren und auf dem Weg nach Bristol am Flussufer übernachten? Was auf dem bisherigen Törnverlauf gang und gäbe gewesen wäre, ist jetzt keine Option mehr: Denn erstens gibt es auf der nun folgenden sechs Kilometer langen Strecke keine Anleger. Und zweitens ist der Unterlauf des River Avon gezeitenabhängig. Also müssen wir die Schleuse Netham anrufen und die aktuellen Wasserstände sowie die Liegeplatzsituation im Bristoler Stadthafen erfragen. Ich greife also zum Handy und habe nach einer Rufweiterschaltung den lock keeper auch bald an der Strippe, sodass ich ihm unsere Situation schildern kann. „No problem“, lautet die Antwort. „Ihr bleibt einfach heute, wo ihr seid, und fahrt dann morgen Punkt sieben Uhr in Richtung Bristol los.“

Highlights aus Südengland in Bildern:

Startpunkt unseres Törns ist Bradford-on-Avon mit seinem historischen Stadtkern

So wird es gemacht – bei äußerst bescheidenem Wetter: It’s raining cats and dogs, sagt man hier, wenn Petrus den Himmel ausschüttet. Denn wie es der Zufall will, hat der himmlische Türschließer heute nicht seinen besten Tag. Es regnet bei unserer Einfahrt in die Netham-Schleuse kräftig. Ich spurte zum Schleusenwärterhäuschen, der Mann erinnert sich auch sofort an unser gestriges Telefonat, erkundigt sich nach der Länge unseres Bootes und stellt mir dann 37,15 Pfund harbour charges, also Hafengebühren, in Rechnung, Versicherung inklusive. Zurück an Bord, geht es mit dem Regenschirm in der rechten und der Pinne in der linken Hand weiter auf dem Wasser in Richtung Zentrum. Spektakuläres präsentiert die mit einem Baedecker-Sternchen gelobte Stadt, die knapp eine halbe Million Einwohner zählt, vorerst nicht.

Das ändert sich mit der Passage der Temple Bridge. Statt schlichter Vorort-Quartiere schießen jetzt schicke Backstein-Apartments aus dem Boden. Wohnen und Arbeiten am Wasser, ein Hauch von Hamburgs HafenCity liegt über den Quays. Dann rückt die Prince Street Bridge ins Bild. Der Zugang ins Innerste des Floating Harbour ist allerdings gerade out of order, die gut 140 Jahre alte Drehbrücke wird gerade repariert. Wir fürchten bereits, dass nun für uns die Endstation erreicht ist. Doch laut unserem Basisleiter Tim müsste die Durchfahrtshöhe auch im geschlossenen Zustand für uns ausreichen. Also Kopf einziehen und ... Tatsächlich passieren wir die eisernen, denkmalgeschützten Träger der Brücke ohne Wenn und Aber.

Mit einem Schlag verwandelt die Zeitmaschine das Hier und Jetzt in einen Mix aus Gestern und Morgen

Rechts und links der Waterfront pulsiert das Leben, geben sich Studierende, Künstler und Kreative die Klinken in die Hand. Der Hafen selbst ist eine Blaupause seiner Geschichte. Backbord gleich hinter der Prince Street Bridge liegt der 1947 auf Kiel gelegte Fahrgastdampfer „Balmoral“, es folgen historische Kräne, fauchende Dampfloks und der Fairbairn Steam Crane. Dieser dampfgetriebene Herkules wurde Mitte der 1880er bei Stothert & Pitt in Bath gebaut und konnte, man höre und staune, mehr als 35 Tonnen heben. Karriere hat der Kraftprotz nicht gemacht. Es kostete Zeit und reichlich Kohle, bis er seine Muskeln spielen ließ. Damit war das Schicksal des Goliaths besiegelt. Wie die Narrowboats fiel er dem technischen Fortschritt zum Opfer. Bereits nach wenigen Jahren schickten ihn seine elektrisch angetriebenen Artgenossen in Rente.

Kräne, Dampfschiffe oder der Nachbau der „The Matthew“, mit deren Vorbild einst Siedler in die Neue Welt segelten: Wir sind schon begeistert, doch dann stehen wir vor dem absoluten Star des Floating Harbour, der SS „Great Britain“. Das 1843 in Bristol vom Stapel gelaufene Schiff war, anders kann man es nicht sagen, zu seiner Zeit eine technische Revolution. Entgegen allem, was die Schiffsbauingenieure damals erdachten, hatte der 98 Meter lange und 3670 Tonnen Passagier-Liner nicht nur Eisenrumpf und wasserdichte Schotts, sondern statt der damals üblichen, aber bei höherem Seegang ineffizienten seitlichen Schaufelräder eine Schiffsschraube am Heck.

Eine Meisterleistung der Ingenieurskunst jagt die nächste am Ende unseres Törns. Morgen könnten wir uns noch die Clifton Supension Bridge vornehmen. Die 1864 fertiggestellte Kettenbrücke quer über den Avon gilt als stolzes Wahrzeichen Bristols. Bevor es jedoch zur letzten Nacht zurück an Bord unseres Narrowboats geht, erhält die Braukunst noch einmal den Vorzug vor der Baukunst: Es verschlägt uns in den Llandoger Trow. Und auch der 1664 eröffnete Pub in der King Street ist beileibe nicht ohne. Der Überlieferung nach hausen hier gleich fünfzehn (!) Geister.

Daneben soll die Kneipe außerdem die literarische Wiege der weltbekannten Erzählungen „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe und Robert Louis Stevensons „Schatzinsel“ gewesen sein. Vielleicht haben die Autoren ja das ausgeschenkte Bier als Schmierstoff für ihre Fantasie genutzt: Adnams Southwold Ghost Ship. Das wollen wir auch probieren. Schließlich sollen auch am letzten Abend noch ein paar Logbuchzeilen zu Papier gebracht werden. Mal schauen, was einem der Geisterschiff-Trunk dann in die Feder diktiert...

| Karte: BOOTE
| Karte: BOOTE

Die Top 3 im Revier

1 Bath: antike Römerbäder, viktorianischer Hochadel und georgianische Prachtarchitektur machen das UNESCO-Weltkulturerbe zum absoluten „must see“ (www.visitbath.co.uk)

2 Bristol: Seine stolze Seefahrtgeschichte reicht weit über den Hafen hinaus. Dazu gesellt sich eine quicklebendige Street-Art-, Musik- und Kneipenszene (www.visitbristol.co.uk)

3 Dundas-Aquädukt: Auf einer Kanalbrücke ein anderes Gewässer zu überqueren passiert nicht jeden Tag – und dazu auf einem historischen Bauwerk. Ein besonderes Erlebnis

| Karte: Christian Tiedt
| Karte: Christian Tiedt

Törnetappen

S Bradford-on-Avon Marina – Dundas-Aquädukt: 7,5 km

  1. Dundas-Aquädukt – Bath (Bottom Lock): ca. 9,0 km
  2. Bath (Bottom Lock) – Bath Anleger (Empire Hotel): ca. 1,5 km
  3. Bath Anleger – Hanham Lock: ca. 15,5 km
  4. Hanham Lock – Netham Lock: 6,0 km
  5. Netham Lock – Bristol Stadthafen: 4,5 km

Z Bristol Stadthafen Gesamtstrecke: ca. 44 km

Literatur

Heron Maps: „Kennet & Avon Canal and River Avon“ (englischsprachig). Karte der gesamten Wasserstraße von Bristol über Bradford-on-Avon bis Reading im Maßstab 1.50.000. Dazu 7 Stadtpläne im Maßstab 1.12.500, nautische Tipps, touristische Adressen sowie historische Kurzinfos. Heron Maps Verlag, 3. Auflage 2022; 5,99 Pfund Sterling.

Canal Companion: „Kennet & Avon, River Thames. Oxford , Reading, Brentford“ (englischsprachig). Detaillierte Informationen und Karten für die Binnenwasserwege von Bristol nach Reading und von dort weiter via Themse nach Brentfort (bei London) bzw. Oxford. Pearson & Son, 3. Auflage 2021, 96 S.; 11,95 Pfund Sterling.

UNSER BOOT: Fair Winds Typ P4, Baujahr 2019, Länge: 15,8 m, Breite 2,1 m, Tiefgang: 0,6 m, Motorisierung 44 PS, Kraftstofftank: 280 l, Wassertank: 400 l. Ausstattung: Heizung, Küche mit Gasherd und Backofen, Kühlschrank mit Gefrierfach, 2 Kabinen mit Doppelkojen, zur Koje wandelbare Sitzgruppe im Vorschiff, 1 Nasszelle (Pump-WC, Dusche). Wochenpreise: ab 1482 Euro.

CHARTERN: Zu den Schwerpunkten von Fair Winds Yacht Charter Hamburg zählen Narrowboat-Törns in Großbritannien. Die entsprechenden Boote sind zwischen 14,3 m (47 ft) und 21,3 m (70 ft) lang, haben ein bis vier Kabinen und sind führerscheinfrei zu fahren. Ausgangspunkt der Törns sind neun Stützpunkte mit jeweils drei bis vier Routen. Die Routenlänge variiert zwischen ca. 70 km und ca. 310 km, die Zahl der Schleusen zwischen 6 und 190. Die Küchen der Boote sind voll ausgestattet, Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung sowie eine kombinierte Kasko-/Haftpflichtversicherung sind im Preis inbegriffen. Tel. 040 639 77 995, www.fairwindsyachtcharter.de

Nautische Informationen

DAS REVIER 1810 wurde der 92 km lange Kennet & Avon Canal zwischen Bath und Newbury als Teil der 140 km langen schiffbaren Verbindung (105 Schleusen) vom Seehafen Bristol zur Themse eröffnet. Wirtschaftlich gelohnt hat sich das Projekt nicht. Die Eisenbahn machte die Wasserstraße schnell unrentabel. Mitte der 1950er sollte der Kanal geschlossen werden. Doch es kam anders. Initiativen zu seiner Renovierung wurden ins Leben gerufen, sodass die historische Wasserstraße nach jahrzehntelangen Sanierungsarbeiten am 8. August 1990 von Königin Elisabeth II. ihrer heutigen Bestimmung als Freizeitgewässer übergeben wurden. Der Wasserstand des River Avon wird talwärts der Hanham Schleuse von den Gezeiten beeinflusst, der Hafen und seine Zufahrt in Bristol sind zwischen der Netham-Schleuse im Osten und dem Cumberland Becken im Westen der Stadt tidefrei, in Avonmouth, dem heutigen Port of Bristol an der Mündung des Avon in den Bristol Channel, nimmt der Tidenhub problemlos zweistellige Werte an.

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