Der erste Vorfall ereignete sich vor wenigen Tagen in den USA, genauer im US-Bundesstaat Maryland. Dort war ein Motorboot plötzlich führerlos geworden, nachdem dessen Fahrer offenbar zuvor über Bord gegangen war. Eine für diesen Fall ausgelegte automatische Sicherheits-Stoppvorrichtung für die Motoren gab es augenscheinlich nicht. Das Boot zog mit beachtlichem Speed Kreise in Ufernähe. Ein Team der US Coastguard nahm die Verfolgung auf und jagte ihm minutenlang hinterher.
Mit einiger Geduld und großem Können gelang es dem Steuermann des Küstenwache-Bootes schließlich, parallel an das unbemannte Boot heran zu manövrieren. Ein weiteres Besatzungsmitglied stieg mutig über und bremste das Boot dann ab. Es grenzt beinahe an ein Wunder, dass bei dem Vorfall niemand zu Schaden gekommen ist. Die gesamte brisante Situation ist in einem YouTube-Video zu sehen.
Ebenfalls glimpflich ging ein ähnlicher Vorfall in Kroatien aus, und zwar in der Nähe von Split im Hafen von Giričić. Dort hielt eine Überwachungskamera eine Szene fest, die jedem Skipper den Atem stocken lässt. Wie verschiedene kroatische Medien berichten, wollte eine Chartercrew offenbar den Tanksteg der Marina ansteuern.
Der tschechische Skipper Vladimír Lambl schilderte gegenüber Morski.hr den Hergang: Bei der Annäherung an die Tankstelle habe er den Motor erst in Leerlauf und dann in den Rückwärtsgang gekuppelt. Doch statt auf diese Weise das Schiff abzubremsen, sei das Getriebe wohl im Vorwärtsgang hängen geblieben und der Motor habe Vollgas voraus gegeben. Gang- und Gashebel hätten nicht mehr reagiert.
Die Salona 46 sei binnen Sekunden außer Kontrolle geraten. In dem engen Hafenfahrwasser musste Lambl blitzschnell handeln. Im Video ist zu sehen, wie er die Yacht, die auf einen voll belegten Steg zu rast, im letzten Moment scharf nach Backbord steuert. Auf diese Weise gelingt es ihm, mit dem Ruderblatt in eine Muringleine eines am Steg vertäuten Bootes einzufädeln.
Dank dieses gewagten Manövers bremst die Salona abrupt ab. Die Crew kommt mit dem Schrecken davon, und auch die Schäden an der Yacht halten sich offenbar in Grenzen. Den Berichten zufolge wurde lediglich das Ruderblatt der Salona beschädigt und der Kiel habe einige Kratzer abbekommen. An dem am Steg vertäuten Boot seien lediglich dessen Festmacherleinen gerissen.
Wäre das Mänöver nicht erfolgreich gewesen und die Salona mit voller Fahrt auf den Steg und die anderen Yachten geprallt, wären die Schäden vermutlich beträchtlich ausgefallen.

Textchef YACHT
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.