Unwetter in Kroatien: Mehrere Boote stranden in beliebter Bucht auf Unije
Unije gehört zum Inselgebiet rund um Lošinj im Kvarner und gilt als beliebtes Ausflugsziel für Bootsfahrer und Chartercrews. In der Nacht zum 19. Juli wurde die Potkujni-Bucht zur Havarierzone. Nach Augenzeugenberichten zog gegen 3:45 Uhr eine Nevera aus Nordwest über die Bucht, die Böen von bis zu 60 Knoten mitbrachte. Innerhalb weniger Minuten rissen demnach Bojen aus dem Ankergrund. Mindestens ein Katamaran und ein weiteres Boot gerieten auf Felsen. Wie viele Fahrzeuge insgesamt beschädigt wurden, ist nach aktuellem Stand noch nicht amtlich bestätigt.
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Die Nevera ist ein thermisch ausgelöster Gewitterwirbelsturm, der an der kroatischen Adria vor allem in den Sommermonaten auftritt. Sie setzt schlagartig aus westlicher Richtung ein, ist lokal kaum vorhersagbar und kann innerhalb kürzester Zeit Orkanstärke erreichen. Besonders heimtückisch ist, dass sie sich in Standardwettermodellen oft nur unzuverlässig ankündigt. Wer schläft, hat keine Chance zu reagieren – schon gar nicht, wenn Bojen oder Anker bei den ersten Böen versagen.
Dass solche Szenarien in der Region auch für motorisierte Crews zur Überlebensfrage werden können, zeigt ein früherer Bootsunfall zwischen den Inseln Pag und Rab, bei dem vier deutsche Urlauber nach einem Sturm und Motorversagen in lebensgefährliche Not gerieten.
Unabhängig von den Ereignissen auf Unije geriet südlich von Kap Kamenjak eine Segelyacht mit österreichischer Besatzung in Seenot. Das Boot erlitt nach vorliegenden Berichten Schiffbruch. Drei Personen wechselten auf eine Rettungsinsel und wurden anschließend geborgen. Ob der Vorfall in direktem Zusammenhang mit dem Sturmsystem der Nacht steht, ist noch nicht offiziell bestätigt.
An Land richtete das Unwetter rund um Lošinj und Nerezine erhebliche Schäden an. Campingplätze wurden verwüstet, Bäume entwurzelt. Zur genauen Zahl der Verletzten an Land liegen noch keine abschließenden amtlichen Angaben vor. Bestätigte Todesopfer gab es nach bisherigem Stand nicht.
Die Potkujni-Bucht ist kein Einzelfall. Beliebte Ankerbuchten im kroatischen Inselgebiet bieten bei einer Nevera aus westlicher Richtung oft wenig Schutz. Wenn Böen auflandige Richtungen annehmen und dabei Bojen oder Anker versagen, verwandelt sich selbst eine vermeintlich ruhige Bucht innerhalb von Minuten zur Falle. Für die laufende Sommersaison gilt: Die Wetterlage in der Kvarner Bucht sollte auch bei stabilen Hochdrucklagen täglich neu bewertet werden. Eine Ankerwache oder zumindest ein Windalarmsystem an Bord kann im Ernstfall entscheidend sein.
Habt ihr in dieser Nacht im Kvarner auf dem Wasser gelegen oder die Schäden vor Ort gesehen? Berichtet in den Kommentaren – eure Erfahrungen helfen anderen Bootsfahrern.

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