Für Motorbootfahrer ist diese Einordnung wichtig: In vielen Revieren sind bei raueren Bedingungen und auf längeren Schlägen häufig mehr Segelboote als Motorboote unterwegs – sie können auch bei Wind und Welle weiterfahren, während viele Motorboote dann im Hafen bleiben oder kürzere Strecken wählen. Das erklärt mit, warum sich ein großer Teil der Wassersport-Einsätze auf Segler verteilt. Trotzdem zeigen die Ursachen sehr klar, wo auch Motorbootfahrer besonders verwundbar sind: Technik, Manöverfehler und Grundkontakt.
(Die DGzRS führt die Ursachen für den gesamten Wassersport – inklusive Surfen, Kitesurfen und Trendsport – sowie separat für Segelfahrzeuge.)
| Einsatzursache | Gesamt | Segler |
| 🌬️ Abgetrieben | 69 | 6 |
| 🪨 Auf Grund gelaufen | 223 | 220 |
| 🔥 Brand an Bord | 7 | 7 |
| ⛽ Brennstoffmangel | 8 | 7 |
| 🔌 Elektrikprobleme | 7 | 3 |
| 🌊 Gekentert | 34 | 26 |
| ⚙️ Getriebeschaden | 3 | 3 |
| 💥 Kollision | 1 | 1 |
| 🧵 Leine/Netz im Propeller | 26 | 26 |
| 🪵 Mastbruch | 20 | 19 |
| 🛠️ Motorprobleme | 309 | 299 |
| 🧭 Orientierungslos | 12 | 11 |
| 🚨 Person über Bord | 11 | 7 |
| 🌀 Propeller verloren | 6 | 6 |
| 🛟 Ruderschaden | 30 | 30 |
| 💧 Wassereinbruch | 21 | 19 |
Da die Tabelle Segelfahrzeuge separat ausweist, können die Einsatzzahlen für weitere Fahrzeuge leicht ermittelt werden. Was dabei positiv auffällt: Gerade bei den Einsätzen wegen Motorproblemen gibt es keine Signifikante Häufung bei Motorbootfahrern. Offenbar pflegen sie ihren Primärantrieb deutlich besser als die Segler ihren Jockel. Auffallend hoch sind dagegen die Gesamtzahlen abgetriebener Boote im Vergleich zu Segelyachten. Das liegt jedoch vermutlich an Angelbooten, deren Crews die See unterschätzen. Mit 15 PS-Führerscheinfrei lässt es sich sehr weit hinausfahren. Kommen dann jedoch Wind und Welle auf oder wird die Reichweite falsch berechnet, ist für die Heimkehr manchmal Hilfe nötig. Die Statistik weist diesen Grund allerdings nicht gesondert aus.
Über alle Einsatzarten hinweg halfen die Seenotretter 2025 3.389 Menschen (Vorjahr: 2.967). 135 Personen wurden aus Seenot gerettet, 327 weitere aus Gefahr befreit. Der leichte Rückgang der Einsätze gegenüber dem Vorjahr (1.723 statt 1.775) liegt laut DGzRS vor allem an weniger Einsatzanläufen ohne tatsächliches Eingreifen. Die Zahl der Menschen, denen geholfen wurde, stieg dagegen deutlich.
Die Einsätze betreffen nicht nur Freizeitboote: Die DGzRS unterstützte 2025 auch Fischereifahrzeuge, Handelsschiffe sowie Passagiere von Fähren und Fahrgastschiffen.
Ab 2026 übernimmt Fernsehmoderatorin und Sportjournalistin Laura Wontorra das Ehrenamt als DGzRS-Botschafterin. Sie will die Bedeutung der Seenotretter stärker ins Bewusstsein rücken, auch, weil die DGzRS nach eigenen Angaben ausschließlich über Spenden finanziert wird und keine staatlich-öffentlichen Mittel beansprucht. Autor Klaus-Peter Wolf bleibt der Organisation als Botschafter erhalten.
Die DGzRS modernisiert ihre Flotte laufend. Rettungseinheiten seien im Schnitt rund 30 Jahre im harten Einsatz, entsprechend werden ältere Seenotrettungskreuzer und -boote fortlaufend ersetzt.
2025 gingen zwei neue Seenotrettungsboote in Dienst: Auf den Stationen Zinnowitz (Usedom) und Zingst wurden Einheiten der neuen 8,4-Meter-Klasse getauft. Spezialtrailer und Traktor sind dort nötig, weil die Boote in zwei Revieren eingesetzt werden – auf der Ostsee sowie in rückwärtigen Gewässern.
Im Bau ist zudem der Prototyp eines neuen Seenotrettungsbootes (rund 12,75 Meter), der auf mehreren Stationen erprobt werden soll. Außerdem steht die Auftragsvergabe für einen neuen Seenotrettungskreuzer-Typ mit Tochterboot kurz bevor.