Geheimagenten-Rätsel auf dem Lago MaggioreSkipper zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

BOOTE

 · 14.06.2024

Mit diesem Hausboot seien die Geheimagenten auf dem Lago Maggiore bei schlechtem Wetter unterwegs gewesen
Foto: picture alliance / ROPI/VVFF
Unglück aufgrund eines Wetterereignisses? Auf dem Lago Maggiore in Italien kenterte am 29. Mai vergangenen Jahres ein Hausboot. Vier Passagiere sind dabei ums Leben gekommen, darunter drei Geheimagenten. Jetzt wurde ein Urteil gesprochen

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Der Skipper Claudio Carminati des am 29. Mai 2023 im Lago Maggiore gesunkenen Bootes, hat eine Strafe von vier Jahren Gefängnis ausgehandelt. Zu dieser Entscheidung kam es durch eine Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Das meldete das italienische Medium ilmessaggero.it.

Das Unglück forderte vier Todesopfer: Anya Bozhkova (50) mit russischer Herkunft und Ehefrau von Claudio Carminati. Die anderen Opfer sind Claudio Alonzi (62), Tiziana Barnobi (53) und Shimoni Erez (54) aus Israel. Alonzi und Barnobi gehörten dem italienischen Geheimdienst an, während Erez dem Mossad angehörte.

Was geschah auf dem Lago Maggiore?

Das gesunkene Boot „Gooduria” war gegen 17 Uhr an jenem verhängnisvollen Sonntag vom Bootsbaubetrieb in Lisanza, einem Ortsteil von Sesto Calende, ausgelaufen. Das Boot wurde innerhalb weniger Augenblicke von Wind und Regen erfasst und sank in einer Tiefe von 16 Metern. An Bord befanden sich 21 Personen - vier verloren ihr Leben, während die anderen sich schwimmend ans Ufer retten konnten. Das Unglück wurde auf einen „Downburst“, ein gewaltsames und unvorhersehbares Wetterereignis, zurückgeführt, das besonders gefährlich auf dem See ist.

Aussagen des Skippers

Claudio Carminati gab in seinen Aussagen an, nicht gewusst zu haben, dass die Passagiere an Bord italienische und israelische Geheimdienstagenten waren. Für ihn handelte es sich um einen normalen Ausflug auf dem Lago Maggiore. Carminati zeigte tiefe Reue: “Ich hätte an ihrer Stelle sterben sollen.”

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Die Strafe, die im Rahmen des Vergleichs um ein Drittel reduziert wurde, stellt den Abschluss (aus rechtlicher Sicht) einer Tragödie dar, die Carminatis Leben tief geprägt hat. Nachdem er Haus und Arbeit verloren hatte, wurde der Skipper finanziell und logistisch von Freunden unterstützt und lebt derzeit auf einem Campingplatz am Fluss Ticino.

Warum waren Geheimagenten an Bord?

Einen bitteren Beigeschmack gibt es bei den offiziellen Äußerungen zu dem Vorfall: Während die italienische Regierung den Familien der verstorbenen Agenten ihr Beileid aussprach, gab es keine klaren Erklärungen zu der ungewöhnlich großen Personenzahl an Bord des Bootes an jenem Tag.

Erst kürzlich wurde die erste offizielle Version der Ereignisse veröffentlicht. Diese bestätigt, dass die Agenten nicht aus Vergnügen auf dem See unterwegs waren, sondern im Rahmen einer operativen Mission, die sie mit ausländischen Geheimdiensten durchführten. Die genauen Hintergründe und Ziele dieser Mission bleiben jedoch nach wie vor im Dunkeln, und die Frage nach dem eigentlichen Zweck des Einsatzes bleibt weiterhin unbeantwortet.


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