HavarienMehrere Bootsunfälle am Osterwochenende

Pascal Schürmann

 · 07.04.2026

Havarien: Mehrere Bootsunfälle am OsterwochenendeFoto: Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde
Ein Motorkatamaran, der offenbar erst noch fit für die Saison gemacht werden sollte, geriet in Büdelsdorf nach Wassereinbruch in gefährliche Schieflage.
Mit Beginn der Bootssaison steigt die Einsatzfrequenz für DLRG, Feuerwehren, Wasserschutzpolizei und Seenotretter. Am zurückliegenden Osterwochenende mussten die Rettungskräfte gleich zu drei Vorfällen ausrücken: Ein Motorkatamaran drohte in Büdelsdorf zu sinken, eine Motoryacht erlitt bei Emmerich einen Motordefekt und in Brunsbüttel kollidierten zwei Sportboote im Yachthafen.

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Die beginnende Bootssaison bringt nicht nur mehr Freizeitkapitäne auf die Gewässer, sondern auch deutlich mehr Arbeit für die Rettungskräfte. DLRG, Feuerwehren, Wasserschutzpolizeien und Seenotretter verzeichnen traditionell ab Ostern einen Anstieg der Einsatzzahlen. Das zurückliegende Osterwochenende bestätigte diese Entwicklung.

Motorkatamaran drohte in Büdelsdorf zu sinken

Am Sonntagnachmittag musste die Feuerwehr in den Büdelsdorfer Yacht-Club an der Obereider ausrücken. Ein am Steg vertäuter Katamaran drohte zu sinken und zeigte bereits eine deutliche Schlagseite zur Backbordseite, als die ersten Einsatzkräfte eintrafen. Der Kreisfeuerwehrverband teilte inzwischen mit, dass sich das Wasserfahrzeug im Umbau befunden habe. Mehrere Öffnungen im Rumpf waren vorhanden. Vermutlich drückte der starke Wind Wasser ins Schiffsinnere, was schließlich zur Schieflage führte.

Die Sicherung des Bootes erwies sich als nicht ganz einfach. Neben der Feuerwehr war auch das Technische Hilfswerk mit mehreren Booten vor Ort. Ein Kran des THW Pinneberg wurde für eine mögliche Bergung in Stellung gebracht. Taucher des THW aus Schleswig stellten mehrere Öffnungen am Rumpf fest, durch die Wasser eindrang.

Um eine mögliche Umweltgefährdung zu verhindern, brachten die Einsatzkräfte vorsorglich Ölsperren aus. Mit einer Unterwasserdrohne der Feuerwehr Borgstedt versuchten die Helfer, weitere Schäden im Rumpf zu lokalisieren. Dies war jedoch nur bedingt erfolgreich.

Die Einsatzleitung entschied letztlich, den Katamaran von Tauchern zusätzlich mit Leinen zu sichern. Der Eigner ist nun aufgefordert, ein Fachunternehmen mit der Bergung des Katamarans zu beauftragen. Insgesamt waren rund 90 Einsatzkräfte vor Ort.

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Motoryacht mit Defekt bei Emmerich

Eine weitere Havarie ereignete sich auf dem Rhein bei Emmerich. Eine Motoryacht erlitt dort einen Motordefekt und wurde manövrierunfähig. Die Wasserschutzpolizei und örtliche Rettungskräfte rückten aus, um das havarierte Fahrzeug zu sichern.

Die Einsatzkräfte schleppten die Yacht sicher in den Hafen. Dort konnte das Wasserfahrzeug ohne weitere Zwischenfälle festgemacht werden. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Die Yacht blieb trotz des technischen Defekts schwimmfähig und stellte keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer auf dem Rhein dar.

Kollision im Yachthafen Brunsbüttel

Und bereits am Gründonnerstag kam es im Yachthafen Brunsbüttel am späten Nachmittag zu einer leichten Kollision zwischen zwei Motoryachten. Der Führer einer Motoryacht touchierte nach ersten Erkenntnissen beim Anlegeversuch eine fest vertäute Motoryacht. An beiden Booten entstanden leichte Schäden.

Die hinzu gezogene Polizei veranlasst beim Skipper der Motoryacht einen Atemalkoholtest. Der ergab einen Wert von 0,31 Promille. Zeugen beschrieben zudem eine unsichere Fahrweise des Schiffsführers. Vor diesem Hintergrund ordnete die Wasserschutzpolizei zwei Blutproben an.

Die Beamten weisen darauf hin, dass auch auf dem Wasser bereits geringer Alkoholkonsum die Reaktionsfähigkeit und das sichere Führen eines Bootes beeinträchtigen kann. Wie im Straßenverkehr kann sich ein Schiffsführer bereits ab 0,3 Promille strafbar machen, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen vorliegen.

Pascal Schürmann

Pascal Schürmann

Textchef YACHT

Pascal Schürmann hat 2001 bei der YACHT in Hamburg als Textchef angeheuert. Den Umgang mit Pinne und Schot lernte er als Jugendlicher in der Wanderjolle auf dem Sneeker Meer sowie auf dem Dickschiff auf dem IJsselmeer. Während und nach dem Studium folgten Törns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Als gelernter Wirtschaftsjournalist kümmert er sich zudem um Bootsfinanzierungs- und Yachtversicherungsberichte, hegt aber auch ein Faible für Blauwasserthemen.

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