Jan-Ole Puls
· 09.02.2024
Nach Angeben des NDR waren die beiden Schiffe um kurz nach 18 Uhr in der Nähe der Köhlbrandbrücke zusammengestoßen. Das Festmacherboot hatte dem schweren Schubverband nichts entgegenzusetzen. Festmacherboote sind so klein, dass sie nur von einem oder maximal zwei Besatzungsmitgliedern bedient werden - es wurde so schwer beschädigt, dass es sofort sank. Diese Boote sind dazu da, die schweren Schleppleinen zwischen Frachtern und Kai zu transportieren.
Feuerwehr, DLRG und Polizei waren am Mittwochabend stundenlang mit Tauchern, Booten, Drohnen und einem Hubschrauber an der Unglücksstelle im Einsatz. Nach Angaben der Feuerwehr wurde die Suche vom Köhlbrand auf den Hauptstrom der Elbe ausgeweitet. Auch die Uferbereiche wurden abgesucht. Das Wrack konnte in einer Tiefe von 16 Metern geortet werden, vom Schiffsführer fehlte vorerst jede Spur.
Immerhin konnte die Unglücksstelle genau lokalisiert werden. Das Festmacherboot hatte einen Notsender an Bord, der geortet werden konnte. Um den Schiffsführer vielleicht doch noch zu finden, wurden ein Polizeihubschrauber und Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt. Am Abend alles ohne Erfolg. Kurz nach 22 Uhr wurde die Suche abgebrochen, auch weil die Strömung den Einsatz für die Taucher zu gefährlich machte.
Bei Tagesanbruch soll das Wrack in der Nähe der Köhlbrandbrücke geborgen werden. Der Schiffsführer des wenige Meter langen Schleppbootes wurde bis dahin noch immer vermisst. Die Polizei teilte mit, dass unwahrscheinlich sei, dass der Schiffsführer lebend geborgen werden kann. Bei der Bergung des gesunkenen Schiffes soll überprüft werden, ob sich die Leiche des Vermissten darin befindet.
Am Donnerstagmorgen (8.2.) herrschte schließlich Klarheit: Das gesunkene Festmacherboot, auch Mooring Tug genannt, wurde von einem spezialisierten Bergungsunternehmen geborgen. Bei der weiteren Suche nach dem Schiff fanden die Einsatzkräfte eine männliche Leiche. Der Tote wurde daraufhin von einer Rettungswagenbesatzung zur Identifizierung in das Institut für Rechtsmedizin gebracht. Das Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor. Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt werden von der Wasserschutzpolizei Hamburg (WSPK 1) in Zusammenarbeit mit dem für Todesermittlungen zuständigen Landeskriminalamt (LKA 414) geführt.
Wie es zu der Kollision kommen konnte, wird nun untersucht. Das gesunkene Boot sei aber so klein, dass eine größere Umweltbelastung durch auslaufendes Öl nicht zu erwarten sei.
Personen, die Hinweise zum Unfallhergang geben können oder sonstige Beobachtungen in diesem Zusammenhang gemacht haben, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei unter 040 4286 56789 oder bei einer Polizeidienststelle zu melden.

Redakteur Test & Technik