Christian Tiedt
· 24.04.2026
Der Zugang der “Scharhörn” vergrößert die Fähigkeiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bei der maritimen Gefahrenabwehr. Das Mehrzweckschiff ist für Einsätze unter schwierigen Bedingungen konzipiert und soll die Notfallvorsorge auf Nord- und Ostsee deutlich aufwerten.
Die “Scharhörn” markiert den Auftakt einer Serie von drei baugleichen Schiffen. Mit dieser Generation modernisiert der Bund seine Vorsorgeflotte schrittweise – mit Fokus auf schnelleres Reagieren, längere Einsatzdauer und bessere Handlungsoptionen bei komplexen Lagen.
Auch antriebstechnisch setzt das Schiff neue Standards: Mit rund 105 Metern Länge und etwa 13 Megawatt Leistung legt es gegenüber den Vorgängern spürbar zu. Der LNG-Antrieb zielt auf einen emissionsärmeren Betrieb und ist bereits für synthetisches Methan vorbereitet; zusätzlich sind die Maschinen für den Gasschutzbetrieb zertifiziert – ein Sicherheitsplus für Einsätze in potenziell explosiver Atmosphäre. Die Geschwindigkeit liegt bei 16 Knoten.
Die “Scharhörn” ist für Notsituationen auf See ausgerüstet: An Bord befindet sich leistungsstarke Löschtechnik gegen Brände, Anlagen zum Eindämmen und Aufnehmen von Öl und Chemikalien sowie sichere Systeme zum Laden und Bunkern gefährlicher Stoffe. Hinzu kommen ein Bordlabor für schnelle Analysen und leistungsstarke Notschleppvorrichtungen, um Havaristen zu stabilisieren und zu verholen.
Neu ist das Hubschrauberlandedeck; zudem gibt es eine als Zitadelle ausgelegte, per Überdruck geschützte Einsatzsektion für kontaminierte Umgebungen. Ein medizinischer Behandlungsraum ergänzt das Konzept – insgesamt ausgerichtet auf komplexe Rettungs-, Umwelt- und Sicherungsaufgaben. Gebaut wurde die “Scharhörn” von Abeking & Rasmussen in Lemwerder.

Ressortleiter Reise