Um 11.30 Uhr erreichte ein Notruf die Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen: Ein Motorboot mit einer dreiköpfigen Familie an Bord drohte auf der Außenweser zu sinken. Der Skipper sendete „Mayday" über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16 - ein eindeutiges Signal für eine akut lebensgefährliche Situation auf See. Das rund zehn Meter lange Boot befand sich etwa fünf Seemeilen nordöstlich der Vogelschutzinsel Mellum, als aus ungeklärter Ursache ein Wassereinbruch auftrat.
Die Rettungsleitstelle reagierte umgehend und alarmierte die Seenotrettungskreuzer “Hermann Rudolf Meyer” aus Bremerhaven und “Bernhard Gruben” aus Hooksiel. Gleichzeitig wurden vier in der Nähe befindliche Fischkutter um Unterstützung gebeten. Die Fischer, die den Notruf teilweise bereits mitgehört haben, machten sich sofort auf den Weg zum havarierten Boot.
Die ersten Fischkutter erreichten das in Not geratene Motorboot bereits eine halbe Stunde nach dem Notruf. Mit zusätzlichen Lenzpumpen, die von zwei der Fischkutter übergeben werden, gelingt es, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu bringen. Diese schnelle Hilfe war entscheidend, um ein Sinken des Bootes zu verhindern. Die Besatzungen der Fischkutter “Triton”, “Odin” und “Magellan” aus Greetsiel sowie “Erika” aus Norddeich leisteten einen maßgeblichen Beitrag zur Rettung der Familie.
Um 12.30 Uhr trafen die beiden alarmierten Seenotrettungskreuzer am Unglücksort ein. Die “Hermann Rudolf Meyer” ging längsseits des havarierten Bootes. An Bord befanden sich der Vater, die Mutter und ihre fünfjährige Tochter, denen es den Umständen entsprechend gut ging. Der Seenotrettungskreuzer nahm das Boot in Schlepp.
Die Rettungsaktion verlief ohne weitere Zwischenfälle. Nach einer mehrstündigen Fahrt erreichten die Seenotretter mit den Schiffbrüchigen wohlbehalten Bremerhaven. Um 16.45 Uhr ist der Einsatz erfolgreich beendet.
Zur Zeit des Einsatzes herrschten auf der Außenweser südliche Winde mit einer Stärke von vier Beaufort, was Windgeschwindigkeiten von bis zu 28 km/h entspricht. Die Wellenhöhe betrug etwa 0,75 Meter. Diese Bedingungen stellten zwar eine Herausforderung dar, waren aber für Erfahrene beherrschbar.