Ursula Meer
· 08.06.2026
Bei einer Kollision zwischen einem Segelboot und dem Museumsfeuerschiff „Bürgermeister O'Swald II“, auch bekannt als „Elbe 1“, wurde in der Nacht zum Sonntag, dem 7. Juni 2026, vor Helgoland ein 11,50 Meter langes Sportboot schwer beschädigt. Der Mast des niederländischen Seglers brach, die beiden Insassen blieben jedoch unverletzt. Das betroffene Feuerschiff gilt als das meistgerammte Europas: In seinen 40 Dienstjahren wurde es mehr als 50 Mal von anderen Fahrzeugen getroffen.
Nach Angaben der Seenotretter alarmierte die Besatzung der "Bürgermeister O'Swald II" unmittelbar nach dem Zusammenstoß die umliegende Schifffahrt über Kanal 16. Daraufhin liefen der auf Helgoland stationierte Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" der DGzRS sowie das Beiboot des Mehrzweckschiffes "Neuwerk" der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aus.
Die Seenotretter stellten mit dem Tochterboot "Verena" eine Schleppverbindung her und brachten das beschädigte Segelboot sicher in den Helgoländer Hafen. Dort wurde die Crew von Freunden in Empfang genommen.
Wie es zu der Kollision der unter Vollzeug segelnden Yacht mit dem 57 Meter langen Feuerschiff kam, ist bislang nicht geklärt. Die Wasserschutzpolizei Helgoland hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die „Bürgermeister O'Swald II" war zuvor noch auf Föhr zu Gast und hatte im Hafen von Wyk festgemacht. Vom 4. bis 6. Juni 2026 lag das imposante Schiff am Anleger 1 an der Alten Mole in Wyk. Beim „Open Ship" konnten Gäste und Insulaner das schwimmende Denkmal zwischen 10 und 17 Uhr kostenlos besichtigen. Offenbar befand sich das historische Feuerschiff auf dem Weg von Föhr nach Helgoland, als es in der Nacht zum Sonntag zu der Kollision kam.
Das betroffene Feuerschiff "Bürgermeister O'Swald II", auch bekannt unter dem Namen „Elbe 1“ hat eine bewegte Geschichte: Während seiner 40-jährigen Dienstzeit wurde das Schiff über fünfzigmal von anderen Fahrzeugen gerammt. Es gilt damit als das am häufigsten gerammte Feuerschiff Europas.
Die „Bürgermeister O'Swald II" wurde zwischen 1941 und 1948 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut und am 9. November 1948 erstmals in der Elbmündung ausgelegt. Das Schiff lag auf Position Elbe 1, 15 Seemeilen vor Cuxhaven, wo die Schiffe von See kommend das Fahrwasser der Elbe ansteuern. Im April 1988, nach 40 Jahren Einsatz, quittierte die „Rote Lady" den Dienst.
Helgoland: Eine Insel, die Seefahrer magisch anzieht
Im Juni 1990 wurde das Schiff als Museumsschiff wiedereröffnet. Nach der Außerdienststellung wurde es von der Stadt Cuxhaven erworben. Seither wird es vom "Feuerschiff-Verein ELBE 1 von 2001 e.V." betreut. Das Besondere: Das Schiff kann auch Fahrten zu maritimen Veranstaltungen in anderen Häfen unternehmen und nimmt dabei auch Gäste mit.
Wenn es nicht gerade auf See ist, kann es während der Sommermonate von April bis Oktober in Cuxhaven an der „Alten Liebe" besichtigt werden. Die Unterkünfte mit Kammern, Kombüse, Mannschafts- und Offiziersmesse sind für Besucher ebenso zugänglich wie der eindrucksvolle Maschinenraum und natürlich die Kommandobrücke. Einen Museumsbesuch der besonderen Art bieten die in den Sommermonaten regelmäßigen Fahrten zur Insel Helgoland.
Der Unfall ereignete sich ausgerechnet am Wochenende der großen Jubiläumsfeier: Am 6. Juni 2026 feierte Helgoland mit einem bunten Straßenfest, Musik und historischem Festumzug das 200-jährige Bestehen als Nordseeheilbad. Auch der Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede", der bei der Rettungsaktion zum Einsatz kam, war Teil des Festprogramms.

Redakteurin Panorama und Reise