SpendenaktionBootswerft Christen abgebrannt - Welle der Solidarität

Völlige Zerstörung nach Großbrand auf der Bootswerft Christen
Foto: Ole Görrissen/ Bootswerft Christen
Die Bootswerft Christen in Waren (Müritz) ist völlig abgebrannt. Eine Spendenaktion soll den Wiederaufbau unterstützen. Finden sich genug Spendenwillige?

Bootsbauer Jens Christen steht vor dem Ruin. Am Donnerstag, den 17. Oktober 2024, bricht ein Feuer aus, das sein Lebenswerk und sein Zuhause zerstört. Dem Eigentümer der Traditionswerft an der Binnenmüritz bleibt nur die Kleidung, die er an diesem Tag trägt.

Die Feuerwehr ist rasch zur Stelle und bekämpft mit vielen Einsatzkräften das Feuer auf der Bootswerft Christen. Leider ohne Erfolg. Beim Einsturz eines Gebäudeteils wird ein Feuerwehrmann schwer verletzt. Die Ursache des verheerenden Brandes ist noch unklar.

Auszubildender Ole Görrissen berichtet, dass beim Ausbruch des Feuers reger Betrieb in der Werft herrschte. Er selbst war zu dem Zeitpunkt in der Berufsschule in Lübeck, als ihn die Nachricht erreichte. „Ich fuhr sofort mit meinem Auto nach Waren, um irgendwie helfen zu können.“ Das Feuer breitet sich jedoch rasend schnell aus, sodass trotz vereinter Kräfte fast nichts zu retten ist. Bis auf zwei neugebaute Jollenkreuzer und den Meisterbrief ist alles verloren.

Neben Werftgebäuden fallen sämtliche Maschinen, Werkzeuge und mehrere der klassischen Holzboote dem Feuer zum Opfer. Die formverleimten Jollenkreuzer, die hier entstehen, genießen einen sehr guten Ruf in der Regattaszene. Auch die YACHT hat schon einen Renn-30er aus dem Hause Christen vorgestellt. Des Weitern werden hier klassische Segel- und Motorboote restauriert.


Bericht über den 30er Jollenkreuzer


Auch die Wohnung von Jens Christen und die angemietete Segelmacherei werden völlig zerstört. „Das Wichtigste war aber, dass sich alle Mitarbeiter schnell ins Freie retten konnten“, so Görrissen, der stellvertretend für seinen Chef spricht. Trotz des eigenen Leids findet das Team Zeit, um den verletzten Feuerwehrmann im Krankenhaus zu besuchen und moralisch zu unterstützen. „Es ist immer schlimm, wenn ein Helfer selbst zum Opfer wird. Aber zum Glück befindet er sich auf dem Wege der Besserung!“

Hoffnung macht die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft von Freunden, Kollegen, Nachbarn und allen anderen, denen das Unglück nahegeht. Eine Ausweichhalle, um die Arbeit der Bootswerft Christen möglichst schnell wieder aufnehmen zu können, wurde ebenso angeboten wie die kostenlose Nutzung von Arbeitsmaschinen über einen Zeitraum von Jahren. Alle zehn Mitarbeiter arbeiten schon jetzt an dem Neustart, der noch dieses Jahr erfolgen soll.

Spendenaktion für die Bootswerft Christen

Dazu wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die den Wiederaufbau ermöglichen soll. Innerhalb weniger Tage stieg die gesammelte Summe auf über 80.000 Euro. Mehr als 850 Menschen haben bereits gespendet, mit Beträgen von 5 Euro bis hin zu 3000 Euro. Gebraucht wird jeder Euro, um die Existenz der Bootswerft zu sichern.


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