In den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags brach gegen 3:40 Uhr ein Feuer auf der Motoryacht „Sisu" aus, die am D-Steg der Yalıkavak Marina in Bodrum vertäut lag. Nach Angaben des Gouverneursamts der Provinz Muğla ging dem Brand eine Explosion unbekannter Ursache voraus. Die Flammen griffen aufgrund starker Windverhältnisse und der engen Liegeplätze rasch auf benachbarte Yachten über.
Insgesamt wurden sieben Motoryachten mit Längen zwischen 16 und 30 Metern vollständig zerstört und sanken. Eine weitere 26 Meter lange Yacht erlitt Teilschäden. Der Gesamtschaden wird auf etwa 100 Millionen US-Dollar beziffert. Dies berichten mehrere türkische und andere internationale Medien.
Videos zeigen, wie die Flammen um sich greifen.
Die Yalıkavak Marina gilt als eine der prestigeträchtigsten Anlagen im Mittelmeerraum und verfügt über 620 Liegeplätze für Yachten bis 140 Meter Länge. Sie trägt die Five Gold Anchor Platinum-Zertifizierung der Yacht Harbour Association und empfängt jährlich mehr als 100 Superyachten.
Feuerwehrteams, Polizei und medizinische Notfalleinheiten rückten unmittelbar nach Ausbruch des Brandes aus. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der Windverhältnisse schwierig, da die Flammen immer wieder auf weitere Schiffe überzuspringen drohten. Unterstützung kam vom Meer: ein staatliches Rettungsboot sowie Feuerlöschboote der regionalen Hafenbehörde Bodrum waren im Einsatz.
Nach mehreren Stunden konnten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle bringen. Anschließend begannen Kühlungsmaßnahmen, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Die Eigentumsverhältnisse der zerstörten Yachten sind nicht eindeutig geklärt, da viele Luxusschiffe in der Yalıkavak Marina auf Offshore-Gesellschaften registriert seien. Lokale Medien berichten, dass die Exploreryacht „Iceberg", die von dem Unglück betroffen scheint, zuvor im Besitz eines russischen Geschäftsmanns gewesen sei, bevor sie den Eigentümer wechselte. Die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Yacht „Dad's Toy" sei mutmaßlich mit einem britischen oder amerikanischen Milliardär verbunden. Sie verfüge über umfangreiche Freizeit- und Wassersporteinrichtungen. Ein weiteres vom Feuer betroffenes Schiff, die „Lulu d'Angel", gehöre angeblich einer wohlhabenden Familie aus dem Nahen Osten, eine weitere einem aserbaidschanischen Geschäftsmann. Eine offizielle Bestätigung der Eigentumsverhältnisse liegt jedoch nicht vor.
Die Behörden haben eine technische Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Brandes zu ermitteln. Im Fokus stehen mögliche mechanische Defekte, menschliches Versagen oder andere Faktoren. Die Marinaleitung arbeitet mit den zuständigen öffentlichen Institutionen zusammen, um den Vorfall aufzuklären. Bislang wurden keine Verletzten gemeldet.
Der Zwischenfall wirft Fragen zur Brandsicherheit in Marinas auf, insbesondere während der Nachtstunden, wenn sich Feuer schnell ausbreiten können, bevor Rettungskräfte eintreffen. Die Yalıkavak Marina liegt in der Nähe von Bodrum an der Ägäisküste und wurde bereits als Top-Superyacht-Marina ausgezeichnet. Die hohe Zahl der besetzten Liegeplätze und die Windverhältnisse erschwerten die Bekämpung des Feuers erheblich.

Textchef YACHT