DruckwasseranlageFließend Wasser an Bord, darauf sollten Sie achten

Torsten Moench

 · 11.08.2025

Fließend Wasser aus der Leitung, ein klarer Komfortgewinn.
Foto: YACHT/J. M. Liot
Eine Druckwasseranlage sorgt für Komfort an Bord. Bei der Anschaffung der Materialien und der Installation gibt es einiges zu beachten. Hier die wichtigsten Tipps.

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Auch wenn immer noch Hand- und Fußpumpen zur manuellen Betätigung für die Trinkwasserversorgung auf Booten vorhanden sind, werden diese heute meist nur noch als Notpumpen genutzt, um im Falle eines Stromausfalls weiterhin Wasser aus dem Trinkwassertank pumpen zu können. Heutzutage werden vor allem elektrisch betriebene Pumpen verwendet. Dabei geht es darum, eine hausähnliche Wasserinstallation mit Kalt- und Warmwasserleitungen zu betreiben und in der Regel mehrere Entnahmestellen in der Kombüse, im Bad, in der Dusche und an der Außendusche auf der Badeplattform zu versorgen. Manchmal ist auch die Spülung der elektrischen Toilette an die Trinkwasserleitung angeschlossen.

Bei der Auswahl der Komponenten für eine Druckwasseranlage gibt es einiges zu beachten.


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Die Pumpe für die Druckwasseranlage

Für die meisten Druckwasseranlagen kommen heute Membranpumpen zum Einsatz. Die früher ebenfalls für die Frischwasserversorgung verwendeten Impellerpumpen sind aufgrund eines wesentlichen Nachteils kaum noch in Gebrauch: Sie sind nicht trockenlaufsicher. Besonders während der Fahrt kann es passieren, dass der Wassertank leer ist, die Pumpe aber weiterhin läuft, ohne dass es die Crew bemerkt. Ein Gummi-Impeller würde dabei schnell beschädigt werden.

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Im Allgemeinen werden auf Booten heute drei Haupttypen von Pumpen verwendet:

1. Druckpumpen ohne eingebauten Druckschalter:
Diese Pumpen benötigen einen separaten Druckschalter, der in die Leitung eingebaut werden muss. Das erhöht zwar den Montageaufwand und die Kosten, hat aber den Vorteil, dass ein defekter Druckschalter, der häufigste Fehler in Trinkwasser-Systemen auf Booten, nicht gleich den Austausch der gesamten Pumpe erforderlich macht. Dies kann die Reparatur einfacher und günstiger machen.

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2. Druckpumpen mit integriertem Druckschalter:
Diese Pumpen schalten sich automatisch ab, wenn der maximal eingestellte Druck erreicht wird, und starten wieder, wenn der Druck sinkt. Es wird empfohlen, einen Druckausgleichstank zu integrieren, um Druckschwankungen auszugleichen und unnötiges Einschalten der Pumpe zu vermeiden. Ein größerer Ausgleichstank verbessert die Funktion, auch wenn der Platz an Bord oft begrenzt ist.

3. Druckpumpen mit elektronischer Regelung und variabler Drehzahl:
Diese Pumpen sind teurer und benötigen keinen zusätzlichen Druckausgleichstank. Die Wasserentnahme kann insbesondere beim Duschen zunächst gewöhnungsbedürftig sein, weil es zu ungleichmäßigem Wasserfluß kommen kann. Im Großen und Ganzen arbeiten solche Pumpen aber zuverlässig und sind praktikabel.

Gummifüße und Filter

Unabhängig vom Pumpentyp sind die meisten Pumpen einer Druckwasseranlage auf Gummilagern montiert, um den Körperschall zu minimieren. Wer die Pumpe völlig geräuschlos haben möchte, kann sie in einem isolierten Gehäuse unterbringen. Achten Sie jedoch auf eine ausreichende Wärmeabfuhr, insbesondere bei längeren Betriebszeiten. Zudem sollten die Befestigungsschrauben nicht zu fest angezogen werden, damit die Gummilager ihre dämpfende Wirkung entfalten können. Der Einbau eines Schmutzfilters vor der Pumpe schützt die Membranen und verlängert ihre Lebensdauer, bei einigen Geräten ist der Filter bereits im Lieferumfang enthalten.

Es wird empfohlen, die Frischwasserpumpe einer Druckwasseranlage möglichst nah am Tank zu installieren, idealerweise am unteren Wasserauslass. Zwar sind viele Pumpen selbstansaugend, aber der Druckaufbau ist deutlich leichter, wenn das Wasser bereits nahe der Pumpe vorhanden ist. Ein schnellerer Druckaufbau erleichtert zudem das Wiederherstellen der Wasserversorgung, wenn das System nach längeren Pausen wieder in Betrieb genommen wird.

Elektrik der Druckwasseranlage

Der richtige Kabelquerschnitt ist ebenfalls wichtig, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Ein zu dünnes Kabel kann zu Spannungsverlusten führen, wodurch die Pumpe nicht ihre volle Leistung entfaltet. Die Betriebsanleitung gibt meist genaue Angaben zu den erforderlichen Kabelquerschnitten. Grundsätzlich sollte die Druckwasserpumpe über eine eigene Sicherung oder einen Automaten mit Spannung versorgt werden.

Beim Austausch der wasserführenden Schläuche oder Rohre sollte man stets größere Leitungsquerschnitte wählen, um einen ausreichend hohen Wasserdruck zu gewährleisten, beispielsweise bei der Heckdusche. Außerdem sollten möglichst radiale Bögen anstelle von scharfen Winkeln verwendet werden, um den Wasserdurchfluss nicht unnötig zu behindern. Für die Installation eignen sich handelsübliche, trinkwassergeeignete Schläuche oder Kunststoffrohre, die in Baumärkten oder Fachgeschäften erhältlich sind.

Warmwasser dank Boiler

Bei der Auswahl eines Boilers sollte darauf geachtet werden, dass er sowohl durch den Motor (im Betrieb) als auch über ein eingebautes 230-Volt-Heizelement bei Landanschluss betrieben werden kann. Dies stellt sicher, dass immer genügend Warmwasser zur Verfügung steht. Ein gut isolierter Boiler sorgt für eine effiziente Wärmespeicherung. Wenn der Frischwassertank zu klein ist, kann ein größerer Boiler den gesamten Frischwasservorrat vergrößern, falls der Platz dies zulässt.

Ein zusätzliches Mischventil, das leider oft nur als Extra erhältlich ist, kann helfen, die Wassertemperatur nach dem Verlassen des Boilers auf eine sichere Temperatur zu regulieren. Solche Mischventile können nachträglich in bestehende Systeme eingebaut werden.

Abschließend ist es sinnvoll, Ablasshähne an den tiefsten Stellen der Rohrleitungen zu installieren. Dies erleichtert das Entwässern der Anlage vor dem Einwintern und schützt vor Frostschäden.

Die benötigten Materialien bekommt man bei Bootsausrüstern wie beispielsweise bei www.svb.de.


Anleitung für die Nachrüstung


Torsten Moench

Torsten Moench

Chefredakteur BOOTE

Im Anschluss an zwei handwerkliche Ausbildungen studierte Torsten Moench Elektrotechnik an der HAW-Hamburg. Es folgten ein Volontariat und knapp 10 Jahre Arbeit als Test- und Technik-Redakteur beim Delius-Klasing Verlag. Seit 2003 ist Moench Chefredakteur des führenden europäischen Motorboot-Magazins BOOTE. Auch in seiner Freizeit bleibt er seinem Metier treu, und verbringt viel Zeit auf seinem Motorboot, mit dem er vorzugsweise auf den norddeutschen Gewässern und der Ostsee unterwegs ist. Neben seiner Arbeit als Chefredakteur ist Moench als Buchautor tätig.

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