Grüne Seife und Schrubben helfen beim Verdeck-Reinigen leider nicht weiter. Das Tuch weicht bei Regen durch, trocknet langsam ab und schützt das Cockpit nicht mehr richtig. Das fördert weiteren Befall durch Schimmel und Algen. Eine gründliche Reinigung und neue Imprägnierung sind nötig – entweder in Eigenregie oder beim Fachmann.
Eine Möglichkeit ist die professionelle Verdeck-Reinigung beim Bootsbauer oder Sattler. In der Regel gibt dieser das Verdeck an eine darauf spezialisierte Großreinigung weiter. Die Preise richten sich nach dem Gewicht der Plane.
Kosten-Beispiel:
Wer schneller Erfolg möchte und Kosten sparen will, greift zur Eigeninitiative.
Die Reinigung erfolgt in drei Arbeitsschritten: Vorreinigung, Stockfleckenentfernung und Imprägnierung. Der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen – allein durch die Trockenzeiten zwischen den Arbeitsschritten sind Sie gut zwei Tage beschäftigt.
Kosten DIY:
Zunächst werden oberflächliche Verschmutzungen entfernt. Dazu das Verdeck in warmem Wasser einweichen. Ein selbstgebautes Becken aus vier 2,5 Meter langen und zehn Zentimeter hohen Brettern sowie einer Gewebeplane eignet sich dafür gut – deutlich praktischer als die Badewanne.
Ergebnis: Das Gewebe wird sauberer, aber Algen und Stockflecken verschwinden noch nicht komplett. Weitere Schritte sind nötig.
Unerschrockene rücken Spak und Algen mit verdünntem Hygienereiniger (Natriumhypochlorit) zu Leibe. Das funktioniert zwar, birgt aber Risiken: Die Wirkung lässt sich schlecht steuern, und für die Nähte kommen oft mit Baumwolle umsponnene Fäden zum Einsatz. Die Naturfaser quillt bei Nässe auf und sorgt für regendichte Nähte. Die aggressive Chlor-Verbindung setzt der Baumwolle aber zu und verkürzt ihre Lebensdauer deutlich.
Produkte wie Tentoclean von MTS-Schimmelservice oder der Power Cleaner von Ultramar sind seit Jahrzehnten am Markt und tausendfach erprobt. Bei korrekter Anwendung ist das Risiko von übermäßigem Nahtverschleiß deutlich geringer.
Anleitung:
Ergebnis: Selbst stark verschmutzte Griffbereiche sehen nach dem Trocknen wieder aus wie neu.
Laut Gerhard Macht vom Schimmelschutzservice können im Produktionsprozess eisenhaltige Ablagerungen im Stoff entstehen. Diese neigen beim Einsatz von Stockfleckenentfernern zu Verfärbungen. Er empfiehlt daher die Vorbehandlung mit seinem Faserschutzmittel. Andere Farbtöne oder reine Kunstfasertücher sind unkritisch. Verdeckstoffe sind in der Regel UV-beständig eingefärbt. Vor Ausbleichen muss man sich daher keine großen Sorgen machen.
Eine gute Imprägnierung macht das Tuch nicht nur wasserdicht – mindestens genauso wichtig ist es, das Durchfeuchten des Stoffs zu verhindern, damit er schnell abtrocknen kann. Zudem wirkt der Wasserschutz fettabweisend. Damit lässt sich das Tuch leichter reinigen, und Algen und Schimmel finden weniger Nährstoffe.
Anleitung:
Wichtig:
Hochwertige Imprägnierungen überstehen auch Waschgänge. Durch mechanische Belastung beim Falten des Tuchs, Hagel und Starkregen nutzen sie sich aber ab. Daher muss der Schutz alle zwei bis drei Jahre erneuert werden.
Gerhard Macht vom Schimmelschutzservice nennt Gründe für die zunehmende Problematik: "Die verschärften Biozidrichtlinien verhindern die wirksame Ausrüstung der Stoffe." Bei nicht idealer Lagerung setzt das Material daher schon beim Hersteller Spak an. Ab 60 Prozent Feuchte fühlen sich Schimmelpilze wohl – ein Wert, der bei Verdecken im Frühjahr und Spätsommer schnell erreicht ist. Die starken Temperaturschwankungen sorgen dann für viel Kondenswasser.
Verdeckscheiben sind empfindlich. Wasserflecken und Schmutz lassen sich mit Vuplex schonend entfernen. Einsprühen und mit einem sauberen Mikrofasertuch polieren – so verschwinden sogar leichte Kratzer.
DIY: Verdeck selbst reinigen
Profi-Reinigung (Zonklaar o.ä.):
Ersparnis DIY: ca. 170 Euro
Wer sein Verdeck selbst reinigt, spart also deutlich Zeit und Geld – mit etwas Geduld und den richtigen Reinigern ist das Ergebnis überzeugend.

Redakteur Test & Technik