KommunikationElon Musk setzt auf kleine Yachten, Starlink bringt neuen Tarif mit 40-Fuß-Grenze

Hauke Schmidt

 · 31.08.2026

Kommunikation: Elon Musk setzt auf kleine Yachten, Starlink bringt neuen Tarif mit 40-Fuß-GrenzeFoto: BOOTE / Heino Kuhlemann
In Küstennähe lässt sich der neue Personal Maritime-Tarif von Starlink weltweit nutzen, auf hoher See werden Zusatzgebühren fällig.
Mit dem neuen Tarif Personal Maritime will Starlink offenbar auf die Kritik von Langfahrtcrews reagieren. Das Angebot soll die 30-Tage-Grenze im Ausland aufheben, gilt aber nur für privat genutzte Boote bis 40 Fuß Länge über alles. Außerhalb der Küstengewässer bleibt die Datenverbindung teuer.

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Starlink hatte den bisherigen Tarif Global Roam zum 17. August 2026 eingestellt und die Nutzung von Roam Unlimited außerhalb der registrierten Heimatregion auf 30 Tage begrenzt. Für Eigner, die ihr Boot über Monate in anderen Ländern nutzen, ist das ein deutlicher Einschnitt. BOOTE hatte über die Folgen für Langfahrten bereits berichtet: Starlink streicht Global Roam und begrenzt Roam Unlimited.

Nun soll mit Personal Maritime ein spezieller Tarif für kleinere private Boote kommen. Nach bislang bekannten Angaben kostet er 185 US-Dollar monatlich, jeweils zuzüglich möglicher Steuern. Enthalten sein sollen unbegrenzte Daten in Hoheitsgewässern weltweit. Die sonst geltende 30-Tage-Regel für längere Auslandsaufenthalte soll bei diesem Angebot entfallen.

Auf der deutschen Übersicht der Starlink-Servicetarife war Personal Maritime am 31. August 2026 allerdings noch nicht als regulär buchbarer Tarif aufgeführt. Die Angaben zu Preis, Zulassung und Ocean Mode sollten Interessenten deshalb vor Vertragsabschluss direkt bei Starlink prüfen.

Nur für private Boote bis 40 Fuß

Die vermeintliche Erleichterung ist eng begrenzt. Personal Maritime soll ausschließlich für privat und nicht gewerblich genutzte Wasserfahrzeuge bis 40 Fuß Länge über alles gelten. Das entspricht rund 12 Metern. Größere Boote sind demnach ebenso ausgeschlossen wie eine geschäftliche oder gewerbliche Nutzung.

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Für viele Motorbootfahrer kann der Tarif dennoch interessant sein. Wer mit einem Sportboot zwischen Ostsee, Mittelmeer, Karibik oder anderen Küstenrevieren wechselt und längere Zeit außerhalb Deutschlands unterwegs ist, bekäme damit eine weltweite Lösung für die Küstennähe. Eigner größerer Motoryachten profitieren dagegen zumindest offiziell nicht. Bisher lässt sich der neue Tarif scheinbar nur über das Servicecenter buchen, in einigen Forumsbeiträgen ist davon zu lesen, dass Starlink die Option auch für Eigner von Booten mit mehr als 40-Fuß Länge freigeschaltet hat.

In Küstennähe weltweit nutzbar

Entscheidend ist die Trennung zwischen Hoheitsgewässern und hoher See. Starlink beschreibt die Nutzung der Reise-Tarife auf Booten grundsätzlich für Binnenwasserstraßen und Hoheitsgewässer. Für internationale Gewässer verweist das Unternehmen auf maritime Tarife. (starlink.com)

Bei Personal Maritime sollen unbegrenzte Daten bis zwölf Seemeilen vor der Küste gelten. Für den typischen Einsatz im Hafen, auf dem Liegeplatz, vor Anker oder auf Küstenpassagen wäre der Tarif damit grundsätzlich passend. Auch für längere Reisen durch mehrere Länder entfiele die Rückkehrpflicht in die registrierte Heimatregion.

Für die technische Planung an Bord bleibt der bestehende BOOTE-Ratgeber wichtig: Satelliteninternet mit Starlink, Hardware und Kosten. Er behandelt unter anderem Antennenmontage, Stromversorgung und die Nutzung über 12- oder 24-Volt-Bordnetze.

Auf hoher See steigen die Kosten

Sobald ein Boot weiter als zwölf Seemeilen vor der Küste fährt, soll Ocean Mode erforderlich sein. Nach den bislang bekannt gewordenen Konditionen werden dafür ab 27. September sechs US-Dollar pro Gigabyte berechnet. Zuvor waren zwei US-Dollar pro Gigabyte genannt worden.

Für Wetterdaten, E-Mails oder einen kompakten GRIB-Download bleibt das kalkulierbar. Deutlich teurer wird es bei Software-Updates, Cloud-Backups, Videotelefonie, Foto-Uploads oder Streaming. Wer Ocean Mode aktiviert, sollte den Datenverbrauch deshalb eng überwachen und automatische Updates sowie Fotosynchronisation möglichst vorher deaktivieren.

TarifNutzung bei längeren ReisenNutzung auf hoher SeePreisbeispiel pro Monat
Personal Maritime, bis 40 Fuß LOAWeltweit in Hoheitsgewässern, ohne 30-Tage-GrenzeOcean Mode für 6 US-Dollar/GB185 US-Dollar Grundpreis, mit 10 GB Ocean Mode 245 US-Dollar
Roam UnlimitedAußerhalb der Heimatregion auf 30 Tage begrenztKostenpflichtiger Ocean Mode95 Euro Grundpreis in Deutschland
Global Priority 50 GBWeltweit möglich50 GB für Land- und Seenutzungab 250 Euro monatlich
Global Priority 500 GBWeltweit möglich500 GB für Land- und Seenutzungab 650 Euro monatlich

Für wen der Tarif sinnvoll sein könnte

Personal Maritime wäre vor allem für Eigner kleinerer Motorboote interessant, die über Monate in verschiedenen Küstenrevieren unterwegs sind, aber nur selten weit außerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone fahren. Der Grundpreis läge deutlich unter den aktuell öffentlich gelisteten Global-Priority-Tarifen.

Für Hochseepassagen, längere Etappen ohne Landnähe bleibt Starlink dagegen teuer oder nur eingeschränkt nutzbar. Auch mit Satelliteninternet ersetzt die Anlage keine Sicherheitskommunikation. UKW-Funk, gegebenenfalls ein Satellitenmessenger oder Satellitentelefon, bleiben wichtige Reservewege. Einen Überblick gibt der BOOTE-Beitrag Iridium, Starlink und Inmarsat: Satellitenkommunikation an Bord.

Weitere Alternativen für die Verbindung nahe der Küste zeigt der Ratgeber WLAN, 5G oder LTE: So kommt das Internet an Bord.

Wie bewerten Sie den neuen Personal-Maritime-Tarif: eine sinnvolle Lösung für kleinere Motorboote auf langer Reise oder eine zu enge Grenze für die Praxis?

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Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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