SicherheitGalvanic Voice, Sprachausgabe für NMEA2000-Alarme

Hauke Schmidt

 · 27.08.2026

Zentrales Element ist die LED-Anzeige über die sich das System per Gestensteuerung bedienen lässt. Zudem geben die LEDs an, in welche Richtung sich eine über Bord gegangene Person befindet, oder woher die Gefahr einer Kollision droht.
Foto: Galvanic Voice
Galvanic Works kündigt mit Galvanic Voice ein Sprachwarnsystem für NMEA-2000-Netzwerke an. Das Gerät soll Alarme nicht nur akustisch melden, sondern Ereignis, Richtung und wichtige Daten verständlich ansagen.

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Auf modernen Booten kommen Informationen von AIS, Echolot, Motor, Batteriemonitor, Ankeralarm aus unterschiedlichen Quellen. Galvanic Voice soll diese Daten in einer gemeinsamen Warnlogik zusammenführen.

Ansage statt Signalton

Galvanic Voice wird direkt mit dem NMEA-2000-Netzwerk verbunden. Bei einem relevanten Ereignis gibt das System eine Sprachmeldung aus. Ein sich näherndes AIS-Ziel soll beispielsweise mit Peilung, Entfernung, CPA und der voraussichtlichen Zeit bis zur kleinsten Annäherung angekündigt werden. Auch Hinweise zu Wassertiefe, Batteriezustand, Motordaten oder eine slippender Anker sind vorgesehen.

Die Informationen werden durch einen 360-Grad-LED-Ring ergänzt. Er soll die Richtung des gemeldeten Ereignisses anzeigen. Für die Sprachausgabe nutzt Galvanic Works einen 20-W-Exciter, der die Frontscheibe aus Gorilla Glass 3 als Schwingungsfläche verwendet. Das Gerät erreicht laut Hersteller mehr als 90 Dezibel Schalldruck in einem Meter Abstand.

Die Alarmmeldungen sind in vier Schweregrade gegliedert. Galvanic Works orientiert sich dabei nach eigenen Angaben an der Alarmgrammatik aus der IMO-Resolution MSC.302(87) und der Norm IEC 62923. Quittiert werden soll ein Alarm mit einer berührungslosen Geste. Nicht bestätigte Meldungen können automatisch verschärfte Alarme auslösen.

Überwachung von Schiff und Crew

Neben der Bordelektronik überwacht Galvanic Voice auch die Crew. Dafür werden Galvanic-Pulse-Armbänder eingesetzt. Nach Angaben des Herstellers kann ein länger ausbleibendes Signal einen Mann-über-Bord-Alarm auslösen. Die Sprachansage soll dann unter anderem Richtung und Entfernung zur Person nennen. In Anlagen mit mehreren Voice-Einheiten können die Geräte die Alarmmeldung untereinander abgleichen.

Die Armbänder sollen außerdem bei der Wachorganisation und der Erfassung von Ruhezeiten helfen. Diese Funktionen sind besonders für längere Törns und Nachtfahrten gedacht. Einen Überblick über verschiedene Systeme zur Ortung und Alarmierung bei Mann über Bord bietet BOOTE in einer Sicherheitsübersicht.

Die Anzeigeeinheit wird bündig in eine Instrumententafel eingesetzt. Dafür ist laut Galvanic Works ein Ausschnitt mit einer Lochsäge von 121 Millimetern erforderlich. Das Gerät ist für eine Versorgung mit 12 Volt ausgelegt und nach Herstellerangaben gegen zeitweiliges Untertauchen nach IP67 geschützt.

App ohne Abonnement

Eine kostenlose App für iOS und Android soll die Funktionen ergänzen. Sie zeigt unter anderem Kartografie, AIS-Verkehr, Wetter, Ankerwache, Borddaten und ein Alarmprotokoll an. Bei bestehender Internetverbindung soll auch ein Fernzugriff auf das Boot möglich sein. Ein Abonnement oder In-App-Käufe sind nicht vorgesehen.

Galvanic Voice ist derzeit vorbestellbar. Der Preis beträgt etwa 1.130 Euro. Die Auslieferung der Vorbestellungen ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt. Während der Vorbestellphase sollen neben zwei serienmäßigen Galvanic-Pulse-Armbändern vier weitere Armbänder ohne Aufpreis enthalten sein. Weitere technische Hintergründe zur Vernetzung von Motor, Instrumenten und Bordelektronik zeigt der BOOTE-Leitfaden zur NMEA-Netzwerktechnik.

Weitere Informationen bietet die Produktseite von Galvanic Voice.

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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