Solarkat aus StralsundPioneer Yachts stellt PY60 in Cannes vor

Uske Berndt

 · 16.06.2026

Stralsunder Kat: Der 18 Meter lange PY60 fährt weitgehend elektrisch.
Foto: Pioneer Yachts
Pioneer Yachts präsentiert auf dem Cannes Yachting Festival 2026 seinen ersten Solarkat PY60. Der 60-Fußer soll ohne Landstrom längere Distanzen zurücklegen. Gründer Mike Frank möchte die Nummer eins selbst nutzen, um Praxisdaten für künftige Modelle zu sammeln.

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Die Werft aus Stralsund bringt mit der PY60 einen 18-Meter-Solarkat auf den Markt, der konsequent auf elektrischen Antrieb ausgelegt ist. Das erste Exemplar, “Pioneer One”, befindet sich in der Endphase der Fertigung und soll im Juli ins Wasser kommen. Die offizielle Premiere findet vom 8. bis 13. September 2026 auf dem Cannes Yachting Festival statt.

Anders als bei vielen Elektrobooten, die auf Basis konventioneller Rumpfformen entwickelt werden, entstand die PY60 von Anfang an als integriertes Energiesystem. Das Design lieferten Cossutti & Ganz, das Interieur Micheletti + Partners. Der Kat erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 11 Knoten und geht mit 7,5 Knoten auf Reisen. Neue Werft in Stralsund

Solardach plus Batteriespeicher

Das Dach der PY60 erzeugt die Energie für den Fahrbetrieb. Batteriespeicher ermöglichen geräuschlose Navigation und längere Autonomie ohne externe Stromversorgung. Zusätzlich gibt es Dieselgeneratoren an Bord, die das Energiesystem bei Bedarf unterstützen. Antrieb, Energieproduktion und Speicher sind bestmöglich aufeinander abgestimmt.

Auf diese Weise fährt der Kat auf typischen Strecken vollständig mit Solarenergie und kann auf fossile Brennstoffe weitgehend verzichten. Rumpfform und Aufbauten sollen den Energieverbrauch minimieren und gleichzeitig den Komfort einer modernen Cruising-Yacht bieten.

Reisen ohne Crew

Trotz ihrer Länge von 60 Fuß lässt sich die PY60 auch von den Eignern selbst bedienen. Der elektrische Antrieb vereinfacht die Handhabung erheblich. Ein Joystick-Docksystem integriert Antriebsmotoren und Bugstrahlruder, was präzises Manövrieren in engen Hafenbereichen ermöglicht.

Die Technik setzt auf ein 48-Volt-System als elektrisches Rückgrat. So eine Niederspannungsanlage erlaubt den Betrieb der wichtigsten Bordsysteme und ist weniger komplex als Hochspannungsarchitekturen. Am Ende geht es um Sicherheit, Zuverlässigkeit und eine einfache Wartung - wichtige Voraussetzungen für einen langfristigen Betrieb.

Wohnen auf einer Ebene

An Bord schafft die größte Cockpittür ihrer Klasse eine nahtlose Verbindung zum Salon. Der durchgängige Wohnbereich auf einer Ebene wird dank großer Panoramafenster mit natürlichem Licht durchflutet. Die Materialwahl und Raumaufteilung schaffen eine ruhige Atmosphäre für längere Aufenthalte auf dem Wasser.

Der Gründer von Pioneer Yachts testet selbst

Das erste Exemplar “Pioneer One” dient nicht nur als Ausstellungsstück, sondern als operative Entwicklungsplattform. Werftchef Mike Frank plant die Yacht persönlich zu nutzen und Betriebsdaten aus dem realen Einsatz zu sammeln. Diese Informationen sollen in die Weiterentwicklung künftiger Produktionsmodelle einfließen.

Mike Frank: „’Pioneer One’ wird unsere Referenzplattform. Indem wir die Yacht selbst nutzen und ihre Leistung unter realen Bedingungen überwachen, können wir das Konzept weiter verfeinern. Zudem stellen wir sicher, dass künftige Boote durch praktische Erfahrung geprägt sind."

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Uske Berndt

Uske Berndt

Redakteurin News & Panorama

Uske hat eine Schwäche für die ganz Großen und schreibt vor allem Geschichten über motorisierte Superyachten: Neubauprojekte, Wasserungen und detaillierte Porträts. Dabei nimmt sie die Leser über alle drei bis sechs der schwimmenden Etagen mit, erklärt die Antriebstechnik und die Finessen des Interieur-Designs. Je exklusiver und spezieller, desto besser.

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