Die Absolute Navetta 58 ist 17,60 Meter lang und bringt 38 Tonnen auf die Waage. Im Test zeigt die Motoryacht, wie sie mit zwei Volvo Penta D11-IPS950 fährt, wie viel sie verbraucht und welche Reichweite möglich ist. Zudem kommt sie mit einem großen Überraschungsfaktor.
Es ist kurz nach neun Uhr am Morgen, als wir in Varazze ablegen. Die Sonne steht schon über dem Ligurischen Meer, das Wasser liegt fast spiegelglatt, kaum ein Hauch Wind. Das perfekte Wetter, um die neue Navetta 58 von Absolute unter die Lupe zu nehmen, auch wenn die Welle am heutigen Tag eher mau bleibt. Eine leichte Dünung der letzten Tage ist weiter draußen aber noch zu sehen. An Bord sind neben dem Skipper einige Besucher, mehr als eine Handvoll Leute verteilt sich im Cockpit und auf der Flybridge.
Die Navetta 58 misst 17,60 Meter in der Länge und 5,16 Meter in der Breite und wird von der Werft Absolute im norditalienischen Piacenza gebaut. Viel Schiff, viel Licht und Platz für eine Familie, die längere Zeit an Bord leben will, sind einige der Attribute, die das Boot erfüllen soll. Angetrieben wird es von zwei Volvo Penta D11-IPS950, die es im Test auf bis zu 27 Knoten schaffen.
Eine wasserdichte Tür führt aus der Heckgarage direkt in den Maschinenraum. Hier steht man aufrecht, die Aggregate sind gut zugänglich, die Schalldämmung funktioniert sehr gut. Auf dem Testboot sorgt ein rund 21,5 Kilowatt starker Generator für Strom, ein Gyro-Stabilisator vom Typ Seakeeper 14 hält das Boot ruhig. Durchaus ein schönes Extra, auch angesichts der hohen Aufbauten. Angetrieben wird das Testboot von zwei Volvo Penta D11-IPS950 mit je 553 Kilowatt, zusammen 1.500 PS an zwei Pod-Antrieben. Die bei Booten dieser Größe übliche Joystick-Steuerung erleichtert das Manövrieren in Häfen oder in etwas engeren Buchten.
Auf freiem Wasser zeigt sich die Navetta 58 sehr kursstabil und gutmütig. Die Beschleunigung ist moderat, klar, sie ist nun mal mit ihren 38 Tonnen auch kein Sportboot. Die Lenkung ist elektrisch und gut zu dosieren.
Auf seine Welle setzt sich der Halbgleiter ganz langsam zwischen 1.500 und 1.800 Umdrehungen und um die 12 Knoten Geschwindigkeit. Als komfortable Gleitfahrt bleiben rund 21 Knoten bei 2.200 Umdrehungen in der Minute. Das ist auch der von uns gemessene wirtschaftlichste Fahrbereich. Das Boot verbrauchte dann in unserem Test 217 Liter mit beiden Maschinen. Rechnerisch ergibt sich so eine Reichweite inklusive 15 Prozent Reserve von 233 Seemeilen und ein Verbrauch von etwas über zehn Liter pro Seemeile. In der Spitze zeigt die Logge einen Wert von 28 Knoten bei 2.500 Umdrehungen an. Der Verbrauch liegt dann bei zusammengerechneten 298 Liter Diesel in der Stunde. Gerade die Marschfahrt ist für einen Halbgleiter dieser Größe und Masse im Rahmen. Deutlich wirtschaftlicher fährt man im Verdrängerbereich zwischen acht und elf Knoten, wo die Reichweite auf weit über 700 Seemeilen steigt, zuzüglich 15 Prozent Reserve. Damit zeigt sich der Charakter der Navetta 58: schneller Halbgleiter, wenn es sein muss, sparsamer Langstreckenläufer, wenn Zeit keine Rolle spielt.
Überraschend ist die Kurvenfahrt: Trotz der hohen Flybridge legt sich die Navetta 58 sauber in die Kurve, wirkt dabei stabil und deutlich sportlicher als die größere Schwester, die Navetta 62. Kräftige Wellen gab es an unserem Testtag leider nicht. Auch alle anderen Fahrmanöver absolvierte das Boot ohne Beanstandung und unaufregend. Die Geräuschkulisse blieb bei allen Drehzahlen angenehm zurückhaltend.
| Drehzahl U/min | Geschwindigkeit kn | Geschwindigkeit km/h | Verbrauch l/h | Reichweite sm | Reichweite km | Lautstärke dB(A) |
| 600 | 5,5 | 10,2 | 7,8 | 1.678 | 3.108 | 70 |
| 800 | 7,2 | 13,3 | 16 | 1.071 | 1.984 | 72 |
| 1.000 | 8,6 | 15,9 | 27 | 758 | 1.404 | 75 |
| 1.300 | 10,4 | 19,3 | 71 | 349 | 646 | 76 |
| 1.500 | 11,4 | 21,1 | 91 | 298 | 552 | 80 |
| 1.800 | 14,2 | 26,3 | 146 | 231 | 428 | 80 |
| 2.000 | 17,6 | 32,6 | 185 | 226 | 419 | 85 |
| 2.200* | 21,2 | 39,3 | 217 | 233 | 431 | 85 |
| 2.400 | 25,0 | 46,3 | 257 | 232 | 429 | 87 |
| 2.500 | 28,0 | 51,9 | 298 | 224 | 414 | 87 |
* Wirtschaftlichste Gleitfahrt. Gemessen vor Varazze Anfang Mai, zwölf Personen an Bord, nahezu kein Wellengang, leichter bis kein Wind. Reichweite mit 15 % Reserve. 100 % Wasser.
Bei rund 1.000 Umdrehungen und 8,6 Knoten liegt der Pegel bei etwa 75 Dezibel(A). In wirtschaftlicher Gleitfahrt (2.200 U/min, 21,2 Knoten) steigt er auf rund 85 Dezibel(A). Diese Werte sind am Fahrstand am Ohr des Fahrers gemessen.
Inverter-Klimaanlage · 3.000-Watt-Inverter · Feuerlöschanlage mit NOVEC 1230 · Autopilot · UKW-Funk mit DSC · Schwarzwassertank · Maschinenraum-Schalldämmung · Digital-TV-Antenne · Möblierung · U-Sofa im Salon · Seitenfenster
Absolute fertigt Rumpf und Aufbau aus GFK im eigenen Werk in Piacenza. Entwicklung, Prototypen und Bau bleiben im Haus, ganz ohne externe Designer. So können Qualitätsstandards auch in großen Serien überwacht werden.
Serienmäßig arbeiten zwei Volvo-Penta-IPS-Pods mit Joystick, dazu ein Bug-strahlruder. So legt der Skipper die 17,60-Meter-Yacht mühelos an. Auf Wunsch hilft Volvo Assisted Docking beim Anlegen.
Vom Cockpit bis in den Salon läuft das Deck ohne eine Stufe durch. Das schafft auf 17 Metern Länge viel Bewegungsfreiheit – fast wie in einer weiträumigen Wohnung.
Die Fahrersitze auf dem Hauptdeck lassen sich per Joystick stufenlos in der Höhe und nach vorne hin verstellen. Das geht spielend leicht
Hafenmanöver Schritt für Schritt - mit dem Motorboot erklärt An- und Ablegemanöver mit Bildfolgen aus der Vogelperspektive. Christian Tiedt und Lars Bolle zeigen die Abläufe für verschiedene Antriebsarten sowie für Liegeplätze am Steg, an der Muring und in der Box. Ergänzende Kapitel behandeln Ankern, Wenden, Verholen, Schleppen und Schleusen. So lassen sich einzelne Manöver vor dem nächsten Hafentag nachvollziehen und gezielt vorbereiten.
Boote-Bordbuch erweitert den Blick vom einzelnen Hafenmanöver auf den gesamten Motorboottörn. Christian Tiedt behandelt Fahrregeln auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen, Schifffahrtszeichen, Lichterführung sowie Seefunk und Schallsignale. Hinzu kommen Wetter, Seemannschaft und das Verhalten in Notsituationen. Kompakte Texte und ein Farbleitsystem erleichtern das Nachschlagen im Taschenformat, wenn Sie Wissen aus der Sportbootschule auffrischen oder eine konkrete Frage zum Bordalltag klären möchten.

Volontär
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.