Italyure 38Ein Boot für ein Leben im Dolce Vita-Stil

Jan-Ole Puls

 · 07.11.2024

Teak, Teak und nochmals Teak. Wer das edle Holz liebt, kommt bei diesem Design voll auf seine Kosten. Vor Mallorca musste sich das Boot der Boote-Redaktion einem Test unterziehen
Foto: Italyure Yachts
Teak, Teak und nochmals Teak. Wer das edle Holz liebt, kommt bei diesem Design voll auf seine Kosten. Vor Mallorca musste sich die Italyure 38 der BOOTE-Redaktion einem Test unterziehen

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An Deck des italienischen Bootes sind sowohl der Decksbelag, die Verkleidungsteile, die Dekore der Schränke und Fächer als auch das Schanzkleid auf der Oberseite mit Teakholz belegt. Sicherlich kann man hier über die Nachhaltigkeit streiten. Wenn es aus zertifizierten Plantagen stammt, kann man schon eher darüber hinwegsehen. Auf jeden Fall ist und bleibt es edel.

Beginnen wir zunächst außerhalb des Bootes. Wir tun uns schwer, das Design zu beschreiben. Ist es modern? Der Rumpf geht in diese Richtung, aber der Rest entspricht nicht unbedingt neuesten Designstudien. Im Vergleich zu den modernen und beliebten Entwürfen wie zum Beispiel der Axopar 37 oder der Naval S30 würde man eher von einem klassischen Look sprechen. Man könnte von einem eigenen italienischen Stil sprechen.

Italyure 38 in drei Ausführungen erhältlich

Im März 2021 wurde die Modellreihe der 38 zum ersten Mal vorgestellt. Sie kann in drei verschiedenen Versionen bestellt werden. Die Classic- und Comfort-Version sind mit Innenborder ausgerüstet, die von uns getestete Sportversion wird nur mit Außenborder ausgeliefert. Angehängt sind zwei weiße 350 PS starke Motoren von Suzuki.

Betritt man das 11,75 Meter lange Boot über die Badeplattform, fällt als Erstes die Hecksitzgruppe auf, die Platz für sechs bis acht Personen bietet. Die Polster sind angenehm, und man sinkt nicht zu tief ein. Klappt man den Tisch aus und senkt ihn von Hand ab, erhält man eine 1,66 x 1,63 Meter große Liegefläche. Für zwei Personen ist das ausreichend. Bei zu starker Sonneneinstrahlung kann der hintere Bereich mit einem Sonnensegel vom T-Top aus beschattet werden.

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Hinter der Sonnenliege ist eine kleine Pantry mit Kühlschrank, Spüle und Kocher eingebaut. Auch für Küchenzubehör ist ausreichend Platz. Weiter vorne sind an Backbord der Fahrstand und an Steuerbord der Niedergang angeordnet. Auf dem Vorschiff befindet sich eine weitere 1,73 x 1,80 Meter große Liegewiese mit aufstellbarer Rückenlehne. Ein Ankerkasten darf auch nicht fehlen.

Das Farbkonzept und das Layout

Eine Etage tiefer wird es schlichter. Viel Weiß und, wie sollte es anders sein, erneut viel Holz. Das Konzept ist vielleicht etwas in die Jahre gekommen, aber es wirkt stimmig. Dass unser Boot zum Verchartern genutzt wird, sieht man kaum. Wer weiß, wie Boote generell nach ein oder zwei Jahren in der Vermietung aussehen können, wird überrascht sein. Ein Zeichen für gute Qualität des Herstel- lers und guter Pflege des Vercharterers, Me Yachting auf Mallorca. Das Unternehmen ist außerdem Händler für die Marke. Besichtigungen und Probefahrten sind in der Marina La Lonja möglich.

Unter Deck befinden sich eine Toilette und zwei Kabinen. Die Betten in der Achterkajüte können entweder als Doppelbett oder als zwei Einzelbetten bestellt werden. Unsere Version hatte die Einzelbetten, die dann 0,52 x 1,80 Meter groß sind. Für Erwachsene zu klein, für kleine Kinder könnte es für die Nacht reichen. Luxuriöser geht es in der Eignerkabine im Vorschiff und in der Nasszelle zu. Hier ist das Bett 1,55 x 2,00 Meter groß und damit für zwei Personen mehr als ausreichend.


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Die Toilette mit angrenzender Dusche ist überraschend groß und hell. Auch das Design ist moderner mit einer Verkleidung in Marmoroptik. Auch dies spiegelt den italienischen Stil gut wieder. Ansonsten gibt es eine elektrische Toilette und ausreichend Stauraum.

Die Testfahrt mit der Italyure 38

Kommen wir zum Fahren. Die beiden Außenborder beschleunigen das Testboot auf bis zu 38 Knoten. Dabei hat man das Gefühl, dass sie sich anfangs etwas schwertun. Schaut man auf die Anzeige der Logge der Italure, ist das aber nicht der Fall. Wir sind schnell bei 27 Knoten, was auch der wirtschaftlichen Gleitfahrt mit 4500 Umdrehungen pro Minute entspricht. Dabei verbrauchen wir 4,61 Liter pro Seemeile. Beim Manövrieren in langsamer Fahrt merkt man das Gewicht von über 7,5 Tonnen und ist dankbar über das Bugstrahlruder. Bei schneller Fahrt von mehr als 20 Knoten bewegt sich die 38 Sport leichtfüßiger. Klar, 700 PS sind viel. Berücksichtigt man das Gewicht, ist es aber trotzdem kein Boot für Highspeed. Gedacht ist es in unseren Augen eher für die Familie, die einfach Spaß auf dem Wasser haben will und das Gefühl des Dolce Vita liebt. Und das vermittelt sie ohne irgendwelche Abstriche.


Vorteile

  • + Bugstrahlruder serienmäßig
  • + gute Bauqualität

Technische Daten

  • CE-Kategorie: x/8
  • Länge über alles: 11,75 m
  • Breite: 3,60 m
  • Verdrängung: 7500 kg
  • Tiefgang (Antrieb unten): 0,89 m
  • Designer Ing.: Maurizio Marzocca
  • Kraftstofftank: 700 l
  • Max. Motorisierung: 515 kW (700 PS)
  • Testmotorisierung: Suzuki DF 350, 2x mit 257 kW (350 PS)
  • Preis: ab 399 000€ Vertrieb
  • Testboot: me-yachting.de

Fazit

Die Bauqualität der Italyure 38 Sport ist gut. Beim Fahren fühlt sie sich etwas träge an, was sicherlich am Gewicht liegt. Das kann aber auch ein Vorteil sein; die Stabilität im Hafen oder am Ankerplatz ist dadurch höher. Alles in allem ein gelungenes Boot für die Familie.


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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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