Vandal 60Ein flotter Alu-Kat als Schatten für die Mutteryacht

Sören Gehlhaus

 · 29.06.2025

Gut gerüstet: Board-Halterungen am Alu-Aufbau. Baunummer 1 des Vandal 60 dient einem luxuriösen Mutterschiff als Versorger und schwimmende Wassersportbasis.
Foto: Roddy Grimes-Graeme
Vandal Marine stellt mit dem Vandal 60 Chase ein neues 19,70 Meter langes Begleitboot für Superyachten vor, das in Zusammenarbeit mit RWD entwickelt wurde.

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Vandal Marine erweitert seine Produktpalette um ein neues Begleitboot für Superyachten. Der Vandal 60 Chase ist ein 19,70 Meter langer Katamaran, der als schneller wie komfortabler Schatten für luxuriöse Mutterschiffe konzipiert wurde. Er folgt auf die kleineren Modelle 46 Explorer und 50 Explorer, die in den Jahren 2022 und 2024 eingeführt wurden und aus hochfesten Aluminiumlegierungen bestehen.

Foil zwischen den Rümpfen für Lift

Der Vandal 60 Chase nutzt eine integrierte Tragflügel-Technologie (Foil). Die Idee für den starren Flügel mittschiffs zwischen den Rümpfen kam von Scott Jutson. Der kanadische Konstrukteur verlieh zuvor kommerziell genutzten Katamaranen Flügel. Statt um das Abheben geht es allerdings stärker ums Anheben und eine freie Gleitfahrt. Die komplexe Steuerung der Foils und Trimmklappen entfällt mit diesem System, das etwa 40 Prozent des Bootsgewichts trägt und vornehmlich den Wasserwiderstand reduziert.

Dadurch verbessern sich Treibstoffeffizienz, Fahrkomfort und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Als Antrieb stehen zwei Optionen zur Verfügung: Die in Baunummer 1 verbauten Innenbordmotoren in Kombination mit Water Jets von Hamilton oder IPS-Einheiten von Volvo. Aber auch wie im ursprünglichen Vandal-Konzept vorgesehen, könnten Außenbordmotoren montiert werden (vier Mercury V12 mit je 600 PS / 441 kW). Unter Volllast läuft die Vandal 60 bis zu 40 Knoten, die Marschfahrt beträgt 30 Knoten. Bei dieser Geschwindigkeit und vollen Tanks soll eine Reichweite von 700 Seemeilen möglich sein.

Design und Ausstattung

Das neue Modell wurde in Zusammenarbeit mit den Superyacht-Designern von RWD entwickelt. Es verfügt über ein halboffenes Ruderhaus, ein großes offenes Achterdeck und eine Flybridge. Unter Deck sind Schlafplätz für bis zu sechs Gäste in drei Kabinen. Das Cockpit erstreckt sich über die gesamte Breite, und in den Boden sind Schienen für eine flexible Anordnung von Sitzgelegenheiten, Sonnenliegen oder Stauraum integriert. Alternativ kann die Fläche auch frei bleiben, um Wassersportausrüstung vorzubereiten und zu transportieren.

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Über eine Außentreppe vom Achterdeck aus gelangt man zur Flybridge mit zweitem Steuerstand sowie Platz für modulare Sitzgruppen oder Sonnenliegen. Die Fly schließt achtern mit einem Kran und Dach dahinter ab, auf dem ein Beiboot parkt und das gleichzeitig als Sonnenschutz für das Hauptdeck dient.

Einsatzmöglichkeiten

Der Vandal 60 Chase ist als vielseitiger Begleiter für Superyachten konzipiert. Er kann als schnelles Transportmittel für Gäste und Crew, als schwimmende Basis für Wassersportaktivitäten oder als zusätzliche Plattform zum Entspannen und Unterhalten genutzt werden. Der Kapitän der ersten Baunummer berichtet: „Wir haben festgestellt, dass es eine perfekte Ergänzung zur Flotte ist - ideal als großes Beiboot für lange Strecken, für eine Mischung aus Einsatzzwecken wie den Transport von Ausrüstung, als Wassersportbasis und als Unterhaltungsplattform.“

Über Vandal Marine

Vandal Marine wurde 2017 von Werft-Manager Ben Mennem und Superyacht-Designer Espen Øino gegründet – zunächst, um für sich selbst einen unkomplizierten und schnellen Kat mit hoher Reichweite zu bauen. Ihre 46 Explorer wollten sie zum „Glamping auf dem Wasser“ nutzen. Für ihr ultimatives Abenteuerboot ersuchten sie Tragflügel-Unterstützung. Ein starres Foil liefert Zusatzauftrieb und verspricht hohe Effizienz und Stabilität bei reduziertem Treibstoffverbrauch. Innen setzt Vandal auf robusten Industrial Chic.

Technische Daten Vandal 60 Chase:

  • Länge: 19,70 m
  • Breite: 5,50 m
  • Höchstgeschwindigkeit: 40 kn
  • Reisegeschwindigkeit: 30 kn
  • Reichweite bei Reisegeschwindigkeit: 700 sm
  • Antriebsoptionen: Innenbord (Volvo IPS/Hamilton Jets) oder Außenbord (4x Mercury V12 600 PS / 441 kW)
  • Kabinenanzahl: 3
  • Gäste: 6 Personen

Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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