Boote Exclusiv
· 11.09.2023
Wenn dieser Limousinen-Tender in den einschlägigen Yachting-Hotspots anlandet, erübrigt sich die Frage nach dem Mutterschiff. Offensichtlich wurde Espen Øinos jüngst von Lürssen abgelieferter 90-Meter-Entwurf auf 10,20 Meter herunterskaliert und verfeinert. „Norn“ hat mehr Ähnlichkeit mit einer Fregatte denn mit einer Yacht und kennt fast nur Kanten und kaum Rundungen. Dieses Designcredo nimmt auch das Beiboot der Yachtwerft Meyer auf, wobei das werfteigene Designteam für den Kreativtransfer verantwortlich zeichnete. Der Plattbug stellt eine nahezu Eins-zu-eins-Kopie dar, wirkt wie ein Rammbock und scheint jederzeit bereit, die See entzwei zu teilen. Am unteren Steven fügt sich der Schutzschild aus poliertem Edelstahl bestens in das martialische Gesamtbild ein.
Auch den bösen Blick hat die Kleine von der Großen übernommen. Der Grund: Das Yachtwerft-Meyer-Team lässt das Dach vorn über schwarze Scheiben kragen. Davor liegt der Steuerstand des Tender-Kapitäns, der das GFK-Abbild ein gutes Stück flotter als den Stahl-Alu-Verdränger bewegt. Die Bremer Tender-Manufaktur, die auch Komposit-Teile für Megas und Gigas fertigt, verbaute in „TT Norn“ einen Volvo D6-440 mit Z-Antrieb und 324 Kilowatt Leistung, der maximal 40 Knoten schnelle Transfers ermöglicht. Zwölf Gäste nehmen in klimatisierter Umgebung auf hellgrauen Ledergarnituren Platz, wo sie dank eines Kreiselstabilisators von Quick selbst bei Langsamfahrten und Seegang komfortabel sitzen. Rollbewegungen werden auch bei Stillstand unterbunden, etwa wenn das Boarding achtern, seitlich oder über die klappbare Frontscheibe an Bord geschieht.