Nicht der Eigner soll sich seiner Yacht anpassen, sondern die Yacht ihrem Eigner: Dieser Gedanke bildete den Ausgangspunkt für NEXO, ein neues 30-Meter-Konzept der Van der Valk Werft. Der Name steht für „New Experience X-Over“ und beschreibt eine Crossover-Yacht, die gleichermaßen als Rückzugsort, Freizeitplattform und Basis für Aktivitäten auf dem Wasser dienen soll.
Entwickelt wurde NEXO gemeinsam mit dem niederländischen Designbüro Phathom Studio. Das Konzept richtet sich an aktive, designaffine Eigner, die von ihrer Yacht mehr erwarten als großzügige Kabinen und repräsentative Gesellschaftsräume. Statt einer starren Raumaufteilung setzt der formschöne Explorer auf Bereiche, die je nach Tageszeit, Stimmung und Anzahl der Gäste unterschiedliche Funktionen übernehmen können.
Phathom Studio beschreibt die gestalterische Linie als „Soft Minimalism“. Im Mittelpunkt stehen Ruhe, Komfort und eine fließende Verbindung zwischen Innen- und Außenbereichen. Helle Weiß- und Cremetöne treffen auf sandige und neutrale Nuancen. Materialien wie Stein, Leinen und Leder sollen eine wohnliche, zurückhaltende Atmosphäre schaffen.
Kein einzelnes Element soll dabei um Aufmerksamkeit konkurrieren. Vielmehr dienen Farb- und Materialwahl dazu, den Blick auf die Umgebung zu lenken und ein Gefühl der Entspannung zu erzeugen. Große Öffnungen sowie weitläufige Decksflächen verstärken die Nähe zum Meer.
Besonders deutlich wird dieser Ansatz im Salon auf dem Hauptdeck. Seitlich ausklappbare Terrassen erweitern den Innenraum nach außen und schaffen eine offene Plattform über dem Wasser. Passend dazu lässt sich auch die Bar neu positionieren: Das mit Kühlschrank und Eisbereiter ausgestattete Pop-up-Modul kann bei geöffneten Balkonen nach außen fahren. Wird es nach innen bewegt, kommt ein verborgenes Spülbecken zum Vorschein. Je nach Konfiguration lassen sich die Barhocker innen oder außen aufstellen.
NEXO ist für bis zu zehn Gäste in fünf Kabinen ausgelegt. Die Eignersuite liegt im vorderen Bereich des Hauptdecks und nutzt die volle Breite des Rumpfes. Zum Bad gehören eine verglaste Dusche, eine freistehende Badewanne, ein großzügiger Waschtisch sowie eine separate Toilette.
Auf dem Unterdeck befinden sich zwei VIP-Kabinen und zwei Zweibettkabinen. Hinzu kommen Unterkünfte für fünf Crewmitglieder sowie eine Crewmesse im achterlichen Bereich.
Auch auf den Außendecks ist Flexibilität das Leitmotiv. Der Bugbereich kann als Sonnenlounge dienen, sich in ein offenes Fitnessareal verwandeln oder als Kino unter freiem Himmel genutzt werden.
Ähnlich variabel fällt die Lounge auf dem Oberdeck aus. Sie lässt sich als kombinierter Innen- und Außenessbereich, Fitnessraum oder Spa konfigurieren. Das mehrschichtig gestaltete Hardtop kann zudem mit einem Glasdach und einer elektrisch betätigten Sonnenblende ausgestattet werden. So bleibt der Bereich wettergeschützt, ohne seine offene Wirkung zu verlieren.
Das Heck bildet den emotionalen Mittelpunkt von NEXO. Van der Valk plant hier einen zweistöckigen Beachclub, der den unmittelbaren Kontakt zum Wasser in den Vordergrund rückt. Auf der oberen Ebene befindet sich ein zentral angeordneter Whirlpool. Seitliche Terrassen klappen nach außen und vergrößern die verfügbare Fläche über dem Meer.
Darunter liegt eine verdeckte Garage für Tender, Jetskis und weiteres Wassersportequipment. Eine hydraulisch betriebene Badeplattform lässt sich bis zur Wasserlinie absenken und erweitert den Beachclub um einen komfortablen Zugang zum Meer.
Für den Antrieb sehen die Yachtbauer mit Hallen in Waalwijk wahlweise zwei oder drei IPS-Einheiten vor. Konkrete Angaben zu Motorisierung, Geschwindigkeit, Reichweite und Tankkapazitäten wurden bislang nicht genannt.
NEXO befindet sich noch im Konzeptstadium. Der Entwurf zeigt jedoch, wohin die Reise bei kompakten Superyachten gehen könnte: weg von fest definierten Räumen, hin zu einer wandelbaren Architektur, die Wellness, Geselligkeit und Aktivitäten auf dem Wasser miteinander verbindet. Auf 30 Metern will NEXO damit nicht möglichst viel unterbringen – sondern möglichst viele unterschiedliche Erlebnisse ermöglichen.
Van der Valk ließ mit der 39,92 Meter langen „Shine“ dieses Frühjahr bisher ihre größte Yacht zu Wasser.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
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