Project 826 markiert einen Stilwechsel bei der niederländischen Werft. Die 80 Meter lange Yacht zeigt ein flaches Profil mit nur zwei Decks über dem Hauptdeck. Designer Malcolm McKeon hat bisher mehr als 200 Yachten entworfen, davon 55 im Super-Segment - die allermeisten davon mit Segeln. Ein Beispiel: die Baltic 121.
McKeon zeichnete einen senkrechten Bug, so wie es bei Hochleistungs-Seglern üblich ist. Nach achtern wird der Rumpf breiter, was Widerstand und Strömungsabriss verringern soll. Zur Mitte hin gibt es eine leichte Einwölbung, bevor das Heck in einer geschwungenen Teakholzfläche endet.
Die silbern schimmernde Struktur der Aufbauten trifft auf raumhohe Glaswände. Schwarze Paneele und vertikale Teakholzstreifen setzen Kontraste. 101 Meter von Feadship.
Haupt- und Oberdeck lassen sich komplett umlaufen. Ein Wintergarten verwandelt sich durch faltbare Glaspaneele vom Innen- in einen Außenraum. Das Hauptdeck bietet einen 6,37 Meter langen Pool mit Lounge. Stufen führen unter dem gebogenen Glasboden des Pools hinab zum Beachclub.
Der Beachclub nimmt 165 Quadratmeter ein und ist damit der größte, den Feadship je gebaut hat. Das Layout zieht sich über zwei Ebenen: Eine abgesenkte Lounge mit Bar bildet das Zentrum. Wenige Stufen höher führt eine umlaufende Galerie zu massiven Teakholzklappen. Diese schwenken nach außen und werden zu Terrassen, die 70 Zentimeter über dem Wasser schweben. 80-Meter-Feadship mit Glaskuppel.
Die Sicht nach außen ist fast nahtlos, weil keine dicken Rumpfstrukturen die Türen einrahmen. Feadship entwickelte dafür eine neue Technik: Die Antriebe zum Öffnen und Schließen der Luken sitzen in den Türen selbst, nicht in dicken Rumpfsektionen oder Heckpfeilern.
Im Beachclub verbinden sich die diversen Bereiche für Wassersport, Fitness und Massage. An Backbord und Steuerbord liegen die Trainingsflächen mit Cardio- und Kraftgeräten. Auf der Steuerbordseite ist alles bereit für Yoga-Übungen, an Backbord hingegen stehen Seilzüge und freie Gewichte. Über klappbare Rumpftüren, die sich zu Terrassen öffnen, strömt Luft in die Sportarena.
Das italienische Studio m2atelier aus Mailand gestaltete die Innenräume in warmen Farben.
Die Brücke, die Kapitänskabine und das Büro liegen ganz vorn auf dem Hauptdeck. Von dort blickt man auf das Helideck, das auch als Pickleball-Platz mit abnehmbarem Netz dient. Flache Starlink-Empfänger machen große Satellitenkommunikations-Domes am Mast überflüssig.
Das Sonnendeck hat ein kleines Hardtop, das den geraden, horizontalen Dachlinien der unteren Decks folgt. Statt Säulen tragen breite, silberfarben lackierte Wände die Struktur. Sie schirmen eine runde Bar mit Sitzbereich ab.
Der Dieselantrieb erfolgt direkt über Wellen und Propeller. Drei Scania-Generatoren in einem schallisolierten Raum unterstützen mit elektrischer Energie. Für den Gästetransport vom und zum Schiff lagern zwei große Tender in einer Bug-Garage.
Jan-Bart Verkuyl, Feadship-Direktor, erklärt: “Diese Yacht stelle ein neues Designkapitel in unserer Geschichte dar. Ein so klares Profil zu erreichen und gleichzeitig die technische Komplexität der Heckarchitektur und die Größe der Beachclub-Öffnungen unterzubringen, erforderte ein hohes Maß an technischer Innovation.”

Redakteurin News & Panorama