Bei einer Verdrängung von 440 Tonnen und einer Länge von 41,45 Metern liegt dieser Verbrauch deutlich unter dem vieler kleinerer Yachten. Das Schiff erreicht damit eine Reichweite von 8.900 Seemeilen – genug für die Strecke vom italienischen Werftstandort Sanremo nach Australien ohne Zwischenstopp. Die Yacht ist das erste Stahlschiff der Werft und begründet eine neue Produktlinie für Custom-Explorer.
Der Antrieb besteht aus zwei Volvo Penta IPS40-Pods mit vier D13-Motoren, die den IMO-Tier-III-Standard erfüllen. Die gegenläufigen Propeller ermöglichen eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Wellenantrieben. Mit einem Tankvolumen von 56.300 Litern und Platz für 19 Personen sowie zwei acht Meter langen Tendern verbindet „Even Further" Langstrecken-Fähigkeiten mit Komfort.
Das System aktiviert beim Beschleunigen zunächst zwei der vier Motoren, während die anderen beiden auf Betriebstemperatur bleiben. Bis etwa 1.550 Umdrehungen pro Minute arbeiten die aktiven Aggregate bei 80 Prozent Last. Oberhalb dieser Schwelle schalten sich die anderen beiden Einheiten zu. Die Last verteilt sich dann gleichmäßig auf alle vier Motoren. 42 Meter komplett aus Alu
Im Eco-Modus erreicht die Yacht 9,5 Knoten bei durchschnittlich 60 Litern pro Stunde. Bei 12,5 Knoten liegt der Gesamtverbrauch bei 150 Litern, wobei hier nur zwei Motoren laufen. Bei höheren Geschwindigkeiten arbeiten alle vier Aggregate. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 14 Knoten (280 Liter/Stunde, Motorlast 54 Prozent), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 16,3 Knoten. Diese kann laut Rodolfo Amerio, CEO von Amer Yachts, maximal zwei Stunden am Stück pro zwölf Betriebsstunden gehalten werden.
Die Wasserlinien des Stahlrumpfes resultieren aus mehr als 15 Jahren Forschung und Entwicklung der Werft und ihren Ingenieurspartnern. Amer Yachts begann vor über zwölf Jahren mit der Erprobung von IPS-Antrieben für große Rümpfe, als die Branche diese Technologie noch eher für kleinere Yachten vorsah.
Barbara Amerio, CEO von Amer Yachts: „Wir begannen Ende der Achtzigerjahre und wählten lange bevor diese Themen breit diskutiert wurden einen Weg, der uns heute für die großen Opfer und anfängliche Skepsis belohnt."
Das Design lieferte Luiz De Basto, die Konstrukteure von Optima Design Italy zeichnen für die technische Umsetzung verantwortlich. “Even Further” verbirgt ihre Explorer-Eigenschaften hinter der Ästhetik und dem Komfort einer Superyacht. So ist etwa die Flybridge 17 Meter lang.
Unter der Oberfläche zeigt sich die wahre Natur: hoher Bug, Kräne mit jeweils 8.000 Kilogramm Tragkraft, ein Touch-and-Go-Helipad auf dem Vordeck und ein Ruderhaus mit 270-Grad-Sicht sowie durchgehender, nach vorne geneigter Windschutzscheibe. Die Eisklasse-Zertifizierung qualifiziert das Schiff für Fahrten in polaren Gewässern.
Die Ergebnisse der Amer 42 Explorer bestätigen laut Nicola Pomi, Vizepräsidentin Yacht & Superyacht bei Volvo Penta, die Wirksamkeit der IPS Professional Plattform auch bei so “schweren” Rümpfen. Die Reduzierung von Lärm und Vibrationen sorge für Komfort, der bei langen Ozeanpassagen wichtig sei.
Bei den Custom-Superyachten weichen die tatsächlichen Leistungsdaten häufig von den Planungswerten ab. Amer Yachts verfolgt einen anderen Ansatz: Rodolfo Amerio deklarierte alle Leistungsdaten für „Even Further" – Kraftstoffverbrauch, Geschwindigkeit und Reichweite – bereits vor der Kiellegung. Nach der Auslieferung wurden diese Werte sogar noch übertroffen.
Die Amer 42 Explorer startet eine neue Ära für Amer Yachts: große Explorer mit Stahlrumpf. Individuelles Design, Bauqualität und Antriebstechnologie treffen in Schiffen zusammen, die für weltweite Einsätze konzipiert sind. Der Name „Even Further" ist Programm: weiter fahren, weniger verbrauchen, geringere Emissionen verursachen und dabei weder auf Luxus noch Komfort verzichten.

Redakteurin News & Panorama
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