“Angiola II”Superyacht sinkt vor Sardiniens Küste

Martin Hager

 · 14.08.2026

Die Baunummer zwei der F100-Serie lief 2029 vom Stapel und wurde 2020 an ihre Eigner übergeben. Seither wurde sie zweimal verkauft. Nun sank das Schiff vor der Küste Sardiniens, nach den genauen Ursachen der Havarie wird gesucht.
Foto: Amer Yachts
Die 29,6 Meter lange Motoryacht “Angiola II” sank vor Capo Ferro auf Sardinien. Alle 14 Personen an Bord konnten evakuiert werden. Die im Jahr 2020 von Permare abgelieferte Yacht liegt nun teilweise versunken vor der Costa Smeralda.

Am Dienstag den 11. August sank die 29,6 Meter lange Amer-Motoryacht “Angiola II” in den Gewässern zwischen Poltu Quatu und Porto Cervo vor Capo Ferro an Sardiniens Costa Smeralda. Zahlreiche Touristen filmten das Unglück und teilten ihre Videos auf Social Media-Kanälen. Laut lokalen Berichten brach zunächst ein kleineres Feuer im Maschinenraum aus, bevor das Schiff zu sinken begann. Die Flammen konnten zwar gelöscht werden, doch die 14 Personen an Bord – Gäste und Crew – mussten auf ein anderes Schiff evakuiert und nach Poltu Quatu gebracht werden. Verletzt wurde Medienberichten zufolge niemand. Die Küstenwache von La Maddalena rückte zum Einsatzort aus. Als die Rettungskräfte eintrafen, war “Angiola II” bereits teilweise unter Wasser. Um die Yacht wurden Ölsperren ausgelegt, bislang wird keine Kraftstoffverschmutzung gemeldet. Ein Bergungsunternehmen soll die notwendigen Arbeiten durchführen, während die Untersuchungen zur Havarie angelaufen sind.

Empfohlener redaktioneller InhaltTik Tok

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Technische Details “Angiola II”

“Angiola II” wurde im Ende 2019 von der italienischen Werft Permare unter der Marke Amer Yachts zu Wasser gelassen und 2020 an ihre Ersteigner abgeliefert, die sie auf “The Limbo” tauften. Sie ist der zweite Rumpf der Amer F100-Serie, die zuvor als Amer Cento-Serie bekannt war. Das Außendesign und die Schiffsarchitektur stammen von Verme Projects, während das Interieur von Wilmotte & Associés Architectes entworfen wurde. Der Halbgleiter mit GFK-Rumpf und -Aufbauten bietet mit einem Innenraumvolumen von 145 Gross Tons viel Platz für bis zu zehn Gäste in fünf Kabinen, die Crew-Unterkünfte nehmen fünf Besatzungsmitglieder auf. Vier Volvo Penta-Motoren wirken auf IPS-Einheiten und sorgen für eine Reisegeschwindigkeit von 21 und einen Topspeed von 26 Knoten.

Empfohlener redaktioneller InhaltTik Tok

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Stellungnahme der Werft

Amer Yachts äußerte sich BOOTE und BOOTE EXCLUSIV gegenüber bereits zu dem Vorfall. „Dies ist nicht, wie die meisten Medien schreiben, ein neues Boot, sondern eine Yacht, die wir 2020 ablieferten und die seitdem mehrfach verkauft wurde. Der jüngste Verkauf zwischen Privatpersonen wurde von Maklern außerhalb der Werft abgewickelt", erklärte Barbara Amerio, Co-CEO von Amer Yachts. Die Werft habe sich um die Wartung des Bootes gekümmert, solange es unter Garantie stand. „Wie alle anderen sind wir erleichtert, dass Gäste und Crew in Sicherheit und wohlauf sind – und warten wie alle anderen auf die offiziellen Ergebnisse der Untersuchung", so Amerio weiter. Die Tanks seien strukturelle Doppelbodentanks. Wenn das Boot korrekt geborgen werde, gebe es keine Kraftstofflecks. „Es ist schmerzhaft, ein Boot sinken zu sehen, dem wir anderthalb Jahre Arbeit gewidmet haben und das wir wie alle unsere Boote bis ins kleinste Detail gepflegt haben. Wir stehen selbstverständlich für weitere Informationen zur Verfügung", betont die Geschäftsführerin.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

Meistgelesen in der Rubrik Boote