Arcadia A80newKompakte Italienerin für flachere Reviere

Uske Berndt

 · 20.03.2026

Markant: Das Wide-Body- Konzept und die Optik übernimmt die A80new weitgehend von der A96.
Foto: PR
​Mit der A80new zeigt Arcadia eine kompakte Superyacht, die mit knapp unter 24 Metern kurz genug ist, um überall küstennah zu ankern. Viel Volumen bekommen die Kunden trotzdem – und ein schwimmendes Zuhause, das Komfort und Nachhaltigkeit unter ein Hardtop bringt.

​Die Balearen, die Côte d’Azur, Korsika und Capri zählen dank ihrer traumhaften Buchten und ihrer hervorragenden Infrastruktur zu den Lieblingszielen vieler Eigner. Aufgrund neuer Gesetze dürfen allerdings in einigen Yachting-Hotspots des Mittelmeers Schiffe mit einer Gesamtlänge von über 23,99 Meter nicht mehr in landnahen Gebieten ankern. Das war ein Grund für Arcadia, die A80new mit exakt 23,98 Meter Länge aufzulegen. „Wir möchten, dass die Eigner diese Küsten genießen können“, so Verkaufsdirektor Francesco Ansalone. Mit nur 1,74 Meter Tiefgang kann die kompakte Italienerin auch flachere Reviere erreichen.

​Die A80new ist die kleine Schwester der A96

Die A80new ist die kleine Schwester der A96 Zugegeben, die A80new zeigt keine bahnbrechend neuen Merkmale, im Prinzip hat das Designteam der Werft mit Sitz am Golf von Sorrent das Konzept von der A96 abgeschaut, der Igor Lobanov seinen Stempel aufgedrückt hatte. Arcadia hat zudem den Ansatz „ganzheitliches Wohlbefinden für einen aktiven, aber nicht hektischen Lebensstil“ fortgeführt und dabei das Motto „Resort-Yacht“ aufgegriffen. Einzigartig bei ihrer Länge ist vor allem die Kombination: ein Wide-­Body-­Aufbau für ein enormes Volumen von 131 Gross Tons und 250 Quadratmeter Wohnfläche, ein erhöhtes Ruderhaus (das erste für Arcadia), fünf Gästekabinen für größere Familien oder Freundesgruppen sowie im Vorschiff ein Quartier für vier Crewmitglieder mit kleiner Messe und zwei Doppelkabinen plus WC und Dusche.

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Mit der Position der Crewquartiere und der von dort direkt erreichbaren, zusammen mit Valcucine entwickelten Galley bietet dieses Layout viel Privatsphäre auf beiden Seiten und dazu ein hohes Service-Level. Die Liste der im Gesamtpaket hervorstechenden Punkte rundet eine mit 80 Quadratmetern überdurchschnittlich große Fly ab. „Kein Wettbewerber hat aktuell so eine Yacht im Programm“, fasst Ansalone zusammen.

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Wozu eine Klimaanlage, wenn die Meeresbrise kühlt

Im Einklang mit der DNA von Arcadia mussten die Konstrukteure auf die Umwelt achten, wo es ging: Die A80new ist mit Solarpaneelen (4,5 kWh Leistung) ausgestattet, die eine 98-prozentige Steigerung der Effizienz pro Quadratmeter im Vergleich zu den Anfangsjahren der Marke liefern. Es sollte eben nicht nur die kürzere Länge sein, die die neue A80 und damit die Werft weiter in Richtung Green Yachting marschieren lässt, zu dieser immer wieder heraufbeschworenen grünen Philosophie Arcadias, die das Leben im Einklang mit Luft, Sonne und Wasser umfasst. Unter diese Rubrik fallen an Bord allgemein energieeffiziente Systeme. „Wenn beidseitig große Fenster geöffnet werden, kühlt die Meeresbrise die Räume herunter“, sagt Ansalone. Eine Klimaanlage sei dann oft nicht notwendig.

Auch der Antrieb gibt sich sparsam. Der 78-Tonner mit zwei Volvo-IPS-Paketen liefert die in dieser Kategorie üblichen Fahrleistungen, je nach Motorenoption sind bis zu 21 Knoten Topspeed möglich. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei langsamer Fahrt (10 bis 17 Knoten) und laut Werftangaben zwischen 20 und 40 Prozent unter dem Marktdurchschnitt. Francesco Ansalone verkündet bei der Präsentation der Neuheit noch weitere Zahlen: „50 Liter Diesel pro Stunde bei 10 Knoten und ein Verbrauch 89 Litern bei 12 Knoten Fahrt.“ Diese langsamen Geschwindigkeiten entsprechen dem Mobilitätskonzept der Werft am besten und passen einfach zur Idee eines entspannten Lifestyles auf dem Wasser.

Für das IPS-System entschied sich Arcadia bereits 2015. Zu den Vorteilen zählen ein dank kompakter Maße größeres Volumen im Gästebereich sowie ein erhöhter Komfort an Bord. Da die Welle wegfällt, entwickeln sich auch weniger Vibrationen als bei anderen Antrieben. Ein Stabilisierungssystem mit elektrischen Flossen von CMC Marine wird serienmäßig installiert. Dank wuchtigem Wide-Body-Rumpf holt die A80new das Maximum an Volumen für die Mastersuite heraus. Dieser Raum auf dem vorderen Hauptdeck nutzt die Rumpfbreite fast vollständig. Die übrigen vier Suiten verteilen sich symmetrisch auf dem Unterdeck, zwei haben ein Doppelbett und könnten auf Wunsch zu einer Suite verschmelzen, „für ein Familien­apartment“, erklärt Ansalone.

In den integrierten Stauräumen verschwindet alles

Wie bei Arcadia üblich, ist das Hauptdeck ein offener Raum, der Innen- und Außenbereich nahtlos verbindet und die Natur in höchster Auflösung vor die Linsen schiebt. Diesen Effekt verstärken die großen, weit zu öffnenden Fenster, die am Heck und an der Backbordseite liegen. So können die Gäste die frische Meeresbrise und das Tageslicht genießen. Spiegel weiten zusätzlich den Raum, der dank der warmen Farben und abgerundeten Ecken einladend auftritt. Wie in der Lobby schlucken hier riesige, von außen unsichtbar ins Mobiliar integrierte Stauräume große Mengen an Utensilien. Über Stufen geht es hinauf zur kompakten Brücke.

Die Außendecks treten laut Werft als einladende Salons im Freien auf. Die Cockpit-Lounge liegt gut vor der Sonne geschützt, von hier gelangen die Gäste über wenige Stufen zum Beachclub. Eine Up-&-Down-Plattform macht den Einstieg ins Wasser leicht. Dazu vergrößern herunterklappbare Schanzkleider – optional erhältlich – die Nutzfläche erheblich. Dennoch bleibt hier genug Platz für die Multifunktionsgarage, die einen 3,95-Meter-Tender und diverse Sportgeräte aufnimmt und laut Arcadia ebenfalls konkurrenzlos groß ausgefallen ist.

​„Der privateste Bereich an Bord“ der Arcadia A80new

Eine weitere Terrasse liegt auf dem achterlichen Oberdeck. Sonnenbaden oder Tanzen: hier passt die Crew die frei stehenden Möbel jeder Situation an. Auch die Sofalandschaft unter dem schützenden Hardtop gibt sich flexibel und wird auf Wunsch mit wenigen Handgriffen zur Kino-Liege. Der Bildschirm dafür surrt aus dem gegenüberliegenden Side­board hervor. Wer hingegen Ruhe sucht, setzt sich in die Bug­lounge, dieser Freisitz ist laut Ansalone „der privateste Bereich an Bord“. Hier schützt ein mobiles Bimini vor Sonne, die Liege­wiese wandelt sich zur Sitzecke mit ausfahrbarem Tisch.

Die erste A80new wurde im Spätsommer 2025 gewassert und gab ihr Debüt auf dem Yachting Festival in Cannes. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Nummer zwei und auch schon drei verkauft – Letztere an Kunden, die bereits zur Arcadia-Familie gehören. Beide kommen noch dieses Jahr ins Wasser. „Mehr als drei bis vier Yachten pro Jahr bauen wir nicht“, bemerkt Francesco Ansalone, „wir möchten den Boutique-Charakter unserer Werft erhalten.“


Technische Daten

Bild 1
  • Länge über alles: 23,98 m
  • Länge (Wasserlinie): 22,27 m
  • Breite: 6,95 m
  • Tiefgang: 1,74 m
  • Verdrängung (leer): 78 t
  • Material: GFK
  • Rumpf: Halbgleiter
  • Motoren: 2 x Volvo Penta IPS 1200/1350
  • Motorleistung: 882/993 kW
  • Geschwindigkeit (max.): 19–21 kn
  • Geschwindigkeit (Reise): 16–18 kn
  • Generatoren: 2 x 28 kW/2 x 32 kW
  • Kraftstoff: 8.100 l Wasser: 2.000 l
  • Stabilisatoren: CMC Marina
  • Konstruktion: Arcadia Yachts
  • Exterieurdesign: Arcadia Yachts
  • Interieurdesign: Arcadia Yachts
  • Klasse: CE-A RINA
  • Werft: Arcadia Yachts, 2025
  • Startpreis: ca. 6,2 Mio. Euro

Uske Berndt

Uske Berndt

Redakteurin News & Panorama

Uske hat eine Schwäche für die ganz Großen und schreibt vor allem Geschichten über motorisierte Superyachten: Neubauprojekte, Wasserungen und detaillierte Porträts. Dabei nimmt sie die Leser über alle drei bis sechs der schwimmenden Etagen mit, erklärt die Antriebstechnik und die Finessen des Interieur-Designs. Je exklusiver und spezieller, desto besser.

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