„Breakthrough“Premiere in Amsterdam – 119-Meter-Yacht bunkert Wasserstoff

Sören Gehlhaus

 · 06.06.2025

„Breakthrough“ ist die erst Wasserstoff-Superyacht der Welt in dem Sinne, dass Brennstoffzellen mit 3 MW Gesamtleistung sowohl Hotel- als auch Antriebslast der 119-Meter-Feadship abdecken können.
Foto: Feadship
Im Hafen von Amsterdam bunkerte die 119 Meter lange "Breakthrough" erstmals Flüssigwasserstoff. Das gelangt aus Kryotanks in leistungsstarke Brennstoffzellen, die auch die elektrischen Antriebs-Pods mit Energie versorgen können.

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Mit dem Bunker-Prozedere der 118,8 Meter langen Gigayacht schrieb der Hafen von Amsterdam Geschichte: Zum ersten Mal fand in den Niederlanden die Betankung eines Schiffes mit Flüssigwasserstoff statt. Ihren Bauplatz hatte die kürzlich abgelieferte "Breakthrough" bei Feadship in Kaag, wenige Seemeilen südwestlich der niederländischen Metropole.

Innovative Technologie an Bord von „Breakthrough“

Projekt 821 entstand als weltweit erste Superyacht mit einem integrierten Wasserstoff-Brennstoffzellensystem, das auch den elektrischen Antriebs-Pods als Energiequelle dient. Strom wird ohne Verbrennungsprozess erzeugt und als einziges Nebenprodukt entsteht Wasser. So denn der Flüssigwasserstoff grün ist, also mithilfe erneuerbarer Energien erzeugt worden ist, emittiert das System keine lokalen Treibhausgase oder andere schädliche Partikel. Mit ihren 3 Megawatt Gesamtleistung erzeugen die PEM-Brennstoffzellen der schwedischen PowerCell Group ganze 30 Prozent der Gesamtenergie. Den Rest decken drehzahlvariable Diesel-Generatoren ab, die mit HVO-Diesel laufen können. Eine Batteriebank kappt Lastspitzen.

Methanol als alternativer Energieträger

Eine Reihe von Yachtwerften wie Lürssen oder Sanlorenzo setzen derzeit auf Methanol als Alternative zu Wasserstoff. Der Vorteil: Der Energieträger muss nicht bei -253 Grad Celsius in Drucktanks gelagert werden, sondern in Tanks vergleichbar zu denen von Diesel. Die Nachteile: Aufgrund der geringeren Energiedichte von Methanol im Vergleich zu Diesel fallen die Tanks in etwa doppelt so groß aus. Zudem muss Methanol über Reformer, die den Brennstoffzellen vorgeschaltet sind, in Wasserstoff umgewandelt werden. Wenn alles emissionsfrei ablaufen soll, ist auch hier grünes Methanol erforderlich.

Truck-to-Ship Betankung

Der Betankungsvorgang von "Breakthrough" begann mit einer ersten Lieferung von Flüssigwasserstoff, gefolgt von mehreren Nachbetankungen in den darauffolgenden Wochen. Das Bunkern führte ein speziell ausgerüsteter Lastwagens des Unternehmens Air Products durch. Die sogenannte Truck-to-Ship Betankung stellt eine flexible und effiziente Methode dar, um auch größere Schiffe mit dem innovativen Treibstoff zu versorgen.

Amsterdams oberste Hafenmeisterin, Milembe Mateyo, kommentiert: “Wir erwarten, dass mehrere alternative Kraftstoffe für die Schifffahrt nebeneinander existieren werden. Dies erfordert von uns und den Unternehmen im Hafengebiet Flexibilität und Weitsicht. Wir sind stolz darauf, dass in unserem Hafen nun eine erste Bunkerung mit flüssigem Wasserstoff stattgefunden hat. Es zeigt, dass Wasserstoff als Kraftstoff eine praktikable Lösung für den emissionsfreien Schiffsbetrieb ist. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Schifffahrt und unser Ziel, dies als Multi Fuel Port zu ermöglichen".


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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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