“L Symphony” wurde kürzlich auf einem Schwerlastponton aus den Hallen der Stahlbau-Nord-Werft transportiert. Das 87,9 Meter lange Schiff hatte dort seine Konversion von einem Offshore-Versorgungsschiff zur privaten Expeditionsyacht durchlaufen. Die Lloyd Werft leitete das Projekt auf dem Gelände der Bremerhavener Werft. Das Schiff wurde 2015 bei ASL Shipyard in Indonesien als kommerzielles Versorgungsschiff für die Öl- und Gasindustrie gebaut. Die Konstruktion verfügte über ein offenes Arbeitsdeck und einen hohen Bug für transozeanische Fahrten unter Last. Diese charakteristischen Merkmale eines Arbeitsschiffs wurden während der Umbauphase grundlegend verändert. Die Werft hat Details zum Designteam nicht veröffentlicht. Das Projekt blieb bis zur Abfahrt weitgehend unter Verschluss.
Der 19-monatige Umbau veränderte die Silhouette des Schiffs erheblich. Im Vorschiffsbereich wurden vier zusätzliche Decks aufgebaut, die dem ehemaligen Arbeitsschiff ein völlig neues Profil verleihen. Am Heck wurde eine Struktur installiert, die als Hubschrauberlandeplatz dient. Die Aufbauten erstrecken sich über einen Großteil der ursprünglichen Arbeitsfläche. Die Werft behielt die grundlegende Stahlkonstruktion bei, ergänzte sie aber durch umfangreiche Aluminiumaufbauten. Die neuen Decks schaffen zusätzlichen Raum für Gästekabinen und Aufenthaltsbereiche. Das ursprüngliche Offshore-Design mit seinem robusten Bug bleibt erkennbar, wurde aber in die Yacht-Ästhetik integriert. Die Fensterfronten in den neuen Deckaufbauten deuten auf großzügige Innenräume hin. Die Lloyd Werft stattet das rund 3000 Tonnen verdrängende Schiff mit einem Interieur mit Superyacht-Standard aus. Die ursprünglich rot lackierte Stahlkonstruktion trägt jetzt eine cremefarbene Lackierung.
ASL Shipyard baute die “L Symphony” 2015 als reines Arbeitsschiff für den Einsatz in der Offshore-Industrie. Das offene Deck diente zur Lagerung von Ausrüstung und Versorgungsgütern. Der hohe Bug ermöglichte sichere Fahrten über große Distanzen auch bei schwerer See und voller Beladung. Diese robuste Konstruktion bildet jetzt die Basis für eine Expeditionsyacht. Die Stahlbauweise garantiert Stabilität und Reichweite für weltweite Einsätze. Umbauprojekte dieser Art nutzen die vorhandene Struktur kommerzieller Schiffe und wandeln sie für private Zwecke um. Einige dieser Ausnahme-Projekte befinden sich derzeit im Umbau oder in der Projektierungsphase. Die robusten Konstruktionen bieten Vorteile für Langstreckenfahrten in anspruchsvollen Gewässern. Die Lloyd Werft ist aktuell dabei die finalen Ausrüstungsarbeiten abzuschließen. Der Zeitplan für die Fertigstellung und Ablieferung ist bis dato nicht bekannt.
Die neuen Deckaufbauten schaffen Platz für umfangreiche Gästebereiche. Das Schiff wird nach Abschluss der Arbeiten über mehrere Lounges, Kabinen und Servicebereiche verfügen. Der Hubschrauberlandeplatz am Heck erweitert die Mobilität in abgelegenen Regionen. Die Expeditionsausrichtung kombiniert die Robustheit des ursprünglichen Offshore-Designs mit modernem Yachtkomfort. Stahlbau-Nord in Bremerhaven bot die notwendige Infrastruktur für das Großprojekt. Die Anlage verfügt über Kapazitäten für Schiffe dieser Größenordnung. Die Lloyd Werft brachte die Expertise für den Yachtumbau ein. Das Projekt zeigt den Trend zu Umbauten kommerzieller Schiffe für private Nutzung.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv