Die Auslieferung und Jungfernfahrt der „Nixie“ hatte BOOTE EXCLUSIV bereits vor Monaten gemeldet. Während der Monaco Yacht Show war das Redaktionsteam an Bord der Neuheit und gibt mit dieser Bildergalerie einen Einblick auf die sechs Decks des imposanten 3014-Tonners. Wir verraten zudem, was Chartergäste für eine Charterrate von 2,4 Mio. Euro pro Woche erwarten können.
“Nixie” wird von fließenden, geschwungenen Linien geprägt, die ihr einen beinahe organischen Charakter verleihen. Durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten entsteht ein kontinuierlicher Eindruck von Bewegung, während ihr großes Volumen kaum erkennbar ist. Die Außenlackierung ist in einem eigens entwickelten “Nixie”-Grau ausgeführt. Strukturelle Verglasungen mit abgestufter Tönung erwecken den Eindruck, als würden Glas und Stahl miteinander verschmelzen, anstatt lediglich aufeinanderzutreffen. Jede einzelne Glasscheibe wurde individuell geformt, wodurch die Grenze zwischen Rumpf und Aufbau zusätzlich abgemildert wird. Selbst der Mast wurde über die für eine Yacht dieser Größe üblichen Proportionen hinaus verfeinert und in Kopenhagen umfangreichen Windkanaltests unterzogen, um die Luftströmung zu optimieren.
„Eine Yacht mit universeller Anziehungskraft zu entwerfen, erfordert ein hohes Maß an Disziplin“, sagt Werftchef Peter Lürßen. „Als RWD die ersten Entwurfsskizzen präsentierte, blieb uns kaum etwas anderes zu tun, als sie zu bauen. Jede Yacht bringt ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich, und nahezu jede Lürssen führt etwas Bahnbrechendes ein. Für die Umsetzung dieses Projekts hätten wir uns keinen besseren Partner als RWD wünschen können.“
Da RWD für das gesamte Design verantwortlich zeichnete – von der Außenarchitektur über die Raumaufteilung im Interieur und die Auswahl der Möbel bis hin zur kuratorischen Betreuung von Kunstwerken –, verfügt “Nixie” über eine bemerkenswerte gestalterische Geschlossenheit. Obwohl jedes Deck für einen eigenen Zweck konzipiert wurde, zieht sich eine einheitliche Material- und Designsprache durch die gesamte Yacht. So entsteht ein harmonisches Gesamtbild, ohne die unterschiedlichen Anforderungen an ein privates Familienleben und einen anspruchsvollen Charterbetrieb einzuschränken.
Die Böden sind mit indischem Teakholz oder tiefen, weichen Teppichen ausgestattet. Die Innenräume wurden bewusst reduziert gestaltet, sodass Kunst und Möbel die jeweiligen Bereiche definieren. Im gesamten Interieur kommt kein Edelstahl zum Einsatz. Stattdessen wurde Bronze und Messing gewählt, um ein wärmeres Ambiente zu schaffen. Gekalkte Eiche bildet einen durchgängigen materiellen Leitfaden, dessen Charakter sich von Deck zu Deck verändert.
“Nixie” bietet Platz für 20 Gäste und 34 Besatzungsmitglieder. Für den Antrieb sorgt ein von Lürssens eigenen Ingenieursspezialisten entwickeltes dieselelektrisches Hybridantriebskonzept. Damit erreicht die Yacht Geschwindigkeiten von bis zu 19 Knoten und eine Reichweite von 6.000 Seemeilen.
Das Hauptdeck verbindet eine locker möblierte Cabana-Lounge mit dem offenen Achterdeck. Raumhohe Glastüren lassen sich laut Werft in die Struktur zurückfahren. Dahinter liegt der 7,5 Meter lange Pool, der teilweise über der Badeplattform angeordnet ist. Seine doppelte Glaswand erzeugt bei hohem Wasserstand einen Infinity-Effekt; ein niedrigerer Füllstand soll die Nutzung für Kinder erleichtern. Der Poolboden kann zwischen transparent und blickdicht umgeschaltet werden.
Die Lage des Beckens ist nicht nur gestalterisch auffällig. „Der Swimmingpool ist ein zentrales Designelement, das diesem Bereich seinen Charakter verleiht und zugleich ein hohes Maß an ingenieurtechnischer Disziplin erforderte“, sagt Tanja Peters, Projektmanagerin bei Lürssen. „Die Konstruktion musste strenge Anforderungen an Tragfähigkeit und technische Systeme erfüllen. Gleichzeitig verlangten die großen Glasflächen und die außergewöhnliche Form innovative Lösungen für die Integration der Überlauf-, Entwässerungs- und Wasseraufbereitungssysteme. Auch die Umgebung musste berücksichtigt werden – insbesondere die großen beweglichen Strukturelemente wie die Gangway und die Hecktür unterhalb des Pools.“
Das Achterdeck ist dezent möbliert und verfügt über mehrere Lounge- und Gesprächsbereiche, eine Wetbar mit Marmorplatte sowie einen Essbereich im Freien unter dem Überhang des Eignerdecks. Der Fletcher-Tisch bietet Platz für zwölf Personen und lässt sich drehen und erweitern, sodass bis zu 22 Gäste daran Platz finden. Zusammen bilden das Hauptdeck und die Cabana-Lounge eine fließende Innen-Außen-Umgebung, die für Geselligkeit und Entspannung konzipiert wurde.
Eine zentrale Lobby und ein gläserner Aufzug markieren den Übergang zwischen den gesellschaftlichen und den privaten Bereichen. Auf diesem Deck befinden sich sechs großzügig bemessene Gästekabinen. Vier davon verfügen über eigene Loungebereiche, Kingsize-Betten und mit Marmor verkleidete Badezimmer mit Wasserfallduschen oder Badewannen. Die beiden übrigen Suiten sind jeweils mit zwei Queensize-Betten ausgestattet und bieten damit zusätzliche Flexibilität für Familienmitglieder und Chartergäste.
Das Unterdeck ist ganz auf Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet und beherbergt einen der größten Beach Clubs, die jemals auf einer Lürssen-Yacht realisiert wurden. Die Badeplattform kombiniert offene und geschützte Bereiche, wobei der äußerste achterliche Abschnitt vollständig zum Meer hin geöffnet ist. Zur flexiblen Möblierung gehören Liegen und Nest-Sessel. Zwei cremefarbene Sitzbänke rahmen den zurückgesetzten Bereich unterhalb des Swimmingpools ein.
Breite, geschwungene achterliche Treppen führen hinauf zum Hauptdeck und zur Cabana-Lounge. Der auf Meereshöhe gelegene Beach Club wird durch eine Luke im Heckspiegel betreten. Diese wurde so konstruiert, dass sie sich um eine vertikale Achse dreht. Im geöffneten Zustand schließt sie bündig mit dem Deck aus indischem Teakholz ab, ohne dass Dichtungen oder Stufen sichtbar sind. Der 270 Quadratmeter große Beach Club umfasst eine Lounge, eine Bar, einen Essbereich und ein großes Fitnessstudio. Dieses kann durch zwei Glastüren mit Lamellenstruktur vom restlichen Bereich abgetrennt werden. Eine Dampfdusche und eine Kryotherapiekammer vervollständigen das Wellnessangebot.
Das Eignerdeck auf “Nixie” bietet ein gesetzteres gesellschaftliches Ambiente. Durch die raumhohe Verglasung eröffnet die Skylounge weite Panoramablicke. Sie umfasst einen formellen Essbereich für zwölf Personen sowie eine Lounge. Diese geht nahtlos in das elegante offene Entertainmentdeck über, das mit großzügigen Sitzgelegenheiten, einer Bar und einem Teppanyaki-Grill ausgestattet ist. Neben dem privaten Eignerappartement befinden sich auf diesem Deck drei exklusive VIP-Kabinen, die für die Kinder des Eigners vorgesehen sind. Jede verfügt über ein Kingsize-Bett, eine private Lounge und ein eigenes, mit Marmor ausgestattetes Badezimmer.
Die Eignersuite bietet einen 270-Grad-Blick auf die Umgebung. Direkt über dem Kingsize-Bett befindet sich ein großes elliptisches Oberlicht mit einem Rahmen aus gebürsteter Bronze. Separate Badezimmer für Sie und Ihn, ein Ankleidebereich, ein Arbeitszimmer und eine diskret hinter dem Vorschiff angeordnete Außenlounge vervollständigen die Hauptsuite. Das Vorschiff mit Helipad ist zudem für Touch & Go-Operationen geeignet.
Auf dem Brückendeck befindet sich eine dritte Lounge. Sie ist mit zwei elliptisch geformten, cremefarbenen Sofas, maßgefertigten Ottomanen und Gaming-Sesseln ausgestattet, die eine gemütliche Kinoatmosphäre schaffen. Die raumhohen Glastüren lassen sich vollständig öffnen. Der Teakboden im Außenbereich und der Marmorboden im Innenraum sind präzise aufeinander abgestimmt, sodass zwischen beiden Bereichen keine physische Schwelle besteht.
Achtern bietet das Brückendeck einen privaten Bereich für das Leben im Freien. Gesprächsbereiche und große Sofas gruppieren sich um eine kreisförmige Ethanol-Feuerstelle. Hinter der Feuerstelle kann eine Leinwand für Filmvorführungen unter freiem Himmel installiert werden. Umlaufende Decks verbinden die Lounge mit einem weitläufigen Außenbereich, der einen 360-Grad-Ausblick bietet.
Das oberste Deck ist vollständig dem Wohlbefinden gewidmet. Es ist ausschließlich über die Treppe oder den zentralen gläsernen Aufzug erreichbar und gehört damit zu den privatesten Bereichen an Bord. Helle Eiche und gerippte Steinoberflächen verleihen dem Raum eine bewusst beruhigende Atmosphäre. Zwischen den beiden offenen Decks im vorderen und achterlichen Bereich befinden sich ein Beauty-Salon, ein Massageraum und einen großzügigen Whirlpool mit Wasserfalldusche.
Es ist ungewöhnlich, das Wellnessdeck ganz oben anzuordnen. Doch dadurch entsteht ein vom übrigen Schiff abgeschirmter Bereich, in dem die Eignerin mit ihren Freundinnen oder das Paar vollkommen ungestört entspannen kann – mit einem Spa und einem umfassenden Wellnesserlebnis in der Sonne. Das vordere Deck wird von Sitzbänken und einem zentralen, nach vorn ausgerichteten Sofa eingerahmt. Anstelle der traditionelleren Beobachtungssitze bietet dieser Bereich damit ausreichend großzügige Sitzgelegenheiten für eine größere Gruppe, ohne beengt zu wirken.
Eine Glasreling, die ohne Stahlunterteilungen konstruiert wurde, sorgt dafür, dass der Bereich auch während der Fahrt genutzt werden kann, ohne die Sicht nach vorn zu beeinträchtigen. Achtern setzt sich das Wellnesskonzept mit einem Dampfbad, einer separaten Sauna, einem Whirlpool und mehreren Sitzbereichen fort.
Das Antriebskonzept kombiniert zwei MTU-Dieselmotoren mit zwei Reintjes-Hybridgetrieben. Deren PTO/PTI-Funktion erlaubt es, Leistung über die Wellenanlage für die Stromerzeugung abzunehmen (Power Take Off) oder elektrische Leistung in den Antriebsstrang einzuspeisen (Power Take In). Für Letzteres nennt das Datenblatt zwei elektrische Antriebe mit je 300 Kilowatt. Sechs Corvus-Orca-Batteriepakete speichern zusammen 474 Kilowattstunden; drei Scania-Generatoraggregate gehören ebenfalls zum System. Beim Manövrieren unterstützen ein 300-Kilowatt-Bugstrahlruder von Brunvoll und ein 240-Kilowatt-Heckstrahlruder von Voith.
| Werft / Baujahr | Lürssen / 2026 |
| Außen- und Innendesign | RWD Ltd. |
| Konstruktion | Lürssen |
| Länge über alles | 102,40 m |
| Länge in der Wasserlinie | 88,23 m |
| Breite | 14,86 m (auf Spant), 15,00 m maximal |
| Tiefgang | 3,90 m Entwurf, 4,00 m maximal |
| Bauweise | Stahl / Aluminium |
| Bruttoraumzahl | 3.360 BRZ (GT) |
| Verdrängung | 3.014 t; zugehöriger Tiefgang nicht veröffentlicht |
| Höchstgeschwindigkeit | 19 kn |
| Reichweite | 6.000 sm bei 12 kn |
| Hauptmotoren | 2 × MTU 16V4000M65L; Leistung nicht angegeben |
| Generatoren | 3 × Scania DI16 090M |
| Wellengenerator | 400 kW (PTO); Anzahl im Datenblatt nicht näher erläutert |
| Notstromgenerator | Scania DI13 075M |
| Hybridgetriebe | 2 × Reintjes mit PTO/PTI-Funktion |
| Propeller | 2 × Schaffran-Festpropeller |
| Elektrische Antriebe | 2 × 300 kW (PTI) |
| Batteriespeicher | 6 × Corvus Orca, insgesamt 474 kWh |
| Steueranlage | 2 × Kongsberg-Steuergetriebe; 2 × Becker-Klappenruder |
| Bugstrahlruder | Brunvoll LowNoise, 300 kW |
| Heckstrahlruder | Voith Rim Thruster, 240 kW |
| Kraftstoffkapazität | ca. 270.000 l |
| Frischwasserkapazität | 49,2 m³ (49.200 l); in der Übersicht auf ca. 50.000 l gerundet |
| Wasseraufbereitung | 2 × Umkehrosmose von Hydro Electrique Marine; laut Datenblatt je 30.000 l/Tag* |
| Abwasserbehandlung | DVZ, biologisches Membransystem, 18 m³/Tag |
| Stabilisatoren | Quantum XT, 4 Flossen |
| Klimaanlage | Heinen & Hopman Engineering B.V. |
| Klasse | Lloyd’s Register: +100A1, SSC Yacht MONO + LMC, G6 UMS |
| Flagge | Marshallinseln |
| Gästebetten | 2 Eigner in 1 Kabine, 18 Gäste in 9 Kabinen |
| Besatzungsbetten | 33 Crew in 19 Kabinen; 1 zusätzliche Person in 1 Service-/Hospital-Kabine |
| Tender | 1 × Ribeye-RIB, 7,2 m, einschließlich SOLAS-Angabe; Platz vorgesehen für 1 × Hodgdon, 10,6 m, und 1 × Nautique G25 Paragon, 7,7 m |
Zur Geschichte von Lürssen geht es hier.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
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