Von “Odisea” bis “Nixie”Lürssen vermeldet Rekordablieferungen

Leonie Meyer

 · 30.07.2026

Die 102,4 Meter lange “Nixie”.
Foto: André Konarske
Die deutsche Werft hat 2026 gleich mehrere Superyachten ausgeliefert. Alle Yachten haben Deutschland bereits verlassen und fahren in verschiedenen Teilen der Welt. Welche Besonderheiten die Auslieferungen mitbringen und was Eigner bei Lürssen erwarten können.

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Lürssen hat im Jahr 2026 fünf Superyachten abgeliefert. Die Schiffe tragen die Namen “Odisea”, “Boardwalk”, “O3”, “Nausicaä” und “Nixie”. “Deep Blue” wurde zum 150. Werftjubiläum im Juni 2025 gewassert. Sie messen zwischen 75 und 140 Meter Länge. Mit diesen sechs Auslieferungen betreibt die Werft nun über 30 Yachten, die mehr als 100 Meter lang sind. Mehr als ein Drittel der weltweit 100 größten Yachten stammt aus der Werft mit Sitz in Bremen. Die Bauzeit für jedes Schiff beträgt etwa vier Jahre. Peter Lürssen, Geschäftsführer der Werft, erklärt: “Ingenieurwesen ist ein Gleichgewicht aus technischem Fachwissen und Kreativität – die Vielfalt der diesjährigen Auslieferungen zeigt dies perfekt.”

“Nixie” mit Pool über der Badeplattform

“Nixie” wird Lürssen auf der Monaco Yacht Show 2026 präsentieren. Das Schiff hat einen sechs Meter breiten Pool, der über der Badeplattform positioniert ist. Diese Anordnung schafft zusätzliche Decksfläche. Am Heck befindet sich eine hydraulische Klappe mit Z-System. Wenn sie geöffnet ist, liegt sie bündig mit dem Deck und gibt einen 270 Quadratmeter großen Beachclub frei. Damit zählt er zu den größten, die die Bremer Werft je gebaut hat. Der Bereich verbindet Innen- und Außenflächen ohne Stufen.

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Das im Juni ausgelieferte Schiff verfügt über einen diesel-elektrischen Antrieb. Dabei erzeugen Dieselgeneratoren Strom, der Elektromotoren antreibt. Das System arbeitet mit einem Energiespeicher, der verschiedene Fahrtprofile ermöglicht. Der Antrieb reduziert Vibrationen und Geräusche an Bord. Das Konzept entspricht dem der 122 Meter langen “Kismet”. Zwei weitere Yachten aus der Serie nutzen erweiterte Batteriesysteme. Eine davon kann über Nacht vor Anker ausschließlich mit Batteriestrom arbeiten. Eine andere Yacht nutzt elektromotorische Stabilisatoren statt hydraulischer Systeme. Dies soll bei Yachten über 100 Meter erstmals realisiert worden sein.

“Nausicaä” mit umlaufender Glasfront

“Nausicaä” wurde vom australischen Industriedesigner Marc Newson gestaltet. Ein durchgehendes Glasband umschließt das gesamte Gästedeck. Zusätzlich verfügt das Schiff über eine große Glaskuppel. Beide Elemente wurden laut Werft in dieser Größe zuvor nicht auf Yachten verbaut. Statt eines klassischen Hauptsalons hat “Nausicaä” ein Atrium am Heck. Der Raum dient als Galerie auf zwei Ebenen. Ein hydraulischer Schlitten kann einen großen Tender aus einem Trockendock zu Wasser lassen und schließlich wieder an Bord holen. Diese Technik kommt im Yachtbau selten zum Einsatz.

“Boardwalk” mit besonderer Treppe

“Boardwalk” zeigt sich in traditionellem Design. Auf dem Hauptdeck befindet sich eine verschiebbare Luke mit einziehbarer Treppe. Die Grundlage für diese Konstruktion entwickelte Lürssen 2019 für die “Flying Fox”, die heute “Hadar” heißt. Bei “Boardwalk” wurde erstmals eine verschiebbare Außendecksfläche mit einem Treppenhaus kombiniert. Die Mechanik verschwindet komplett im Deck.

Lürssen rüstet “O3” für Expeditionen aus

“O3” ist für Fahrten in extreme Regionen konzipiert. Das Schiff trägt Ausrüstung für Expeditionen, gleichzeitig verfügt es über viel Komfort für längere Reisen. Während das ursprüngliche Exterieurdesign und die konstruktiven Berechnungen von Salt Ship Design kamen, gestaltete Konstrukteur Espen Øino das Schiff nach der Übernahme 2022 deutlich um und verlieh ihm sein markantes Erscheinungsbild.

“Odisea” mit gläsernem Salon

“Odisea” hat einen Hauptsalon, der fast vollständig aus raumhohem Strukturglas besteht. Die Werft bezeichnet das Konzept als Beach House. Der Raum geht nahtlos in das Außendeck über, auf dem sich ein integrierter, mit Teakholz ausgekleideter Pool befindet. Die Verglasung soll die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich aufheben.

Lürssen: Kein Serienbau, sondern individuelles Design

Jede Lürssen entsteht nach individuellen Eignerwünschen. Michael Breman, leitender Verkaufsdirektor, sagt: “Jedes Gespräch mit einem neuen oder langjährigen Kunden beginnt immer mit einer leeren Leinwand. Das ist spannend. Kein Eigner stellt sich die Zukunft genauso vor wie ein anderer.”


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Leonie Meyer

Leonie Meyer

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion

Leonie Meyer wuchs mit dem Bootfahren in Kroatien auf und blätterte schon als Kind durch das BOOTE-Magazin ihres Vaters. Während und nach ihrem abgeschlossenen Internationalen Journalismus-Studium absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Medien im Ausland. 2020 zog sie es für ein Praktikum zum BOOTE-Magazin, weshalb sie nach ihrem Volontariat bei einer Tageszeitung zurückkehrte. Seit 2023 arbeitet Leonie Meyer als Redakteurin in der Wassersport Digital-Redaktion und ist neben dem Betreuen der Websites unter anderem für den YACHT-Podcast zuständig.

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