Lürssen hat im Jahr 2026 fünf Superyachten abgeliefert. Die Schiffe tragen die Namen “Odisea”, “Boardwalk”, “O3”, “Nausicaä” und “Nixie”. “Deep Blue” wurde zum 150. Werftjubiläum im Juni 2025 gewassert. Sie messen zwischen 75 und 140 Meter Länge. Mit diesen sechs Auslieferungen betreibt die Werft nun über 30 Yachten, die mehr als 100 Meter lang sind. Mehr als ein Drittel der weltweit 100 größten Yachten stammt aus der Werft mit Sitz in Bremen. Die Bauzeit für jedes Schiff beträgt etwa vier Jahre. Peter Lürssen, Geschäftsführer der Werft, erklärt: “Ingenieurwesen ist ein Gleichgewicht aus technischem Fachwissen und Kreativität – die Vielfalt der diesjährigen Auslieferungen zeigt dies perfekt.”
“Nixie” wird Lürssen auf der Monaco Yacht Show 2026 präsentieren. Das Schiff hat einen sechs Meter breiten Pool, der über der Badeplattform positioniert ist. Diese Anordnung schafft zusätzliche Decksfläche. Am Heck befindet sich eine hydraulische Klappe mit Z-System. Wenn sie geöffnet ist, liegt sie bündig mit dem Deck und gibt einen 270 Quadratmeter großen Beachclub frei. Damit zählt er zu den größten, die die Bremer Werft je gebaut hat. Der Bereich verbindet Innen- und Außenflächen ohne Stufen.
Das im Juni ausgelieferte Schiff verfügt über einen diesel-elektrischen Antrieb. Dabei erzeugen Dieselgeneratoren Strom, der Elektromotoren antreibt. Das System arbeitet mit einem Energiespeicher, der verschiedene Fahrtprofile ermöglicht. Der Antrieb reduziert Vibrationen und Geräusche an Bord. Das Konzept entspricht dem der 122 Meter langen “Kismet”. Zwei weitere Yachten aus der Serie nutzen erweiterte Batteriesysteme. Eine davon kann über Nacht vor Anker ausschließlich mit Batteriestrom arbeiten. Eine andere Yacht nutzt elektromotorische Stabilisatoren statt hydraulischer Systeme. Dies soll bei Yachten über 100 Meter erstmals realisiert worden sein.
“Nausicaä” wurde vom australischen Industriedesigner Marc Newson gestaltet. Ein durchgehendes Glasband umschließt das gesamte Gästedeck. Zusätzlich verfügt das Schiff über eine große Glaskuppel. Beide Elemente wurden laut Werft in dieser Größe zuvor nicht auf Yachten verbaut. Statt eines klassischen Hauptsalons hat “Nausicaä” ein Atrium am Heck. Der Raum dient als Galerie auf zwei Ebenen. Ein hydraulischer Schlitten kann einen großen Tender aus einem Trockendock zu Wasser lassen und schließlich wieder an Bord holen. Diese Technik kommt im Yachtbau selten zum Einsatz.
“Boardwalk” zeigt sich in traditionellem Design. Auf dem Hauptdeck befindet sich eine verschiebbare Luke mit einziehbarer Treppe. Die Grundlage für diese Konstruktion entwickelte Lürssen 2019 für die “Flying Fox”, die heute “Hadar” heißt. Bei “Boardwalk” wurde erstmals eine verschiebbare Außendecksfläche mit einem Treppenhaus kombiniert. Die Mechanik verschwindet komplett im Deck.
“O3” ist für Fahrten in extreme Regionen konzipiert. Das Schiff trägt Ausrüstung für Expeditionen, gleichzeitig verfügt es über viel Komfort für längere Reisen. Während das ursprüngliche Exterieurdesign und die konstruktiven Berechnungen von Salt Ship Design kamen, gestaltete Konstrukteur Espen Øino das Schiff nach der Übernahme 2022 deutlich um und verlieh ihm sein markantes Erscheinungsbild.
“Odisea” hat einen Hauptsalon, der fast vollständig aus raumhohem Strukturglas besteht. Die Werft bezeichnet das Konzept als Beach House. Der Raum geht nahtlos in das Außendeck über, auf dem sich ein integrierter, mit Teakholz ausgekleideter Pool befindet. Die Verglasung soll die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich aufheben.
Jede Lürssen entsteht nach individuellen Eignerwünschen. Michael Breman, leitender Verkaufsdirektor, sagt: “Jedes Gespräch mit einem neuen oder langjährigen Kunden beginnt immer mit einer leeren Leinwand. Das ist spannend. Kein Eigner stellt sich die Zukunft genauso vor wie ein anderer.”

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.