Kaum war die Begeisterung für die Sirena 118, das Komposit-Flaggschiff der Werft verebbt, trat schon die nächste Neuheit auf den Plan. Die Sirena 42M hat nun die Krone auf, ein Stahl-Alu-Format, das für Sirena Marine weit mehr ist als nur eine Modelleinführung.
Hinter dem Projekt steht ein internationales Expertenteam: Die zeitlosen Linien stammen vom Mailänder Designhaus Luca Vallebona, für die Innenausstattung zeichnet Hot Lab (Viken Group) verantwortlich. Van Oossanen – spezialisiert auf effiziente, stabile und schnelle Verdrängerrümpfe – übernahm die Schiffsarchitektur. Mit vier Decks eröffnet die 42M eine Baureihe, die künftig auch ein 35- und ein 50-Meter-Format umfassen soll. Aktuell bietet das Konzept Platz für elf Gäste und bis zu neun Besatzungsmitglieder.
Markantestes Merkmal der Sirena 42M ist das Eignerreich am Bug. Ein großer Teil des Vordecks ist freigelegt und so entsteht ein Atrium, offen zum Himmel und von Glas gerahmt. Mit freistehenden Sesseln, schattenspendender Pergola und echten Pflanzen. Über große Glasschiebetüren ist der Innenhof direkt mit der Suite verbunden. Ein Apartment mit Wellness-Bad, Büro und Ankleidezimmer.
Eine geschwungene Treppe aus Holz und Metall führt hinauf zum darüberliegenden Deck, wo sich der Rückzugsort mit zwei Sofas fortsetzt. “Versteckt bedeutet privat, aber nicht vollständig umschlossen. Tageslicht oder der nächtliche Sommerhimmel strömen herein. Ein Raum, den normalerweise die Technik einnimmt”, sagt Luca Vallebona und fügt hinzu: “Durch asymmetrische Formen, eine bequeme Treppe, eine wunderschöne Pergola und die Nische für einen hängenden Sitz erwacht die Terrasse zum Leben. Sobald die Schiebetüren geöffnet sind, lässt sich nicht mehr so leicht sagen, was drinnen und was draußen ist.” Der Designer ist offensichtlich begeistert von dem Patio.
Wow, das ist der beste Platz an Bord. Einfach, um nichts zu tun.”
Flache Stufen führen vom Hauptdeck kaskadenartig hinunter zur Badeplattform am Heck. Eine C-förmige Lounge mit Couchtischen rahmt die Treppe und gibt den Blick nach achtern frei. Darunter liegt ein bündig verbauter, mit Glas hinterlegter Pool, der Teil des Heckspiegels ist. Klappbare Flügel verwandeln den Bereich in eine Oase mit freiem Blick und viel Platz für Liegestühle. Im vollen Strandmodus stehen den Gästen 71 Quadratmeter Fläche direkt am Wasser zur Verfügung, inklusive hydraulischer Plattform.
Auf dem Sonnendeck setzt sich der Outdoor-Lifestyle fort: Eine Sonnenliege bietet hinter einer geschwungenen Glaswindschutzscheibe freie Sicht nach vorne, während ein schlankes schwarzes Hardtop Bar und Esstisch beschattet. Der Raum lässt sich je nach Wunsch als Gym, Kino oder mit Whirlpool nutzen.
Der Hauptsalon zeigt den Gestaltungsansatz von Hot Lab in Reinform. Raumhohe Fenster und vollständig zu öffnende Heck-Türen lassen Glas zum zentralen Element werden, inszeniert im italienischen Stil. Massivholz wurde so bearbeitet, dass es an fließenden Stoff erinnert. Das wiederum kontrastiert mit Paneelen aus weichem italienischem Kalkstein. An der Decke erzeugt Hot Lab wirbelnde Lichteffekte durch präzise perforierte und von hinten beleuchtete Holzpaneele.
Flauschige Teppiche mit Konturlinien, die an Karten des Meeresbodens erinnern, liegen im Walnussparkett. Rechte Winkel sucht man an Bord der Sirena vergebens, selbst die mit Bouclé-Stoff bezogenen Sofas sind geschwungen und mit Kissen in sattem Waldgrün akzentuiert. Was auffällt: Hier gibt es keinen Speiseplatz. Gegessen wird im Salon auf dem Oberdeck, an einem Custom-Tisch mit asymmetrisch geformter Platte.
Die gesamte Raumgestaltung folgt einer Vision: Wellen, die durch einen auf das Wasser fallenden Tropfen entstehen. Nirgends deutlicher sichtbar als in der Hauptlobby mit ihrem skulpturalen Marmorboden.
Chiara Pastore, leitende Designerin bei Hot Lab, erklärt: “Wir wollten etwas Anderes machen. Das ist keine Standardausstattung. Die Inspiration stammt größtenteils aus der Natur, mit einer natürlichen Farbpalette und organischen Formen, die die technischen Elemente so weit wie möglich verbergen. Das bedeutet: keine scharfen Kanten, alles ist sehr glatt und einladend.”
Zur Beleuchtung ergänzt sie: “Eines der Hauptziele war die Integration, bei der technische Elemente Teil der Architektur werden. Viele der Beleuchtungselemente sind hinter perforierten Deckenpaneelen verborgen, wodurch das Licht sanft in den Raum fällt und eine natürlichere Atmosphäre schafft.”
Gebaut in der Werft im türkischen Yalova, vereint die Sirena 42M einen schnellen Verdrängungsrumpf aus Stahl mit einem Aufbau aus Aluminium. Zwei MAN V12-1450-Motoren mit je 1.066 Kilowatt Leistung bei 2.100 U/min treiben sie an. Bei Probefahrten übertraf sie die Erwartungen und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 16 Knoten. Mit einem Tankvolumen von 46.000 Litern kommt die Yacht bei Reisegeschwindigkeit (10 Knoten) 4.600 Seemeilen weit.
Für die Stromversorgung arbeiten zwei 80-kW-Generatoren. Sie beliefern die Stabilisatoren, eine mittelmeertaugliche Klimaanlage sowie ein 83-kW-Bugstrahlruder. Eine Garage mit Pantograph-Tür bietet Platz für ein Tender bis 5,65 Meter Länge.

Redakteurin News & Panorama
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.