Antonia von Lamezan
· 14.07.2026
Auslöser des Einsatzes war offenbar ein Konflikt, der völlig eskaliert ist: Der Anker einer dänischen Segelyacht soll sich in den ausgebrachten Stellnetzen eines Nebenerwerbsfischers verfangen haben. Bei dem Versuch, die Situation zu klären, seien die beiden Männer in einen heftigen Streit geraten. Schließlich schaltete der Fischer die Sicherheitsbehörden ein und gab an, dass der dänische Skipper ihn mit einer Schusswaffe bedrohe.
Aufgrund dieser gemeldeten, potenziell akuten Gefahrenlage spielte sich vor Wassersleben ein Einsatz ab, der einer filmreifen Kulisse geglichen haben soll: Während sich in der Uferböschung des Wanderwegs Scharfschützen positionierten, näherten sich Beamte des SEK wasserseitig auf mehreren Booten der dänischen Segelyacht. Schwer bewaffnet sollen die Einsatzkräfte den Bootsführer aufgefordert haben, an Deck zu kommen. Der 58-jährige dänische Skipper soll dieser Aufforderung mit erhobenen Händen nachgekommen sein. Beim Zugriff soll er sich kooperativ gezeigt und sich widerstandslos festnehmen haben lassen. Währenddessen durchsuchten die Beamten die Yacht.
Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg nun zeigen, stehen sich inzwischen zwei völlig gegensätzliche Darstellungen des Vorfalls gegenüber. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt gegenüber dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ), zuerst berichtet vom Flensburger Tageblatt, wirft der Fischer dem Skipper weiterhin vor, im Verlauf des Streits die genannte Waffe gezogen zu haben. Trotz intensiver Suche konnten die Ermittler diese Darstellung bislang jedoch nicht durch Beweise stützen: Weder an Bord der Yacht noch bei einer späteren Suche auf dem umliegenden Meeresgrund durch Taucher konnte eine Schusswaffe gefunden werden.
Der dänische Segler hat seinerseits Strafantrag gegen den Fischer wegen Sachbeschädigung gestellt. Er wirft dem Fischer vor, die Segelyacht während des Streits mit seinem Fischerboot absichtlich gerammt zu haben. Die Ermittlungen der Behörden sind noch nicht abgeschlossen.
Lesen Sie auch:
Auch wenn dieser Fall ein Extrembeispiel ist, zeigt er, wie wichtig besonnenes Handeln bei Revierkonflikten ist. Sollten sich Ihr Anker oder Ihr Propeller in einem Fischernetz verfangen, gilt:

Volontärin
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.