Pro und ContraSind Außenborder auch auf großen Booten sinnvoll?

Ralf Marquard und Ole Puls legen ihre Standpunkte zum Thema Außenborder bei großen Booten offen.
Foto: Henrik Ljungqvist
Außenborder bei größeren Booten? Bei der Wahl des passenden Antriebs scheiden sich in der Praxis schnell die Geister. In unserem Pro und Contra sagen Ole Puls und Ralf Marquard, welche Motoren sie aus welchen Gründen bevorzugen.

Themen in diesem Artikel

​Ole Puls stimmt für Außenborder

​Der größte Vorteil von Außenbordern liegt eigentlich auf der Hand: Vor allem beim Manövrieren spielen sie ihre Stärken aus. Boote mit Außenborder drehen deutlich enger als vergleichbare Modelle mit Innenborder. In der Praxis sind es oft ein bis zwei Bootslängen. Auch beim Thema Wartung punkten Außenborder: Die Technik sitzt kompakt am Heck, alles ist gut erreichbar, nichts ist tief im Rumpf verbaut. Wenn tatsächlich mal ein größerer Schaden auftritt, lässt sich der Motor vergleichsweise unkompliziert abnehmen und austauschen. Auch das Argument, sie seien reine Benziner, stimmt so nicht mehr. Hersteller wie Cox Powertrain oder OXE Marine zeigen, dass auch Diesel-Außenborder mit ordentlich Drehmoment längst Realität sind, und auch elektrisch tut sich einiges auf dem Markt. Ein weiterer Pluspunkt: der Platzgewinn. Gerade auf kleineren Booten fällt der klassische Motorraum weg und wird zu Stauraum. Und wer jetzt noch denkt, Außenborder seien nur etwas für kleine Boote, sollte einen Blick auf die spanische De Antonio D60 oder die Axopar 45 werfen. Hier hängen mächtige V-10-Motoren mit 600 PS am Heckspiegel.


Ralf Marquard stimmt gegen Außenborder

​Auch wenn man in den letzten Jahren immer häufiger leistungsstarke Außenborder an großen Booten sieht, sprechen einige Vorteile weiterhin für den Einbaumotor: Die Motorinstallation im Boot wirkt sich positiv auf die Gewichtsverteilung und damit auf den Trimm aus. Bei Servicearbeiten besteht nicht die Gefahr, dass das Werkzeug oder die abgeschraubte Mutter ins Wasser fällt, sondern höchstens in die Bilge. Die Motoren sitzen geschützt in Motorräumen und sind nicht direkt den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die Diebstahlgefahr ist bei Einbaumotoren geringer als beim Außenborder. Boote mit Innenborder haben eine durchgängige Badeplattform, auf der man sich sicher von der einen zur anderen Seite bewegen kann, ohne an den Außenbordern vorbeizu­müssen. Wasserskihaken können einfach am Heck verbaut werden und man benötigt keine speziellen Zugvorrichtungen wie Bügel, Stangen oder Tower. Wer die sparsame Dieseltechnik im Gebrauchtmarkt sucht, wird bei Booten mit Einbaumotoren schneller fündig als beim Außenborder. Und: Einbaumotoren sind für unterschiedliche Antriebseinheiten wie Welle, Pod-, Jet- und Z-Antrieb geeignet.


Umfrage

Sind Außenborder auch auf großen Booten sinnvoll?
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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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