OstseeküsteInselhafen Prerow eröffnet – Ersatz für Darßer Ort

Der Inselhafen Prerow noch während der abschließenden Bauarbeiten.
Foto: dpa/pa
Was lange währt, ist endlich gut: Mehr als 15 Jahre wurde über einen Ersatz für den Nothafen Darßer Ort in diskutiert. Seit heute ist der Nachfolger nun in Betrieb - der Inselhafen Prerow. Für Skipper gibt es zur Eröffnung sogar eine weitere gute Nachricht.

Bis zum Schluss gab es immer wieder Verzögerungen, doch gestern war es nun soweit. Eine knappe Bekanntmachung für Seefahrer des WSA Ostsee vom 16. Oktober machte es gestern offiziell: “Inselhafen Prerow, Bauarbeiten beendet”. Mit der Einweihung des 46-Millionen-Euro-Hafens am Ende der Seebrücke von Prerow steht nun auf dem rund 45 Seemeilen langen Küstenabschnitt zwischen Warnemünde und Barhöft erstmals eine reguläre Anlaufstelle für Sportbootfahrer zur Verfügung.

Sein Vorgänger, der Nothafen Darßer Ort an der Ostspitze der Halbinsel war schon im vergangen Jahr endgültig geschlossen worden, auch aufgrund seiner Lage in der besonders geschützten Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenküste. Allerdings war der aus DDR-Zeiten stammende Hafen ohnehin immer wieder versandet. Und abgesehen vom dort stationierten Seenotrettungskreuzer durfte er auch nur in wirklichen Notsituationen angelaufen werden.


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Inselhafen Prerow: Betrieb und Ausstattung

Neben der Eröffnung ist das ist die zweite gute Nachricht für Skipper: Der Inselhafen Prerow ist laut Hafenordnung “Schutz- und/oder Etappenhafen”. Anders gesagt: Seine 33 Liegeplätze bis 17 Meter Bootslänge (mit Muringbojen) stehen jederzeit für passierende Yachten und Boote zur Verfügung. Einzige Einschränkung: Das Bleiberecht ist auf 24 Stunden begrenzt, jeder Platz muss bis spätestens 12 Uhr mittags wieder geräumt werden.

Laut Internetseite des Hafens soll in Kürze sogar ein elektronisches Reservierungssystem zur Verfügung stehen, Buchungen werden dann nur elektronisch und in voraus möglich sein. Bis dahin können Anmeldungen vor Ort beim Hafenmeister erfolgen. Einige Dauerlieger wird der Hafen ebenfalls haben: Neben Einsatzfahrzeugen der Seenotretter und der DLRG werden Fischer untergebracht. Ein Fahrgastanleger ist ebenfalls vorhanden. Da sich auch der Inselhafen Prerow im Gebiet des Nationalparks befindet, gilt gleichzeitig die Nationalparkverordnung.

Der nach Süden offene Hafen ist durch eine hufeisenförmige Mole mit Steinschüttung geschützt. Mit dem Festland (und dem Prerower Strand) ist er über die 720 Meter Seebrücke des Ortes verbunden, die längste im Ostseeraum. Die Einfahrt ist zusätzlich durch eine flache Buhne vor Schwell geschützt. Bei Nordwestwind wird sie vor der Welle angelaufen. Ein Servicegebäude ist vorhanden, ebenso wie Strom und Wasser am Steg. Über WLAN verfügt der Inselhafen Prerow (zumindest derzeit) noch nicht.

Ziele: Sicherheit auf See, Naturschutz und Tourismus

Bei der gestrigen Eröffnungsfeier sprach Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) von einem “Tag der Freude”, auf den “lange hingearbeitet” worden sei. Tatsächlich liegen die ersten konkreten Planungen bereits sogar sieben Jahre zurück. Sie wies darauf hin, dass es für die Schifffahrt unbedingt notwendig sei, “bei Havarien oder Sturm einen sicheren Platz zu haben” und dass der neue Inselhafen Prerow nun eine nachhaltige Lösung auch im Hinblick auf den Schutz des Nationalparks sei. Gleichzeitig verspricht sich Schwesig eine Stärkung des für die Ostseeküste so wichtigen Tourismus.


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